Diese Studenten wollen Euch aus der sozialen Blase befreien

Jennifer-Justine Kirsch

Eine Hochschulgruppe, die einen aktiven Austausch zwischen Experten und Studenten kreiert und aus der "eigenen sozialen Blase" befreien will. fudder hat die drei Mitglieder Jannik Schulz, Katharina Pfeffer und Alina Bätz getroffen und gefragt, was es mit dem Projekt auf sich hat.

Erstmal zum Verständnis, was genau ist das Global Order Projekt?

Wir sind eine internationale Hochschulgruppe, die sich globalen Herausforderungen, wie Nationalismus oder Populismus stellt. Unsere Veranstaltungen dienen dem Austausch zwischen Studenten und Experten. Unser Ziel dabei ist es, verschiedene Disziplinen zu vereinen und einen gemeinsamen Weg für globale Ordnung zu finden.

Und aus wem besteht das Global Order Projekt genau?

Also derzeit haben wir elf Mitglieder am University College Freiburg. Um zum Anfang zu gehen: das Projekt wurde von Luis Moreno Ocampo initiiert. Der ist der ehemalige Chefankläger des internationalen Strafgerichtshof. Dr. Stoyan Panov, ein Dozent am University College ist unser Berater und hilft uns dabei, Veranstaltungen zu planen, potenzielle Redner zu kontaktieren. Er gibt uns auch Anregungen für neue Projekte und Vorlesungen. Wir treffen uns einmal die Woche für etwa zwei Stunden oder auch mehr, je nachdem, was gerade ansteht.

Was sind die Ziele des Projekts?

Das Projekt soll ermutigen, aus seiner eigenen sozialen Blase rauszukommen. Wir versuchen, Themen von verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Nicht nur von Seiten der Politik, sondern auch mit Hinblick auf die Wirtschaft oder Umwelt.

Und was ist eure Position innerhalb des Projekts?

Seit diesem Semester haben wir ein relativ neues Team, da viele frühere Mitglieder in ihr Auslandssemester gegangen sind oder schon ihren Abschluss haben. Allgemein herrscht eine sehr flache Hierarchie, was bedeutet, dass jeder mitentscheidet und an allem beteiligt ist. Um das Ganze etwas einfacher zu machen, haben wir verschiedene Bereiche, für die jeweils eine Person zuständig ist. Jannik macht zum Beispiel Logistik und Finanzen, Katharina die Öffentlichkeitsarbeit und Alina ist eher flexibel und hilft da, wo sie gebraucht wird. Aber letztendlich sind alle irgendwie überall dabei.

Was gefällt euch an Global Order?

Jannik: Es gefällt mir, mich mit globalen Herausforderungen zu beschäftigen. Außerdem ist es eine tolle Möglichkeit, um Kontakte zu knüpfen und man lernt viel während der Planung von Veranstaltungen. Ich kann viel Verantwortung übernehmen und irgendwie auch an meinen Aufgaben wachsen.

Katharina: Schon letztes Jahr war ich oft bei den Veranstaltungen von Global Order, da sie gut zu meinem Hauptfach "Governance" passen und ich offene Fragen direkt an Experten richten konnte. Dieser Austausch gefällt mir, aber auch das Organisieren von Events und die Arbeit im Team. Sicherlich kann ich diese Sachen auch später im Leben gebrauchen.

Alina: Ich finde es interessant neben meinem Hauptfach "Erd- und Umweltwissenschaften" auch einen anderen Blickwinkel zu bekommen. Der Austausch mit Leuten mit verschiedenen Interessen und Experten ist toll. In unserem Alltag sind wir oft zu sehr mit unseren eigenen Sachen beschäftigt und verpassen, was in Wirklichkeit passiert.

Was für Veranstaltungen bietet das Projekt an?

Letztes Jahr war der Höhepunkt eine große Konferenz mit dem Thema "Mobility and Identity in a Globalizing World". Dieses Jahr soll das Ganze aber etwas interaktiver werden. Das Thema für 2017 ist "Nationalism and Global Challenges" und darum wird es auch in den Veranstaltungen gehen. Los geht es mit einer Reihe von Vorlesungen. Außerdem planen wir zwei Workshops. Wir freuen uns auf jeden Fall auf dieses Semester, da wir spannende Sachen am Start haben und hoffen auf zahlreiche Besucher und interessante Diskussionen.
Dienstag, 9. Mai 2017, 19 Uhr (KG II HS 2004)
Dr. Roberta Haar and Dr. Kai Heidemann (University College Maastricht):
Nationalism in the U.S. and implications for foreign politics

Donnerstag, 18.Mai 2017, 19 Uhr (KG III HS 3043):
Dr. Takis Pappas (University of Strasbourg/European University Institute):
Populism as the new Global Challenge

Donnerstag, 1. Juni 2017, 19 Uhr (room tba):
Dr. Constantine Manolchev (University of Exeter Business School):
Labor market conditions and socio-economic stances as a driver in populism in the UK
– interactive video conference

Mittwoch, 21. Juni 2017, 19 Uhr (KG III HS 3043):
Hans-Christof von Sponeck (ehemaliger Beigeordneter UN Generalsekretär & Koordinator humanitärer Fragen im Irak, jetzt Zentrum für Konfliktforschung Marburg):
International Characteristics of Populism and Nationalism

Donnerstag, 20. Juli 2017, 19 Uhr (room tba):
Sarah Engler (University of Bern):
Theory of Populism and separation from Nationalism and Extremism