Dieser Freiburger verkauft Designer-Möbel - für Katzen

Nicolas Bettinger

Nicht ist hässlicher als herkömmliche Katzen-Kratzbäume, findet der Freiburger Stefan Haak. Deswegen verkauft er jetzt Designermöbel für Katzen - ein Kratzbaum kostet 1200 Euro. Getreu dem Motto: "Men love pussy!" hofft Haak vor allem auf männliche Kunden:



Stefan Haak suchte gerade verzweifelt Katzenmöbel für seinen Bruder, als ihm eine Idee kam. "Die meisten Produkte waren wirklich hässlich, das konnte es doch nicht sein!", erinnert er sich. Also gründete der Freiburger flugs einen eigenen Online-Shop. Seit fast einem Jahr kauft Haak nun selbst ausgewählte Katzenmöbel aus ganz Europa an - Möbelliebhaber können dann aus seinem Sortiment wählen. "Unser Ziel ist, Standardangebote zu vermeiden und hochwertig gestaltete Möblierungen anzubieten."

Unter dem Slogan "Designermöbel für Samtpfoten" bietet der Online-Shop diemodernekatze.de aus Freiburg ein Sortiment an, welches sowohl den Tier- als auch den Möbelfreund erreichen soll. Ein Katzenklo kann also genauso zum hochwertigen Kirschholzschreibtisch passen, wie der Fressnapf zur Hochglanz-Kommode.

Dabei finden Kunden nicht nur Katzentoiletten im Stile des italienischen Designers Alessi sondern auch Liegeboxen für Fellnasen, die genau in ein quadratisches Ikea-Expedit-Regal passen. "Wir testen alle Produkte mit unseren eigenen Katzen", so Haak, "nur wenn es ihnen gefällt, bieten wir die Artikel auch unseren Kunden an."

"Men love Pussy"

Getreu dem doppeldeutigen amerikanischen Motte "Men love Pussy" hofft der Freiburger Haak auf eine wachsene männliche Zielgruppe für seine Möbel.  "Immer mehr Männer legen sich gar Großkatzen zu, die sechs bis zwölf Kilo wiegen." Ein Beispiel dafür sei die großgewachsene "Norwegische Waldkatze".

Bislang sind Haaks Kunden dennoch vornehmend weiblich. Die Käufer seien zwischen 24 und 55 Jahren alt, ließenaber kaum Rückschlüsse auf besondere Charaktereigenschaften zu. "Wie überall gibt es Menschen, denen es gefällt und Leute, die nichts damit anfangen können." Schmunzelnd fügt Haak hinzu: "Bei Katzen ist das übrigens genauso."

Bis zu 1200 Euro für einen Kratzbaum

Das Katzenklo und der gute alte Kratzbaum seien in deutschen Haushalten die größten Stilkiller. Gerade die großen, sperrigen Plüschexemplare gelten in Fachkreisen als Stimmungstöter. Wer dieses "Möbelstück" durch ein Designerprodukt aus Kunststoff ersetzen will, muss bei Stefan Haak aber auch mal 1200 Euro berappen.

Der Freiburger ist sich sicher: Der Markt bietet Potential und ist noch lange nicht am Ende. "Es gibt bereits Katzentoiletten mit Antigeruchstabletten, Artikel zur Schonung der Schnurrhaare und elektronische Fressnäpfe". Letztere Option kommt - natürlich - aus den USA und bietet den Tierhaltern die Möglichkeit, ohne ihre Haustiere in den Urlaub zu fahren.

Vielleicht, das ist zu vermuten, braucht die selbstständige Katze der Zukunft ihren Halter  gar nicht mehr. Ob sie dann trotzdem auf Designermöbel zurückgreift, ist derzeit unklar.

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Foto-Galerie: Stefan Haak, Nicolas Bettinger

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