Dieser Mann bewacht das Papstgelände

Till Neumann

Am Freiburger Flugplatz wird der Papst am 25. September vor tausenden Menschen sprechen. Schon jetzt, fast einen Monat vorher, bewachen Securities das eingezäunte Gelände. Einer davon ist Michael Ullmann. Sein Job besteht vor allem aus einem: Warten.



Michael Ullmann ist groß und kräftig. Er trägt schwarze Kleidung und einen Kinnbart. Seine dunklen Haare sind kurzrasiert, seine Arme hinter dem Rücken verschränkt. An seinem Gürtel hängt ein Funkgerät. Doch Ullmanns Arbeitsplatz ist wenig spektakulär. Der 35-jährige kontrolliert den Eingang zum Freiburger Flughafen an der Madisonallee, auf dem am 25. September der heilige Vater sprechen wird.


Von dem Trubel, der hier in wenigen Wochen herrschen wird, ist wenig zu spüren. Ullmann steht etwas verlassen unter einem riesigen blauen Sonnenschirm. Darunter steht ein Plastikstuhl und eine halbvolle Flasche Apfelschorle. Ab und zu greift er zu seinem Funkgerät, bespricht sich mit einem Kollegen. Manchmal passiert ein Auto den Eingang.
„Ich steh mir hier schon ein bisschen die Füße wund“, sagt Ullmann. „Es passiert nicht viel. Zum Zeitvertreib höre ich Musik oder spiele auf dem Handy.“ Doch Ullmann weiß seinen Arbeitsplatz trotzdem zu schätzen. „Ich kümmere mich um die Sicherheit hier, das ist wichtig. Und immerhin habe ich was zu schauen.“ Damit meint er das schöne Panorama auf den Schwarzwald, das sich ihm von hier aus bietet.

Ullmann arbeitet für eine Frankfurter Sicherheitsfirma, wohnt aber in Freiburg. Am Flugplatz ist er diesen Donnerstag zum ersten Mal im Einsatz. Seine Schicht geht heute von morgens 8 Uhr bis 20 Uhr abends. Dann übernimmt ein Kollege die Wache. Der Eingang wird also 24 Stunden gesichert. Ob er morgen wieder am Papstgelände im Einsatz ist, weiß er noch nicht. Seinen Einsatzort erfährt er immer erst am Abend vorher. „Ich bin da, wo ich gebraucht werde“, sagt Ullmann.

Dass er vielleicht nur einmal als Wächter des Papstgeländes zum Einsatz kommt, stört ihn nicht. „Ich sorge hier für Ordnung. Der Papst interessiert mich nicht besonders. Privat würde ich nicht zu so einer Veranstaltung gehen.“ Den Aufwand der für die zwei Tage Papstbesuch betrieben wird, findet er zu groß. „Am Ende zahlen es wieder die Steuerzahler“, sagt der gebürtige Frankfurter.

Dann endlich tut sich was. Ein paar Security-Kollegen kommen im Auto vom Flughafen. "Wie ist nochmal die Nummer, vom Pizza-Service?", fragen sie ihn. Ullmann lacht und unterhält sich kurz mit ihnen. Als sie fahren, stellt er sich wieder unter den großen Sonnenschirm und verschränkt die Arme. Warten, Aussicht genießen, für Sicherheit sorgen.

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