Dog Dancing: Wenn Hund und Herrchen tanzen

Anna-Lena Zehendner

Elf Frauen stehen in einer Reihe auf der Wiese, jede einen Hund an ihrer Seite. Sie warten auf das Kommando von Hundetrainerin Elvira Knöbel. Dann schallt Musik aus den aufgestellten Boxen: "Wake me up before you go go", von Wham. Die Schlange setzt sich in Bewegung. Es ist Dienstagabend. Da ist in der Hundeschule Conny 'Dog Dancing' angesagt.



Beim Dog Dancing bewegen sich Mensch und Hund in einer Choreographie zur Musik, alleine oder in der Gruppe. Dabei wird das grundlegende „Bei-Fuß-Gehen“ mit speziellen Kunststücken, wie Beinslalom, Rückwärts gehen oder Drehungen vereint. Mit kleinsten Körpersignalen, verbalen Kommandos und natürlich jeder Menge Leckerlis lenkt das Herrchen die Bewegungen des Hundes. Auch bei der aktuellen Choreo der Dog Dancing-Gruppe aus Hartheim kommt es zu einem neuen Kommando. Fast unauffällig bekommen die Hunde das Signal für „Bleib“.


Laura Weber
hat mit ihrem Jagdhundmischling Kia erst vor drei Monaten mit dem Dog Dancing angefangen. „Ich bin fast ein Jahr in der Hundeschule", sagt sie. „Vor dem Dog Dancing war ich mit Kia in der so genannten offenen Lerngruppe.“ Seit Laura den Führerschein hat, fährt sie jeden Dienstag von Müllheim in die Hundeschule Conny nach Hartheim.

Der fünfjährigen Hündin Kia tut der regelmäßige Ausgleich gut. Aber auch für die Hundebesitzer ist das Tanzen mit dem geliebten Vierbeiner spaßig und durchaus nützlich. Schließlich soll der Hundesport, der in Amerika seinen Ursprung hat, die Bindung zwischen Mensch und Tier stärken und sich positiv auf deren innere Ausgeglichenheit auswirken. „Gerade für Kia ist das Training ideal,“ sagt die 19-jährige. „Dadurch wird ihr Jagdtrieb in Zaum gehalten, denn sie wird hier gefördert und ausgelastet. Beim Spazierengehen zu Hause ist sie so oft viel entspannter und kommt nicht auf blöde Gedanken abzuhauen oder einem Tier hinterher zu jagen.“



Während die Vierbeiner brav auf ihre Frauchen warten, bewegen diese sich mehr oder weniger rhythmisch zur Mitte hin. Es folgt eine galante Drehung, um schließlich auf selbigem Wege zu ihrem wartenden Hund zurückzukehren. Kia nimmt das verdiente Leckerli schwanzwedelnd entgegen. Beim anschließenden „In der Reihe“- Laufen muss Laura ihre Jagdhündin aber wieder an der Leine führen. „Das Training ist für mich manchmal sehr anstrengend, da es schwierig ist Kia das Kommando Fuß beizubringen“, sagt die junge Hundebesitzerin. „Hier beim Hundetraining versteht sie das ganz gut, aber außerhalb des Hundeplatzes klappt das noch nicht so optimal.“

Vor allem bei Kia scheint der Beutel an Lauras Hüfte, gefüllt mit feinen Hundesüßigkeiten, große Wirkung zu zeigen. Ein Grund, warum es mit dem „Bei-Fuß-Gehen“ in der Hundeschule so gut klappt. Die Leckerlis sind letztlich bei allen Hunden der Schlüssel zum Trainingserfolg.

Die Choreographie zu „Wake me up before you go go“ naht sich dem Ende. Besitzer und Hunde haben sich wieder in der Ausgangsposition eingefunden. Die Reihe bewegt sich in eine Richtung zur Musik, wendet gekonnt, läuft noch einige Schritte, bis die elf Frauchen und ihre Hunde schließlich zum Stehen kommen. Dann gibt's eine Runde Leckerlis für alle tanzenden Hunde.

Dog Dancing zu Whams 'Wake me up before you go go!

Quelle: YouToube [youtube swRXVnww9Bo nolink]

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