Don Nino im Swamp: Ein denkwürdiger Auftritt

Christian Beller

Vergangenen Dienstag weihte Nicholas Laureau nicht nur mit Don Nino sondern auch mit seinem Zweitprojekt NLF im Swamp die nagelneue Bühne ein. Christian war dabei.



Es ist ein kühler Dienstagabend in Freiburg. Schätzungsweise 30 Leute haben sich eingefunden als gegen 22 Uhr die nagelneue Swamp-Bühne eingeweiht wird. Unweigerlich werde ich daran erinnert, dass Don Nino, a.k.a Nicholas Laureau, zwei Jahre zuvor ebenfalls vor einem relativ kleinen Publikum spielen musste, als er beim Primavera Sound Festivals in Barcelona die „French Stage“ eröffnet hat, auf der nach ihm weitere französische Pop-Größen wie Coralie Clement, Bertrand Betsch, Dominique A, Françoiz Breut oder M83 aufgetreten sind.


Damals hatte er eine ganze Schar von Musikern um sich gereiht um seine ganz eigene Mischung aus Anti-Folk und neuem französischem Chanson vorzutragen, die auf seinem zweiten Album „On The Bright Scale“ zu hören ist.

Heute teilt sich Nicolas Laureau die Bühne nur mit einem Schlagzeuger und es überrascht zunächst, dass der Hauptact des Abends nicht sein Solo-Projekt Don Nino sondern das als Support angekündigte NLF3 Trio zu sein scheint.



Zuerst also Don Nino. Auf seinem aktuellen Album „Mentors Menteurs!“, das diesen Freitag erscheinen wird, hat er sich ganz seiner Kindheit und Jugend gewidmet und ein Album fast ausschließlich mit Cover-Versionen aufgenommen, Songs die ihn im Alter zwischen 7 und 17 geprägt haben. Ähnlich wie Cat Power auf ihrem Cover-Album, macht er sich selbst größte Gassenhauer wie „Kiss“ oder „Like A Virgin“ zu eigen und wagt sich an so unterschiedliche Künstler wie Syd Barrett, Serge Gainsbourg oder The Cure heran.

Auch live besteht das Set aus einer bunten Mischung eigener Songs und den Interpretationen der neuen Platte. Ob man einem perfekten Popsong wie „A Day In The Life“ noch neue Seiten abgewinnen kann sei mal dahingestellt, aber dafür ist die neue Version von „Expressway to Yr. Skull“ von Sonic Youth umso besser. Vorallem live haben die Songs eine viel größere Wucht, als man das von den eher ruhigen Platten gewohnt ist. Auf alle Fälle ein denkwürdiger Auftritt.

Als das Don Nino Set beendet ist, gibt es eine kleine Pause, bevor es mit Verstärkung als NFL3 Trio weitergeht. Den etwas düsteren, repetitiven und jazzbeeinflussten Post-Rock der Band kann man wohl am ehesten mit der Musik von Tortoise vergleichen und so wundert es auch kaum, dass die Band vor 3 Jahren dazu eingeladen wurde den Stummfilm-Klassiker  „Qué Viva México!“ mit ihrer Musik zu untermalen.

Gerne wäre ich bei so einer Kinovorführung mit Live-Musik dabei gewesen, aber so war’s natürlich auch sehr gut. Und falls sie mal wieder nach Freiburg kommen sollten, wäre es schön, wenn das Publikum etwas größer wäre.



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