Doch kein Skate-Park auf dem Karlplatz - vielleicht aber auf dem Dietenbachgelände

Simone Höhl

Der Karlsplatz ist als Standort für einen Skate-Park aus dem Rennen. Jetzt prüft die Stadtverwaltung das Dietenbachgelände. Und die Skater? Die sehen's anscheinend positiv.



Das lange Hin und Her um einen Skatepark ist um eine Wendung reicher: Der zentrale Standort auf dem Karlsplatz ist vom Tisch. Nachdem Nachbarn früh dagegen Einsprüche erhoben haben, müsste für die Skateanlage der Bebauungsplan von 1966 geändert werden, was weitreichende Folgen hätte: Da inzwischen der Lärmschutz verschärft ist, wäre das gleichzeitig das Aus für die Busparkplätze auf dem Karlsplatz gewesen, informierte Baubürgermeister Martin Haag in einem internen Schreiben an den Gemeinderat. Für die Skater prüft die Stadtverwaltung jetzt stattdessen den Dietenbachpark.


Schon lange gab es immer wieder Vorstöße für eine zentrale Anlage zum Skateboarden, es scheiterte an Geld und Standort. Die Jugendinitiative Skatement sammelte schließlich im Jahr 2009 Unterschriften, zwei Jahre später schlug das Garten- und Tiefbauamt mögliche Standorte vor, zudem meldete sich ein Sponsor für das Projekt. Bald schien dann der Karlsplatz gesetzt, vergangenes Frühjahr sollte der Bau ursprünglich beginnen. Daraus wurde nichts.

Das Thema waren Lärmspitzen, erklärte am Dienstag Martin Leser, der stellvertretender Leiter des Garten- und Tiefbauamts. Das sah im Stadtgarten noch einen potenziellen zentralen Standort. Aber auch da wären Wohngebäude von Lärm betroffen, wenn auch weniger, erklärte Leser. Die Initiative Skatement habe nun den Dietenbachpark ins Spiel gebracht. "Das können wir uns vorstellen", sagte Leser zuversichtlich. Doch der Standort müsse erst gründlich geprüft werden, auch was den Lärm anbelangt, und das Ganze mit den Akteuren vor Ort besprochen werden: "Wir sind noch total in den Anfängen." Daher gebe es weder Kostenberechnung noch Zeitplan.

Vom Bebauungsplan her spricht jedenfalls nichts dagegen. Im Dietenbach gibt es bereits andere Sportanlagen, darunter den "Dirt-Park" für BMX-Räder und eine frühe Halfpipe, die allerdings in die Jahre gekommen ist.

Der Park westlich von Weingarten hat schon Fans: "Dietenbach hat ein positives Feedback aus der Szene", sagte Aaron Ammann von Skatement. "Lieber etwas außerhalb und dafür weniger Barrieren." Der Standort sei ganz gut mit Straßenbahn und Rad erreichbar. "Man wünscht sich natürlich immer was Stadtnahes, Bequemes", erklärte der 28-jährige Skater, "aber die meisten fahren sowieso mit dem Zug nach Emmendingen oder Waldkirch, weil es in Freiburg nichts Gescheites gibt." Die Anlage beim Haus der Jugend sei zwar großartig, aber nur an Schultagen bis 19 Uhr nutzbar.

Die Skater hoffen nun. Sie wünschen sich, dass das Prüfverfahren gut läuft und der Bau des Skateparks nächstes Frühjahr losgehen kann. Von der Stadtverwaltung fühlen sie sich gehört, sagte Ammann: "Die klemmt sich wirklich dahinter."

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[Foto: Thomas Kunz]