Donnerstag: Podiumsdiskussion zu Bildungsgerechtigkeit im Audimax

Martin Jost

In keinem anderen Industrieland entscheidet die soziale Herkunft so stark über Bildungschancen wie in Deutschland. Die Initiativen Arbeiterkind.de und Rock your Life! engagieren sich mit Mentoring-Partnerschaften für mehr Bildungsgerechtigkeit. Am Donnerstag diskutieren sie in der Uni mit Bürgermeisterin Stuchlik, einem Schulrektor und einem Bildungsforscher.



Arbeiterkind.de unterstützt Studenten, die an der Uni schwierige Hürden zu nehmen haben und niemanden fragen können, weil sie zum Beispiel als erste in ihrer Familie ein Studium aufnehmen. "Rock your Life!" vermittelt langfristige Mentoring-Partnerschaften zwischen studentischen Mentoren und Hauptschülern für die zweijährige Phase, in der die Schüler ihren Abschluss machen und ins Berufsleben einsteigen. Beide Initiativen sind bundesweit und seit einigen Jahren auch in Freiburg tätig. Sowohl Arbeiterkind.de als auch Rock your Life! stützen sich auf studentische Ehrenamtliche, die in den jeweiligen Initiativen eine Schulung erhalten. Kurz vorgestellt werden sie auf der Podiumsdiskussion am Donnerstagabend im Audimax durch Simon Büchner, Freiburger Koordinator von Arbeiterkind.de, und Christiane Lang, hiesige Vorsitzende von "Rock your Life!". Während der eigentlichen Diskussion werden die Initiativen jeweils durch ihre Geschäftsführerin auf Bundesebene vertreten. Katja Urbatsch spricht für Arbeiterkind.de und Lena-Carolina Esser für "Rock your Life!"


Raum für Debatte

Die Podiumsveranstaltung soll nicht nicht nur über die Arbeit der Mentoring-Initiativen informieren, sondern auch Raum für Debatte geben. „Die Zusammensetzung des Podiums bietet durchaus Reibungspunkte“, sagt Maria Denise Nguyen, eine der Organisatorinnen, die bei Arbeiterkind.de aktiv ist. Mögliche Kritikpunkte an der Arbeit der Initiativen sei das Wecken und möglicherweise Enttäuschen sehr hoher Erwartungen bei den engagierten Mentoren. „Und ein möglicher Standpunkt ist, dass Freiwilligenarbeit dem Staat Verantwortung abnimmt, sodass dieser sich noch weniger in der Pflicht sehe, selbst für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen.“

Die Freiburger Bildungsbürgermeisterin Gerda Stuchlik (Grüne) vertritt auf dem Podium die öffentliche Seite, Uwe Bittlingmayer von der Pädagogischen Hochschule die wissenschaftliche Sicht und Joachim Diensberg berichtet als Rektor der Albert-Schweitzer-Schule II aus der alltäglichen Praxis. Mitveranstalter des Abends ist die Reinhold-Maier-Stiftung Baden-Württemberg.

Die Veranstalter freuen sich aber auch auf eine Diskussion mit dem Publikum, das nach einer von Alexander Winkler (SWR) moderierten Podiumsphase Fragen stellen soll.

Mehr dazu:

Was: Podiumsdiskussion „Mehr Bildungsgerechtigkeit durch Mentoring-Initiativen?“
Wann: Donnerstag, 7. November 2013, 20:15 Uhr, Einlass 20 Uhr
Wo: Audimax der Universität Freiburg, Kollegiengebäude II, Platz der Alten Synagoge