Dogster - MySpace für Hunde

Sophia Spillmann

Dogster ist sowas wie myspace für Hunde. Oder vielmehr ein Austauschort für Hundebesitzer. Wer vernarrt ist in seinen Hund, mit ihm spricht, seine Gedanken zu erraten sucht, ihn den ganzen Tag lang päppelt, kämmt und hätschelt, für den ist die Internetseite dogster ein Paradies. Sophia hat sich eingeloggt.



Da ich selbst einen Hund habe, bin ich prädestiniert dafür, mich ernsthaft mit einem login bei Dogster zu beschäftigen. Luna wurde am 19. Februar Mitglied der Seite. Die User setzen Bilder und Videos von ihren Hunden online, erstellen ein Hundeprofil und schreiben Hundetagebücher, selbstverständlich aus der Sicht des Tiers.


Es gibt zahlreiche Hundeforen, in denen die Halter sich über ihre Lieblinge und deren Gewohnheiten austauschen können. Mein Hund Luna wurde Mitglied in den Gruppen: „Squirrels! und alle anderen kleinen Tiere, die wir gerne jagen“, „Süßeste Hunde der Welt“, „Gegen Tierquälerei“ und „Wasserhunde“.



Ich erstellte ein Profil für sie mit Biographie und so weiter und nahm es sogar auf mich, einen möglichst kitschigen Tagebucheintrag zu verfassen, um authentisch zu wirken. Mein Hund ist wirklich der tollste der Welt und ich gebe zu, mit ihm manchmal beim Spazierengehen heimlich zu reden. Aber trotzdem war dieser Hundewahnsinn auf dogster.com irgendwie zu viel für mich. In den Foren gab es teilweise nützliche Diskussionen über Fütterung und medizinische Belange, ansonsten empfand ich dogster aber als Zeitverschwendung.

Die Hundetagebücher sind beim ersten Lesen witzig, nach einer Weile aber ziemlich befremdlich. Zwei Kostproben: „meine Mami ließ mich mit dem Mann im weißen Kittel zurück und ich weinte wie verrückt..."; „aber am nächsten tag kam sie wieder und wir schliefen zusammengekuschelt in ihrem bett ein“.



Es gibt auch einige Hunde, die bereits verstorben sind und deren Besitzer sich dort immer noch tummeln und Tagebücher aus der Hundeperspektive im Himmel schreiben. „Ich schaue hinunter uns sehe Mami, sie weint den ganzen tag wegen mir… ich würde ihr gerne zubellen und ihr die Pfote geben“. Für ehemalige Hundehalter existiert auch ein Forum, in dem man sich den Kummer von der Seele schreiben kann. Das kann ich nun wieder ganz gut nachvollziehen, da mein eigener Hund vor kurzem schwer krank war und ich den Eindruck gewann, dass tierlose Personen die Trauer einfach nicht nachvollziehen können, die einen beim Verlust des geliebten Tiers überkommt.



Fazit: dogster.com ist eine gut aufgebaute, nett ausstaffierte Seite. Da die Gründer aus San Francisco kommen, kommuniziert man auf englisch, die meisten user sind Amerikaner.

In dem knappen Monat, den ich bei dogster registriert war, hatte ich nicht sonderlich oft das Bedürfnis, die Seite aufzurufen, aber vielleicht geht es ja anderen Hundehaltern anders.