Dinge, die ein Hipster braucht

Manuel Lorenz

Jede Subkultur hat ihren Dresscode, ihre Lieblingsgetränke und Accessoires. Diese sieben Sachen muss ein Hipster unbedingt haben:



Skinny Jeans

Was dem Hippie die Schlaghose und dem Rapper die Baggy Pants sind dem Hipster die Skinnies –  eng anliegende  Jeans oder Stoffhosen, die an den Knöcheln gerne zwei-, dreimal umgeschlagen werden. Sie lassen die eh schon überdünnen Hipsterbeine noch dünner aussehen. Lieblingsmarke: immer noch Cheap Monday.

Vollbart

Achtung: Der 80er-Jahre-Porno-Schnauzbart war gestern. Hipster, die was auf sich halten, lassen sich einen Vollbart im Stile salafistischer Hassprediger wachsen. Dieser wirkt zwar wild und ungepflegt; tatsächlich steht aber jedes Haar an seinem Platz – wie in einem englischen Garten.

Rennrad

Ein paar Sommer lang cruiste der Hipster auf einem Longboard durch die Straßen. Jetzt sieht man ihn vorzugsweise auf alten,  hergerichteten Rennrädern. Italienischer Rahmen, Brooks-Sattel, Lenkerbänder aus Leder. Hartgesottene stellen sich ein Fixie in ihre Altbauwohnung – ein Fahrrad ohne  Gangschaltung, Rücktritt und Bremsen.

Club-Mate

Das Lieblingsgetränk des Hipsters ist und bleibt Club-Mate – ein alkoholfreies Erfrischungsgetränk auf Basis der Mate-Pflanze mit fast doppelt so viel Koffein wie Coca-Cola. Dies zeigt des Hipsters Affinität zur Nerdkultur, die die sogenannte Hackerbrause als erstes für sich entdeckt hatte. Der Hipster schätzt auch Heißgetränke auf Espressobasis. In der Schweiz fährt er auf Energydrinks à la Red Bull ab.

Hornbrille

Seit Anti-Hipster wie Guido Westerwelle sie tragen, ist die Hornbrille in Verruf geraten. Das wird diejenigen Hipster freuen, die nie auf sie angewiesen waren und eh immer nur Fensterglas trugen. Alle anderen müssen jetzt auf Kontaktlinsen umsteigen. Immerhin: Für den Sommer  bleiben ihnen bunte Wayfarer.

Stoffbeutel

Eigentlich hat der Stoffbeutel ausgedient, aber noch hält er sich hartnäckig – bedruckt mit ironischen Sprüchen und infantilen Zeichnungen. Ob der Turnbeutel, der sich anschickt, ihm nachzufolgen, genauso beliebt wird, ist noch unsicher. Vielleicht erinnert er allzu sehr an unliebsame Schulsportstunden. Gerüchten zufolge will der Hipster demnächst Schulrucksäcke der italienischen Firma Invicta gentrifizieren.

Fotoapparat

Polaroid, Lomo oder Opas Leica mit Lederetui: Der Hipster liebt analoge Fotoapparate. Ironischerweise macht er gleichzeitig intensiven Gebrauch von der Smartphone-App Instagram, mit der er Filter über die Fotos legen kann, die sie um Jahrzehnte altern lassen. Mit Digitalkameras schießt der Hipster Fotos für sein Modeblog und dreht Filme, die er dann auf Vimeo hochlädt.

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  • fudder: http://fudder.de titel="">Ich steh' dazu: Ich bin ein Hipster
[Illustration: Karo Schrey]