Doping aus Freiburg

Adrian Hoffmann

Iko Bebic aus Freiburg hat sich einen ziemlich ungewöhnlichen Namen für seinen Energy Drink ausgedacht, und irgendwie ist er so nahe liegend: Doping. Demnächst kommt die kleine türkisfarbene Dose mit dem fetten roten Schriftzug in den Handel - im gleichen Format wie die der großen Konkurrenz. "Ich glaube an diese Idee", sagt Iko, eigentlich ZDF-Sportreporter.



Wie könnte man Journalisten für eine Sache ausnutzen? Diese Frage hat sich Iko Bebic eines schönen Tages gestellt, vor ungefähr fünf Jahren, hat die Sportteile verschiedener Zeitungen durchblättert und dann immer wieder ein einziges Wort vor Augen gesehen. Das ist es, hat er sich gedacht, und hat es sich nach langem Kampf mit der Behörde schützen lassen. "Doping ist jetzt mein Wort", sagt er und lacht. Ja, da ist er stolz drauf, und vom baldigen Erfolg überzeugt.


Denn die Journalisten würden für ihn Werbung machen, ohne dass sie es wissen. Klassische Konditionierung nennt man das. Hat ein Mensch erstmal den Doping-Drink getrunken und liest das Wort Doping in einer Zeitung, denke er zuerst einmal an seinen Energy Drink, argumentiert Iko Bebic. Außerdem sei der Name zugleich provozierend, deshalb steht auch oben am Dosenrand auffordernd: “Lass dich erwischen.” Es ist wie so oft: Das Verbotene soll reizen.

Der kleine Unterschied: An diesem speziellen Doping ist nichts verboten. Es ist ein Energy Drink wie andere auch, er schmeckt auch so. Laut Iko Bebic schmeckt er etwas säuerlicher als Red Bull, weil die Fülle der B-Vitamine verändert worden sei. "Jetzt ist es nicht so süß", sagt Iko Bebic, das habe ihn an Red Bull immer gestört. Ein österreichisches Unternehmen produziert den Stoff für ihn, in größeren Mengen, daheim hat er noch ungefähr 500 Dosen stehen.

Starten will er ganz unspektakulär
, in ein paar Kiosken und Kneipen Freiburgs, und im Supermarkt in der Hauptbahnhof-Unterführung. "Ich setze auf Mund-Propaganda." Damit er mit der Konkurrenz, mit Marken wie Red Bull und Flying Horse, keinen Ärger bekommt, habe er die Farben und das Erscheinungsbild der Dose bewusst anders gewählt.

Iko Bebic hat als ZDF-Reporter vor allem im Boxsport zu tun, er ist der Einflüsterer des bekannten Moderators Günter-Peter Ploog. Er war selbst mehrmals deutscher Meister im studentischen Boxen, sagt aber, er habe nie Erfahrungen mit Doping gemacht. Die Idee sei ihm wirklich rein zufällig gekommen, zu Zeiten des Dieter-Baumann-Skandals. Ja, so lange arbeitet er schon an der Umsetzung, es habe viele Hürden gegeben, sagt Iko Bebic, aber was ihm jetzt noch zum Start fehlt, sei einzig und allein der Pfandschutz.

In den nächsten Wochen müsste es soweit sein, einige Discobesitzer freuen sich schon, sie hoffen, Doping könnte beim Publikum schon allein wegen des prägnanten Titels gut ankommen. "Es geht immer um die Optik", sagt Iko Bebic, "wenn du eine Frau siehst, geht es ja auch zuerst darum."

Unser Mini-Produkttest zum Schluss:
Mir schmeckt Doping ganz gut, irgendwie verbinde ich es mit dem Geschmack von Red Bull. Es ist sehr süß, fruchtig. Die Verpackung gefällt mir auch, sie ist so schön schlicht, und der Titel ist deutlich zu erkennen. Doping hat Wiedererkennungswert und vielleicht auch einen kleinen Placebo-Effekt. Manch einer, der es trinkt, fühlt sich etwas high :)