Drei Fragen an … Andreas Hoelle und Andreas Elsässer von der Band Strichpunkt

Jana Mack

Bekannt sind sie vor allem für ihren Song "Für unseren SC-Freiburg". Doch sie wollen mehr sein als eine SC-Band: Strichpunkt machen Rock mit deutschen Texten. Im September veröffentlichten sie ein neues Album.

Die Band Strichpunkt, das sind Thomas Einloth, Andreas Hoelle, Sebastian Schilling und Andreas Elsässer. Bekannt wurden die vier Jungs vor allem mit ihrem Song "Für unsern SC-Freiburg" im Rahmen der Initiative für ein neues Stadion in Freiburg und ihrem Hit "Strohfeuer". Hauptberuflich arbeiten sie als Altenpfleger, Lehrer, Lehramts-Student und im IT-Bereich. Alle vier sind um die 30 Jahre alt und kommen aus Freiburg und Umgebung.


Im September 2016 haben sie ihr neues Album "Gleichgewicht" veröffentlicht. Wir haben uns mit Andreas Hoelle und Andreas Elsässer von Strichpunkt getroffen, um mehr über die Band und ihre Musik zu erfahren.

Seit wann gibt es "Strichpunkt" und wie habt ihr als Band zusammengefunden?

Andreas Hoelle: Strichpunkt gibt es seit vier Jahren. Im September 2012 haben wir die Band gegründet. Thomas, Sebastian und ich waren damals noch in einer anderen Band. Zu der Zeit haben wir hauptsächlich englisch-sprachige Songs gespielt. Ein bisschen härtere Mukke, als das was wir jetzt machen. Doch die Band ging in die Brüche und wir haben angefangen, deutsche Texte zu schreiben und uns einen Bassisten gesucht, besser gesagt gegoogelt (lacht).

Andreas Elsässer: Ich hatte damals ein Inserat ins Internet gestellt und habe nur geschrieben, dass ich Bassist bin und gerne Musik machen würde. Aber nicht mal in welche Richtung es gehen soll.

Andreas H.: Wir haben das Inserat gelesen und ihn auf ein Bier eingeladen. Wir waren uns sofort sympathisch, da war das Bassspielen zweitrangig - aber das kann er auch (lacht). Wir haben alle recht früh angefangen Musik zu machen. Dieser
Band-Gedanke
schwirrt mir ehrlich gesagt im Kopf herum solange ich denken kann.

Wie würdet ihr euren Musik-Stil beschreiben, wer schreibt bei euch die Texte und um was geht es inhaltlich in euren Songs?

Andreas E.: Es ist super schwer zu sagen, was wir für Musik machen. Wir sind da ziemlich breit gefächert. Über Pop bis Punk machen wir alles. Auch zwei vom Metal angehauchte Songs sind auf dem neuen Album. Ich glaube, wir haben unseren Stil noch nicht unbedingt gefunden.

Andreas H.: Thomas und ich schreiben die Texte und Akkorde. Wir sind also praktisch für das Grundgerüst verantwortlich. Alles andere bauen wir dann in der Probe gemeinsam mit den anderen zusammen. Da passiert dann immer auch nochmal wahnsinnig viel mit den Songs. Manchmal werden sie komplett verändert.

Andreas E.: Natürlich gibt es da das ein oder andere Mal Reibungen untereinander. Das ist dann immer ziemlich spannend, weil so eine Energie entsteht, die etwas mit den Songs macht, was wir bis dahin so gar nicht geplant hatten.

Andreas H.: Es geht oft um die Verarbeitung von persönlichen Themen wie Liebe und Trauer. Bei dem ein oder anderen Song mag manch einer denken: "Ooh schon wieder so ein weinerlicher Junge mit Gitarre, davon gibt es doch schon so viele", aber das ist uns egal. Allerdings haben wir uns auf dem neuen Album auch mal getraut politische Themen anzureisen. Ich finde bestimmte gesellschaftliche Dinge haben gewisse Energien. Früher dachte ich, Politik wäre zu schmutzig und habe in der Musik nichts verloren, aber wenn man das geschickt verpackt, dann finde ich das sehr spannend.

Euer Song "Strohfeuer" war ein echter Überraschungserfolg im Radio - außerdem hattet ihr einen Auftritt im SC-Stadion und auf dem ZMF, was macht das mit euch?

Andreas E. : Es fühlt sich nicht so an, als wären wir berühmt. Es ist einfach schön zu sehen, was wir geschafft haben und dass Leute daran Interesse haben. Das waren zwei, drei Songs die uns dahin gebracht haben, wo wir jetzt sind und es kam wirklich ziemlich unerwartet. Außerdem haben wir viel Hilfe von Menschen um uns herum bekommen. Alleine hätten wir das nicht geschafft.

Andreas H. : Weil wir alle SC-Fans sind, haben wir uns gedacht: "Hey lass uns mal einen Song über den SC schreiben." Das hat uns dann einige Türen geöffnet, unter anderem, dass wir bei einem Spiel live singen durften, oder eben der Auftritt beim ZMF nach den Sportfreunden Stiller. Aber davon können wir halt auch nicht ewig nähren, ich meine wir sind ja eine Rockband und keine SC-Band.

Außerdem ist auf einmal alles viel professioneller. Wir haben Interview- und Konzerttermine. Es ist anders als früher, wir gehen nicht mehr in den Proberaum und saufen Bier (lacht). Irgendwie freue ich mich auf die Zeit, wenn wir wieder Texte schreiben und Proben, und dieser ganze Promo-Kram rum ist.

Andreas E. : Wir sind gespannt, was in Zukunft passieren wird und wie das neue Album ankommt. Ein Ziel ist es irgendwann mal eine große Bühne zu rocken, ganz unabhängig von einem Fußballclub, so was Festival-mäßiges. Als nächstes steht vorerst ein Akustik-Konzert in Mannheim an.



Website: Strichpunkt
Facebook: Strichpunkt