Donnerstag im KG I: Dia-Vortrag von Kai Bagus zu seiner Weltreise im Krankenfahrstuhl

Moritz Kraus

Von Freiburg nach Wladiwostok - und das in einem Krankenfahrstuhl: Kai Bagus, HIV-Positiv, ist um die Welt gereist, um auf die Themen HIV und AIDS aufmerksam zu machen. Was so ein Krankenstuhl eigentlich ist und was er gemacht hat, als in Sibirien der Vergaser versagt hat, erzählt der 48-Jährige Freiburger am Donnerstag in einem Dia-Vortrag in der Uni:

Kai Bagus war auf Weltreise - mit einem Krankenfahrstuhl. Das ist ein dreirädriges Moped, genauer gesagt, eine 50cc Duo aus der ehemaligen DDR. Bagus hat sie vor zehn Jahren gekauft: „Ich habe die damals gesehen und war hin und weg.“


Die Idee, eine Weltreise mit der Duo zu machen, hatte Bagus nach seinem Frankreichurlaub 2012. „Ich habe bei Google Maps geschaut, wie eine Mittelmeer-Tour aussehen würde. Als ich dann rausgezoomt habe, stand da ganz rechts 'Wladiwostok'. Ich dachte mir: Das ist ja gar nicht so weit!“ Sibirien habe ihn schon immer fasziniert.

Im April 2013 brach der 48-Jährige von Freiburg aus auf; über Ungarn und Rumänien nach Odessa in der Ukraine. Hier blieb er einen Monat. Seine Fahrt war damals auch eine Benefiztour für Caritas International. Zusätzlich fuhr er aber auch aus persönlichen Gründen - denn Kai Bagus ist HIV-positiv.

Seit 1998 weiß er von seiner Erkrankung. Mit seiner Fahrt wollte Kai Bagus die Aids-Schleife symbolisch um den Erdball legen. In Odessa besuchte er eine Einrichtung für aidskranke Kinder, für die er Spenden sammelt. Im Anschluss ging es quer durch Russland; mit einem Zwischenstopp in der Mongolei war er schließlich im September in Wladiwostok.

Ein Abenteuer sei so eine Reise allemal, denn man wisse nie was am nächsten Morgen sei, sagt Bagus. „Du fährst einfach los, und jeder Tag bringt neue Entscheidungen.“ Wenn er reist, legt Kai eine gewisse Unbekümmertheit an den Tag, denn einen Zeitplan hat er nicht - der schränke einen nur ein. Das wichtigste sei, immer die Ruhe zu behalten, insbesondere, wenn man irgendwo in der Pampa eine Panne hat. Gefährlich kann es so ganz alleine in der russischen Wildnis durchaus sein, dennder 48-Jährige nimmt sich nur im Fall von stürmischem Wetter mal ein Hotelzimmer - sonst campt er etwas abseits vom Straßenrand.

Ende April 2014 steht nun die zweite Etappe seiner Reise an. Von Wladiwostok aus will er seine Reise fortsetzen; von Sibirien aus fährt Kai Bagus nach Vancouver oder Seattle. Im Anschluss nach Los Angeles und von dort über die Route 66 nach Chicago. Bei seinen Stopps möchte er sich in die HIV-Community einbringen und Hilfegruppen besuchen. „Danach möchte ich irgendwo an die Ostküste, bevor ich in Rotterdam, Hamburg oder weiß-der-Geier-wo nach Europa übersetze“, sagt Bagus.

Kai Bagus' Anliegen ist es, als HIV-Positiver ein Zeichen zu setzen - vor allem gegen Diskriminierung und Stigmatisierung. Das wichtigste sei, die Themen HIV und Aids in die Öffentlichkeit zu bringen, denn seiner Meinung nach herrsche noch zu viel Halbwissen in der Gesellschaft. „Für mich persönlich ist interessant, wie in den verschieden Ländern mit Aidskranken umgegangen wird. In Russland zum Beispiel ist das sehr schwierig." Da habe er sich deshalb auch noch nicht geoutet.

Was er auf seiner Reise erlebt hat, erzählt Kai Bagus am Donnerstagabend um 19.30 Uhr in einem Dia-Vortrag im Hörsaal 1199 an der Uni Freiburg.