Diskussion am Dienstagabend in der Fabrik: Wird Naziterror in Deutschland bewusst nicht aufgeklärt?

fudder-Redaktion

"Gibt es eine Struktur des Nicht-Ermittelns im Umfeld von Naziterror?" – um diese Frage geht es am Dienstagabend bei einem Film mit Podiumsdiskussion in der Fabrik.

Vor genau zehn Jahren, am 25. April 2007 wurde in Heilbronn die Polizistin Michèle Kiesewetter, ermordet.

"Für den Generalbundesanwalt [ist sie] ein Zufallsopfer des "Nationalsozialistischen Untergrunds" ("NSU"), schreiben die Veranstalter. "Dafür fehlt der Beweis und Fakt ist: Der "NSU" plante die Morde akribisch." Auch beim Oktoberfest-Attentat 1980 wurde der Töter vom damaligen Generalbundesanwalt zum psychisch labilen Einzeltäter erklärt und seine Verbindung zur Naziszene ignoriert.


Über die Frage, ob Naziterror in Deutschland bewusst nicht aufgeklärt wird, diskutieren unter der Moderation von BZ-Redakteurin Kathrin Ganter:
  • Ulrich Chaussy, Journalist, der seit 1980 zum Oktoberfest-Attentat recherchiert und die Arbeit der deutschen Sicherheitsbehörden hinterfragt.
  • Dorothea Marx, Vorsitzende des 2. Thüringer Untersuchungsausschusses zum "NSU", der die Ermittlungsarbeit zum "NSU" in Thüringen durchleuchtet.
  • Peter Ohlendorf, Autor des Films "Blut muss fließen" und Initiator des Rechercheprojekts "Heilbronn-Komplex" zum "NSU".
Vor der Diskussion läuft eine Kurzfassung des investigativen Dokumentarfilms "Blut muss fließen" – Undercover unter Nazis. Der Film zeigt konspirative Nazi-Konzerte, in denen junge Leute radikalisiert werden.
  • Was: Sabotage durch Sicherheitsbehörden – "Gibt es eine Struktur des Nicht-Ermittelns im Umfeld von Naziterror?"
  • Wann: Dienstag, 25. April 2017, 20 Uhr
  • Wo: Fabrik, Habsburgerstraße 9