Doppelmord im Rieselfeld: Polizei nimmt Verdächtigen fest

Sebastian Kaiser & Oliver Huber

Schneller Fahndungserfolg der Freiburger Kripo. Nachdem vergangene Woche im Freiburger Stadtteil Rieselfeld ein Ehepaar tot aufgefunden wurde, konnten die Ermittler nun einen Verdächtigen festnehmen. Für den Doppelmord soll ein 39 Jahre alter Monteur verantwortlich sein. [Mit Video.]



Am späten Nachmittag des vergangenen Freitags hat die Arbeit der Polizei Früchte getragen. Um 17 Uhr konnte in Müllheim ein Tatverdächtiger festgenommen werden, sagte Kriminaloberrat Raoul Hackenjos bei der Pressekonferenz am Montag. Am Samstagmittag wurde der Tatverdächtige in Untersuchungshaft genommen.


Es handelt sich um einen 39 Jahre alten Monteur, der in Kasachstan geboren ist und seit 1994 in Deutschland lebt. Die Polizei geht von finanziellen Problemen des Täters aus, so dass als Tatmotiv Habgier wahrscheinlich erscheine. Nach Angaben von Hackenjos existierten wohl seit mehreren Jahren geschäftliche Verbindungen zwischen Opfer und Täter.



Dabei sei es um die Vermittlung von Handwerksaufträgen gegangen, sagte Hackenjos. Die Polizei geht davon aus, dass es auch am Abend der Tat um Geld gegangen sein könnte. Derzeit sei nicht nachvollziehbar, ob sich Geld in der Wohnung befunden habe. Die Polizei ermittelte in alle Richtungen. Bereits in frühem Stadium habe es eine Spur gegeben, die auf den Tatverdächtigen gewiesen habe. Es lägen eine Vielzahl verdächtiger Indizien vor, zudem habe sich der Verdächtige bei Befragungen in Widersprüche verwickelt, so der Ermittler weiter. Eine DNA-Spur des Tatverdächtigen sei außerdem in der Wohnung der beiden Opfer gefunden worden.

"Es ist meine persönliche Überzeugung, dass wir den Richtigen gefasst haben" Oberstaatsanwalt Wolfgang Maier

Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand hat der Tatverdächtige am 11. Mai gegen 21 Uhr die Wohnung im Rieselfeld betreten. Der später getötete Mann habe wohl die Tür geöffnet. Beide Opfer wiesen mehrere Stichverletzungen auf. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die 32 Jahre alte Frau deshalb getötet wurde, um den Mord am Ehemann zu verdecken.

Die Polizei gehe derzeit von einem Messer als Tatwerkzeug aus. Der Verdächtige habe sich der Festnahme nicht widersetzt. Der Mann sei nicht vorbestraft. Der Verdächtige habe die deutsche Staatsbürgerschaft. Der Tatverdächtige mache Angaben, schweige jedoch zu den wesentlichen Teilen der Tat, sagte Maier.



Der Beschuldigte sei auf Grund der Beweislage jedoch dringend tatverdächtig, so Maier weiter. Der Haftbefehl lautet auf Mord in zwei Fällen. Der Beschuldigte soll aus Habgier und in Heimtücke gehandelt haben. Die Staatsanwaltschaft geht daher von Doppelmord aus. Maier: "Es ist meine persönliche Überzeugung, dass wir den Richtigen gefasst haben." Polizei geht nicht davon aus, dass es einen zweiten Täter gegeben habe.

Das Landeskriminalamt wertet weitere Spuren aus. Der Tatverdächtige werde weiter vernommen. Es solle möglichst bald eine Rekonstruktion der tat in der Wohnung der Opfer geben.

Die Polizei habe es in kürzester Zeit geschafft, einen dringenden Tatverdacht zu belegen, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Maier. Bereits vor der Festnahme sei ein Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts beantragt. Dies heiße nicht, dass der Täter schon überführt sei. Es seien noch weitere Ermittlungen notwendig.

Kriminaldirektor Bernd Belle sagte, es habe bedauerlicherweise nur wenige Hinweise aus der Bevölkerung gegeben. Über 5000 Arbeitsstunden wurden bereits in den Fall investiert. 144 Spurenkomplexe mit über 200 Vernehmungen von Zeugen und Auskunftspersonen wurden bearbeitet.



Die Soko "Rieselfeld" arbeitet derzeit mit rund 50 Beamten. Viele Untersuchungsergebnisse stehen noch aus. Hackenjos bedankte sich bei seinen Kollegen, die auf Urlaub und freie Tage verzichten mussten.

In einer Dreizimmerwohnung im Stadtteil Rieselfeld waren am Samstag, 12. Mai die Leichen einer 32 Jahre alten Frau und ihres 45-jährigen Ehemanns gefunden worden.

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  [Foto: Dominic Rock]