Dizzler, Imeem und Co.: Kostenlose Musik im Netz

Christoph Müller-Stoffels

Musik, frei verfügbar im Internet, das ist nicht neu. Oft ist es aber entweder mit Kosten verbunden oder illegal, sich die Inhalte verfügbar zu machen. Über einige Websites kann man allerdings kostenlos und legal auf die Musik zugreifen. Dizzler.com ist eine davon. Wir haben sie uns angeschaut und erklären, wie das funktioniert.



Eigentlich ist es müßig, über Quellen der Musikbeschaffung im Internet zu berichten, denn inzwischen weiß jeder halbwegs findige Computernutzer, wie er an Nachschub auf der Festplatte kommen kann. Da diese Wege allerdings entweder illegal oder mit Kosten verbunden sind, sucht, wer nicht zahlen, aber auch nicht mit dem Gesetzgeber in Konflikt geraten will, immer wieder nach Auswegen aus dem Dilemma.


Natürlich mangelt es auch an den Auswegen nicht, und so ist Dizzler.com auch nur eine von verschiedenen Möglichkeiten. Das 2006 gegründete Unternehmen mit Sitz in Scottsdale, Arizona, erlaubt es, über die Website kostenfrei und legal Musik, Videos und Songtexte abzurufen und online zu hören.

Um dabei nicht gesetzeswidrig zu handeln, erlaubt Dizzler keine Downloads oder File-Sharing von Copyright-Material. Dizzlers Philosophie ist ebenso simpel wie zeitgemäß. Der Schutz geistigen Eigentums, so das Unternehmen, sollte nicht als Bremse für technologische Innovationen fungieren. Außerdem müssen sich Urheber und Copyright-Inhaber den neuen Gegebenheiten stellen, die die Veränderungen des digitalen Zeitalters mit sich bringen. Dizzler bietet an, dabei mit ihnen zusammen zu arbeiten und nicht gegen sie.

Wie ernst dieses Angebot gemeint ist, sei dahin gestellt. Allerdings ist es auch in Dizzlers Interesse, dass die Rechtssituation geklärt wird und sie nicht zur Zielscheibe für Schadenersatzklagen werden, wie das ähnlichen Diensten passiert ist. Besonders nicht bezahlte Autorenhonorare stellen dabei ein Problem dar. MySpace nahm aus diesem Grund die Player von Playlist.com aus ihrem System.

Die Software von Dizzler sucht im Netz nach frei verfügbaren Versionen des gesuchten Titels, verschlüsselt die Links zu Websites von Dritten und verhindert so, dass Dizzler-User dem eigentlichen Datenpfad folgen und downloaden, kopieren oder Filesharing betreiben können.

Was Dizzler und co. auf jeden Fall anstoßen, ist die Frage, wie in Zukunft mit künstlerischen Inhalten im Internet umgegangen werden soll. Illegale Downloads sind ebenso ungerecht den Künstlern gegenüber, wie die Preisvorstellungen der Medienunternehmen abwegig sind. Und wenn bei der Suche nach einem neuen Weg wie bei Dizzler das Ziel ausgerufen wird, einen Platz zu schaffen, wo Musikbegeisterte ihre Leidenschaft mit anderen teilen können, ohne dabei von Adware oder Spyware belästigt zu werden, kann man das eigentlich nur begrüßen.

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