Satirische Vorschau

Diese Studie nennt Freiburg das "Rentnerparadies Deutschlands" – zu Recht?

Gina Kutkat

Viel Sonne, viele Ärzte und weniger Chancen zu sterben, als anderswo: Eine Studie hat ermittelt, dass Freiburg das "Florida Deutschlands" ist. fudder hat überlegt, wie sich diese Auszeichnung auf die Stadt auswirken könnte.

Man hat es in den letzten Jahren schon in der Stadt spüren können. Die Clubs schließen, die Mieten werden für junge Menschen unbezahlbar. In der Innenstadt verschwinden hippe Läden und machen Platz für noch mehr Bäckereien und Chocolaterien. Wer diese Entwicklungen auf die Gentrifizierung (Innenstadt) oder Anwohnerbeschwerden (Clubsterben) schieben will, liegt komplett daneben.


Quasi unbemerkt hat sich Freiburg in den vergangenen Monaten auf eine Spezies vorbereitet, die bisher wenig auf dem Radar der Analysten war: Rentner. Denn sie fühlen sich in Freiburg besonders wohl – das will nun eine Studie von der Betreuungs-Plattform betreut.de herausgefunden haben. In einer bundesweiten Datenanalyse wurden die 50 größten Städte verglichen und auf ihre Tauglichkeit zum Rentnerparadies getestet.

Freiburg ist das Florida Deutschlands

Und, voilà: Freiburg landet auf Platz eins und ist demnach das Florida Deutschlands! Man muss nicht unbedingt ein Käpsele sein, um zu erraten, was Freiburg für Senioren so beliebt macht: Hier ist es warm, schön – und viele Hausärzte gibt es auch. Das badische Essen schmeckt den meisten, wenn einem langweilig ist, geht man zum SC oder fährt in den Kaiserstuhl. Und was gibt es Besseres, als seinen Lebensabend mit einem Glas Rotwein in der neuen 2-Zimmer-Eigentumswohnung für schlappe 500.000 Euro zu verbringen?

Eben. Auch die bundesweite Datenanalyse kommt zu diesem Fazit: Freiburg ist Deutschlands beste Stadt für Senioren. Die Verantwortlichen der Studie sind etwas professioneller an die Sache rangegangen und haben 50 Städte in folgenden vier Kategorien miteinander verglichen:
  • Freizeitangebote: Sport- und Kulturangebote, Anschluss zu Familien sowie Naturflächen und Sonnenstunden
  • Altenpflege und Betreuung, einschließlich ärztlicher Versorgung
  • Wohnortbeliebtheit auf Basis der Zu- und Fortzüge von Senioren
  • Lebenserwartung
Besonders bei den Freizeitangeboten schneidet Freiburg gut ab und auch der hohe Versorgungsgrad durch Hausärzte sticht hervor. Unter diesen Bedingungen ließe es sich in Freiburg sehr gut alt werden, nämlich 81,91 Jahre – so die durchschnittliche Lebenserwartung in Freiburg. So landet Freiburg noch vor Heidelberg und Münster, Karlsruhe und Stuttgart liegen abgeschnitten auf Platz 7 und 9.

Satirischer Ausblick

Um sich auf die neue Flut an Einwohnern Ü-65 vorzubereiten, hat die Stadt Freiburg bereits einige Neuerungen in die Wege geleitet: So soll die KaJo zu einer rentnerfreundlichen Promenade umgebaut werden, die Straßenbahnen werden dafür umgeleitet. Damit der Biorhythmus der Senioren nicht gestört wird, schließen alle verbleibenden Kneipen und Diskotheken bereits um 21 Uhr. Die UB Freiburg verwandelt außerdem die Hälfte der Fahrrad-Garage in Abstellplätze für Rollatoren, um dem Andrang an Gasthörern gerecht zu werden.

Nur, was die Umbenennung der Stadt angeht, ist sich die Verwaltung noch nicht sicher: Frorida oder Floburg?
Jetzt seid ihr gefragt: Was passiert mit Freiburg, wenn sich immer mehr Senioren dafür entscheide, hier zu leben? Postet in die Kommentare!