Downtown-Streetparty könnte doch stattfinden

Aljoscha Harmsen

"Downtown-Streetparty ist geplatzt", titelte heute die Badische Zeitung, doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, wie fudder heute Nachmittag erfahren hat. Es wird kurzfristig ein Gepräch geben zwischen der Stadt, der Polizei, dem Amt für Öffentliche Ordnung und den Veranstaltern. Kann die Streetparty noch gerettet werden? Aljoscha sprach mit einigen Beteiligten.



"Wir haben die Downtown Streetparty einstimmig abgesagt", erklärt Frank Czaja, Inhaber des Schlappens und Sprecher des Vereins Downtown Streetparty Freiburg. Der Hautpgrund waren Auflagen, die die Absperrung des Party-Geländes, Einlasskontrollen und das Verkaufsverbot von brandweinhaltigen Getränken verlangen. "Brandweinhaltige Getränke sind alle Getränke, die Schnaps enthalten. Das heißt, wir dürfen weder Longdrinks noch Cocktails verkaufen." Übrig blieben an alkoholischen Getränken somit nur Bier, Wein und Sekt.


"Wir haben versucht zu verhandeln, aber die Stadt kam uns nur wenig entgegen", sagt Czaja. Ihm sei klar, dass es kritische Situationen im so genannten Bermudadreieck gebe, aber "die Gastronomen können nicht für alle gesellschaftlichen Probleme aufkommen. Wir machen das Straßenfest alle gern, aber es lässt keinen finanziellen Spielraum zu." Die Kosten für Absperrung und Sicherheit seien für die Veranstalter einfach zu hoch.

Doch es besteht noch Hoffnung. Die Veranstalter haben einen Gesprächstermin für kommenden Mittwoch vereinbart – mit dem ersten Bürgermeister Otto Neideck sowie Vertretern der Polizei und des Amts für Öffentliche Ordnung.  
"Zunächst einmal müssen die neuen Auflagen zurückgenommen werden. Wir sind uns unserer Verantwortung als Gastronomen durchaus bewusst, aber wir wollen das Fest auf keinen Fall absperren," sagt Czaja.

"Es gab schon seit Januar Gespräche mit den Veranstaltern. Die wussten über die Auflagen bescheid", sagt Edith Lamersdorf, Pressesprecherin der Stadt. Daher sei Neideck auch so überrascht von der Absage gewesen. "Die Stadt nimmt die Absage nicht achselzuckend hin, uns ist das Fest wichtig." Jetzt komme es im Gespräch darauf an, gegenseitig die Grenzen auszuloten und zu sehen, ob eine Übereinkunft erzielt werden könne.

"Ich gehe davon aus, dass es ein Entgegenkommen der Stadt geben wird", sagt Kerstin Andreae, wirtschaftspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen. "Die können nicht einfach einen Käfig aus dem Fest machen. Ich finde, das ist eine Überreaktion der Stadt." Andreae hat selbst einige Jahre im Schlappen gearbeitet und auch einmal die Downtown Streetparty mit vorbereitet. "Gestern habe ich mit Oberbürgermeister Dieter Salomon gesprochen, und ich bin sicher, er wird eine Lösung finden."

Mehr dazu:

fudder.de: Absage für Downtown-Streetparty