Doch kein Techno-Bunker: Ordnungsamt fordert Unterlassungserklärung

Marius Notter & Simone Höhl

Die Ankündigung, dass ein Techno-Bunker in Mooswald eröffnen soll, hat für große Irritation gesorgt – vor allem bei Hausbesitzer und Behörden, die von nichts wussten. Das Ordnungsamt fordert vom Betreiber der "Diamond-Shisha-Bar", in dessen Räumen der Club eingerichtet werden sollte, eine Unterlassungserklärung. Der Shisha-Bar-Wirt zeigte sich von all dem überrascht:



Der Freiburger DJ Sven Dietz hat gegenüber fudder und der BZ angekündigt, im November den „Diamond Techno Bunker“ aufzumachen. In einem umgebauten Raum der früheren Holzfäller-Kegelbahn an der Linnéstraße solle jedes Wochenende harter Techno laufen. Die Nachricht hat eingeschlagen – wenn auch anders als gedacht.


Der Hauseigentümer wusste von nichts: „Absolut ohne meine Kenntnis und gegen meinen Willen“, sagt Urban Keller. Ohnehin sei das Vorhaben chancenlos. Nachbarn waren alarmiert und wandten sich an die Ratsfraktionen Freiburg Lebenswert und SPD, die so wenig davon wusste wie der Bürgerverein. Die Fraktionen fragten im Rathaus nach Genehmigungen, Auflagen, Infos. „Da leben auch Leute“, so SPD-Stadtrat Stefan Schillinger. „Und unser Problem sind zu wenige Wohnungen und nicht zu wenig Techno-Läden.“

Auch die Stadtverwaltung erfuhr vom Techno-Bunker erst durch die Medien. Es gab keinen Antrag, weder beim Baurechtsamt noch beim Amt für öffentliche Ordnung, sagt Rathaussprecherin Edith Lamersdorf. Genehmigt sei die Bar als Schank- und Speisewirtschaft. Eine Disco ist nicht erlaubt; nur ein Dutzend Tanz- und Musikveranstaltungen im Jahr. Sie sind fast ausgeschöpft.

Kurios: Das Ordnungsamt war vor wenigen Tagen zur Begehung im Diamond. Nun läuft eh ein Verfahren gegen den Betreiber, bestätigt Lamersdorf auf Anfrage, weil unter anderem zu bemängeln war, dass im großen Raum der Shisha-Bar nicht geraucht werden darf. Dazu braucht es ein Nebenzimmer. Vom Techno-Plan wussten die Mitarbeiter des Amts noch nichts, und den im Umbau befindlichen Raum der weitläufigen früheren Kegelanlage bekamen sie nicht zu sehen.

Es gibt gar keinen Vertrag

Nach dem Techno-Club und der Wendung gefragt, lädt Shisha-Bar-Betreiber Mahmut Kunduru die BZ gleich zum Ortstermin. „Ich weiß von nichts“, sagt der Pächter, die Sache mit dem Techno-Bunker sei so nicht abgesprochen gewesen. Er und DJ Dietz hätten über eine Party im Monat geredet und auch keinen Vertrag. „Das geht doch nicht hier, ich müsste erst das Amt fragen, und wir haben viele Nachbarn“, sagt Kunduru.

Von der Baustelle, die auf Dietz’ Facebookseite „Diamond Techno Bunker“ zu sehen ist, erwähnt er nichts. Fotos zeigen eine rund 350 Quadratmeter großen, abgetrennten Raum, „Techno“ steht an einer Säule. „Wir bauen um, ok“, räumt Kunduru ein: Aber dort sollten Essen stattfinden und eine Party im Monat.

„Geplant waren drei Techno-Partys pro Monat im neuen Raum“, sagt dagegen Sven Diez. Kunduru sei an ihn herangetreten, „sonst hätten wir das ja nicht gemacht“. Die Partys sollten im regulären Diamond-Betrieb stattfinden, er und Kunduru wollten einen Untermietvertrag abschließen, dazu sei es aber nie gekommen, sagt der DJ.

Trotzdem baute er um und informierte auf Facebook über die Fortschritte, zuletzt am 2. Oktober. „Ich habe vor allem gestrichen, Brandschutz ausgebessert und Reparaturen vorgenommen“, sagt er. Diez will nächste Woche prüfen, ob eine Nutzung als Club doch möglich wäre, und ansonsten eine Party im Monat veranstalten.

Das Ordnungsamt hat bereits vom Bar-Betreiber verlangt, bis 16. Oktober zu erklären, keinen Techno-Club einzurichten. Sonst gibt’s eine Untersagung samt Verwaltungsgebühr von etwa 200 Euro. Die Frist für die bemängelten Punkte in der Bar selbst läuft bis 21. Oktober.

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[Foto: Michael Bamberger]