Löwenburg

Dieses junge Filmteam will einen One-Shot-Kurzfilm in Freiburg drehen

Lea Messerschmidt

Von der Idee bis zum Kurzfilm: Ein junges Freiburger Kollektiv dreht unabhängig einen Kurzfilm und ließ fudder hinter die Kulissen schauen. Der Film will die persönliche Entwicklung der Protagonistin in einer Krisensituation zeigen.

Vor einem knallgrünen Familienhaus stehen drei Fahrräder. Der Flur ist klein und neben der bunten Fußmatte stehen fünf Paar Schuhe in verschiedensten Größen. An der Wand hängen Fotos einer jungen Familie und selbstgemalte Bilder der Kinder.


Dass hier in den nächsten Wochen der Kurzfilm "Löwenburg" entsteht, ahnt man auf den ersten Blick nicht. Regisseur Jonas Thielcke (22) erzählt, das Haus gehöre der Familie eines Freundes, die so nett gewesen sei, es für das Filmteam zur Verfügung zu stellen.

Das steckt hinter dem Film "Löwenburg"

"Die Idee zu dem Film hatte ich schon vor einem Jahr, aber erst vor ein paar Wochen hatte ich die konkrete Drehbuch-Idee. Darauf hin habe ich es geschrieben", sagt Regisseur Jonas Thielcke. Er arbeitet in der Filmbranche und organisiert einige Drehs. Danach hat er über das Freiburger Kollektiv Blackwood Films nach Schauspielerinnen und Schauspielern gesucht. Aber auch nach Menschen, die Lust hätten, bei dem Film mitzuwirken.

Maxima meldete sich daraufhin. Die Zehntklässlerin hat bereits Bühnenerfahrung im Theater sammeln können. Luis spielt in dem Kurzfilm ihren jüngeren Bruder. Er wurde in der Schule gefragt, ob er Lust hätte, an dem Film teilzunehmen. Der Junge gibt gerne Tipps und bringt kluge Ideen mit ans Set. Achim spielt in dem Film einen Mann, der probiert, in das Haus der Kinder einzudringen. Auch er hat bereits Schauspielerfahrung. Er hat seine Ausbildung an einer Freiburger Schauspielschule gemacht und ist Teil der Schauspielgruppe Freistil. Das Team besteht neben der Schauspielerin und den Schauspielern aus 20 weiteren Personen, wie der Szenenbildnerin Neele, die auch noch zur Schule geht und im nächsten Jahr ihr Abi macht.

Die Story

Samira ist mit ihrem jüngeren Bruder Linus alleine zu Hause. In der Nacht hört sie seltsame Geräusche und sieht, dass ein Mann probiert, in das Haus einzudringen. Sie versucht, Linus von der Situation abzulenken. "Der Kurzfilm ist sehr spannend und manchmal auch unheimlich, aber in erster Linie zeigt er die Entwicklung der Protagonistin und wie diese an der Situation wächst", erzählt Jonas.

Die Probe

fudder war bei der ersten der drei Hauptproben dabei. Diese fand in dem Familienhaus, das auch später der Drehort sein wird, statt. Die drei Schauspieler sind durch ihr Skript gegangen und haben, zunächst sinngemäß, den Inhalt geübt. Dabei hat Regisseur Jonas darauf geachtet, dass die Probe so flüssig wie möglich war, wenn auch der Text nicht eins zu eins zu dem Drehbuch passte. Es ging darum, ein Gefühl für den Ablauf zu bekommen und die Wege in den Fluren des Hauses, die die Schauspielenden im Kurzfilm ablaufen müssen, zu lernen. Der Kurzfilm wird in einem Stück, also ohne Unterbrechungen, gedreht werden, deshalb ist es umso wichtiger, dass die Schauspielerin und die Schauspieler wissen, wann sie sich wo aufhalten sollen, um nicht der Kamera im falschen Moment in die quere zu kommen.

Wenn Sätze, die im Skript standen, weniger flüssig von den Lippen gingen, haben die Darsteller in Absprache mit Jonas diese geändert. Neele, Szenenbildnerin, macht sich derweil Notizen in ein kleines Buch, um alle Requisiten, die für den Film nötig sind, im Blick zu halten.

Der Dreh

Das Freiburger Kollektiv Blackwood Films ist eine Gruppe von Studierenden und Schülerinnen und Schülern, die sich für unabhängige Filmdrehs trifft. Jonas half bereits bei mehreren Produktionen mit und leitete auch einige. Für das Schreiben des Drehbuchs, die Proben und das Nachbearbeiten des Films plante er ungefähr einen Monat ein. Im Oktober soll der Film wahrscheinlich fertig sein. Der Dreh wird ohne Schnitt gemacht, das heißt, dass das Kamerateam in einem durch dreht und die Schauspieler keine Pause zwischendurch haben. Deshalb gelten solche Produktionen als besonders anspruchsvoll. Im Nachhinein werden Farb- und Soundeffekte hinzugefügt. Die Filmmusik kommt von einem Nachwuchskomponisten, der mit Jonas befreundet ist. Nachdem der vermutlich 12-minütige Kurzfilm bei Film Festivals gespielt wird, soll dieser im Kommunalen Kino gezeigt werden.

So kann man das Team unterstützen

Die Produktion wird zum Teil durch Ersparnisse finanziert. Jedoch sind die Kosten für die Technik-Miete mit Licht und Kamera sehr hoch. Außerdem müssen die Fahrtkosten und das Szenenbild sowie die Maske und das Kostüm bezahlt werden. Über eine Online-Plattform ruft das Team zu spenden auf. Hier geht es zu der Website. Menschen die 25 Euro spenden, kriegen den Film exklusiv per Mail zu geschickt und wenn man 50 Euro beiträgt schickt das Kollektiv die DVD mit dem Kurzfilm nach Hause.

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