Discobesucher hat Blackout nach KO-Tropfen

fudder-Redaktion

In einer Disco im Markgräflerland wurden einem 26-jährigen Discobesucher am vergangenen Wochenende unbemerkt KO-Tropfen in sein Trinkglas geschüttet. Der Mann hatte elf Stunden lang ein Blackout, ein Arzt stellte Benzodiazepine fest.



Der 26-jährige hatte sich mit einem Freund am Sonntagmorgen, 6. Juni 2010, zwischen 2:30 Uhr und 3:30 Uhr in einer Disco im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Müllheim aufgehalten.


Die Polizei vermutet, dass der Täter dort eine Droge in das alkoholische Getränk des Opfers gemischt hat, woraufhin der junge Mann die Besinnung verloren hatte. Er wurde schließlich in ein Taxi gesetzt und nach Hause gefahren. Etwa elf Stunden später erwachte er ohne Erinnerung an den Aufenthalt in der Discothek wieder. Ein Arzt testete 30 Stunden nach dem Besuch der Disco das Blut des Opfers und stellte einen deutlich erhöhten Wert von Benzodiazepine, einem Narkosemittel, fest. Laut Aussage des Arztes war die Menge des verabreichten Mittels lebensbedrohlich.

Auch heute noch, fast zwei Wochen später, spürt das Opfer Nachwirkungen der Betäubung. Er hat Kreislaufproblemen und hat daher Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung durch Vergiftung erstattet.

Die Polizei vermutet, dass es sich bei der Droge um GHB, auch Liquid Ecstasy genannt, gehandelt haben könntte. Sie verweist darauf, dass die flüssige Designer-, Party- oder Clubdroge oft in Kombination mit Alkohol verabreicht wird, da die Opfer eine Beimischung nicht schmecken können. Die Polizei rät daher unbedingt davon ab, sein Getränk unbeaufsichtigt stehen zu lassen.

Jeder Mensch reagiert auf GHB anders. Als Nebenwirkungen sind unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerz, Krämpfe, Depressionen, totaler Gedächtnisverlust und Ohnmacht bis hin zum Tod durch Atemlähmung bekannt. Bei einer Überdosierung oder in Kombination mit Alkohol wird die Atmung lebensbedrohlich bis tödlich herabgeregelt. Es besteht daher das Risiko, dass das bewusstlose Opfer keine medizinische Hilfe mehr anfordern kann.

Sollten sich Zeugen oder der Taxifahrer an den Vorfall erinnern, insbesondere wie die Droge in das Getränk gemischt wurde, sollen sich diese beim Polizeiposten Heitersheim, unter der Telefonnummer 07634.50710, melden.

[Bild: Polizei Müllheim]

Mehr dazu: