Donnerstag: Äl Jawala im Jazzhaus

Alexander Ochs

Seit vergangenen Freitag ist das neue Album von Äl Jawala draußen. Neben Balkanklängen strotzt es nur so vor Vielfalt: Reggae, Cumbia, Dub und sogar Soul vereint die Freiburger Combo auf "The Ride". Am Donnerstag spielt die Band im Jazzhaus.



„The Ride“
heißt das jüngste Werk der selbst ernannten Balkan Big Beats-Truppe, ihr fünftes insgesamt und zugleich ihr zweites Studioalbum. Hatte Äl Jawala als erstes drei Live-CDs in Folge herausgebracht, so wagten sie erst beim 2009 erschienenen „Asphalt Pirate Radio“ den Gang ins Studio. Diesmal ist es der Band noch mehr gelungen, das fantastische Live-Potenzial zackig auf Platte zu bringen.


Und Äl Jawala geht neue Wege, wie eigentlich immer schon, aber diesmal mit noch deutlicheren Ausfallschritten, wie zum Beispiel in Richtung Russian Folk, Soul, Ska und mit viel karibischen Klängen. Man könnte beim Hören der neuen Scheibe meinen, der Balkan liege auf Jamaika. Außerdem sind wieder Gastsänger an Bord, zum einen der Bremer Soulman Flo Mega mit der Reggaenummer „Backstabbers“ und der Emmendinger Russe Roman Zaytsev. „Die Arbeit mit den Gästen war sehr inspirierend. Gerade den Sängern haben wir sehr viel Freiheit gelassen, und das hört man“, ist Perkussionist Markus Schumacher überzeugt.

  Und sogar die Jawalas singen erstmalig selbst mit. Darüber hinaus bringen Gastmusiker wie Wolfgang Zumpe neue Klänge ins Spiel, er tupft mit Trompete und anderen Blechbläsern warme Klangfarben hinzu. Produziert hat „The Ride“ Umberto Echo aus München, aufgenommen wurde im Studio von Ex-Reamonn-Bassist Philipp Rauenbusch. Sie haben es geschafft, das explosive Live-Potenzial der Band auch im Studio richtig zur Entfaltung zu bringen.

„Es war erklärtes Ziel, mehr unserer Live-Energie einzufangen. Viele Songs wurden daher in Gruppen live eingespielt, und manche Stücke sogar gleichzeitig mit der kompletten Band. Bei der letzten Produktion haben wir das immer fein säuberlich getrennt, um mehr Möglichkeiten bei der Nachbearbeitung zu haben“, erläutert Markus Schumacher die Herangehensweise. „Wir sind also mehr Risiko bei den Aufnahmen eingegangen, haben uns mehr Zeit mit der Auswahl der Instrumente gelassen, um danach weniger am Sound schrauben zu müssen.“

Dabei sind sich Äl Jawala treu geblieben: Eine Vorliebe für Reggae hatten die Musiker immer schon, und ihr Stilmix wirkt mal wieder wie aus einem Guss. Da werden scheinbar disparate Elemente zu einem harmonischen Ganzen verschmolzen. Und dass die Band sozusagen auf der Straße groß geworden ist, unterstreichen sie mit diesem Album: Das Cover von „The Ride“ zeigt einen schönen Bus, zusammengebaut aus Audio-Komponenten, ein rollender Ghettoblaster.

Die Fahrt kann beginnen: Gerade haben Äl Jawala ein Konzert beim renommierten Jerash Festival in Jordanien gespielt; im Oktober sind sie zwölf Tage lang durch China getourt. Am Donnerstag macht der Jawala-Bus mit Gastvokalist Roman Zaytsev an Bord Halt im Jazzhaus.

 

Video Äl Jawala: The Ride - Making Of

Quelle: Vimeo


Video Äl Jawala: Blast Your Ghetto, Live im E-Werk

Quelle: Vimeo

Mehr dazu:

  Was: Äl Jawala
Wann: Donnerstag, 17. November 2011, 20 Uhr
Wo: Jazzhaus
Eintritt: 13 Euro plus Gebühren (Vorverkauf), 17 Euro (Abendkasse)   [Bilder: Promo]