Freiburg

Drei Fragen an Gerda Liebner, die Gründerin der "Omas gegen Rechts"

Simone Lutz

Es gibt sie in Wien, Berlin, Hamburg und anderswo – ältere Frauen, die sich zusammen gegen rechtes Gedankengut engagieren. Am Mittwoch wird sich nun auch in Freiburg eine Gruppe gründen.

BZ: Frau Liebner, ist es unhöflich oder darf ich fragen, wie alt Sie sind?

Liebner: Aber garnicht. Ich bin 73 und meine Mitinitiatorin Traute Hensch ist 77. Wir sind die Altersgruppe der Omas, und die wollen wir ansprechen, ob mit Enkel oder ohne.


BZ: Was genau machen die "Omas gegen Rechts"?

Liebner: Wir stehen auf gegen Fremdenhass, rechte Hetze, Faschismus und Frauenfeindlichkeit. Als 68er haben wir damals unseren Beitrag geleistet und dafür gesorgt, dass die Erinnerung an die NS-Zeit nicht verblasst. Wir haben uns lange nicht vorstellen können, dass das nochmal notwendig sein könnte. Aber jetzt müssen auch wir Alten wieder ran gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft.

BZ: Haben Sie da schon bestimmte Aktionsformen im Auge?

Liebner: Wir sind da offen. Wir möchten vor allem mit Menschen ins Gespräch kommen. Wir können den Unmut der Menschen, die mit ihrem Leben nicht zufrieden sind, verstehen. Aber es gibt keine einfachen Lösungen für die vielen Probleme, die anstehen. Autoritäre Gesellschaften sind keine Lösung. Wir wollen unseren Beitrag für eine offene und solidarische Gesellschaft leisten, uns mit Lebensfreude gegen diese Bitterkeit stellen. Wer da mitmachen möchte, sehr gerne. Den passenden Treffpunkt haben wir schon: "Omas Küche" in der Wiehre.
Gründungstreffen der "Omas gegen Rechts" am Mittwoch, 10. Oktober, um 20 Uhr im Restaurant "Omas Küche", Hildastraße 66.

Mehr Informationen unter http://www.omasgegenrechts.com