Arbeitsrecht

Diese Rechte und Pflichten hast Du als Ferienjobber

Dorothea Winter

Ferienjobber sind arbeitsrechtlich gesehen normale, befristete Arbeitnehmer und haben die gleichen Rechte und Pflichten wie alle. Aber was, wenn etwas nicht klappt? Moritz Riesinger von IG Metall in Freiburg, weiß was zu tun ist.

Fudder: Wenn man beim Ferienjob je nach Arbeitslage früher oder später nach Hause geschickt wird – muss man das mitmachen?
Riesinger: Die vertraglich vereinbarte Arbeit muss vom Arbeitgeber bezahlt werden, egal ob dann eventuell weniger als geplant zu tun ist. Geplante, aber nicht verbindlich vereinbarte Überstunden oder Wochenendeinsätze können aber unbezahlt ausfallen. Gegen unfaire Behandlung können sich Ferienjobber wie alle anderen Arbeitnehmer durch eine Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft schützen. Schüler und Studierende zahlen einen stark verringerten Mitgliedsbeitrag, der schon bei etwas mehr als zwei Euro beginnt, und erhalten dafür Beratung und Arbeitsrechtsschutz.


Fudder: Wie sieht es mit Überstunden aus?
Riesinger: Überstunden bedürfen der Zustimmung des Arbeitnehmers. Nur in eng umgrenzten Notfällen dürfen Arbeitgeber einseitig Mehrarbeit verlangen. In jedem Fall steht auch Ferienjobbern ein zeitnaher Freizeitausgleich zu. Ausbezahlt werden können Überstunden nur mit Zustimmung der Arbeitnehmer und wenn besondere Gründe den Freizeitausgleich verhindern.

"Zwischen zwei Arbeitstagen müssen zwingend elf Stunden Ruhezeit liegen", Moritz Riesinger

Fudder: Manche Ferienjobs sind im Schichtdienst. Wie lange muss zwischen jeder Schicht Pause sein?
Riesinger: Die gesetzlich vorgeschriebenen Pausenzeiten richten sich nach der Länge der täglichen Arbeitszeit. Ab sechs Stunden ist eine halbe Stunde Pause gesetzlicher Mindestanspruch und ab neun Stunden mindestens 45 Minuten. Zwischen zwei Arbeitstagen müssen zwingend elf Stunden Ruhezeit liegen. Andere Pausen- und Ruhezeiten können außer im Arbeitsvertrag auch in Betriebsvereinbarungen geregelt sein. Ebenfalls ist dort zu regeln, ob am Wochenende und vor allem an Sonn- und Feiertagen gearbeitet wird und welche Lohnzuschläge es dafür gibt.

Fudder: Manchmal kriegen Ferienjobber sexistische Kommentare von Kunden und Kollegen ab. Was können sie dann tun?
Riesinger: Niemand muss sich Diskriminierung und Sexismus am Arbeitsplatz gefallen lassen. Der Arbeitgeber hat eine Sorgfaltspflicht und muss seine Mitarbeiter schützen. Eine gute Anlaufstelle ist in so einem Fall auch der Betriebsrat, den es in den meisten größeren Unternehmen gibt. An ihn darf sich jeder Arbeitnehmer ohne Angabe von Gründen jederzeit während seiner Arbeitszeit wenden. Er ist auch für Ferienjobber zuständig.

Fudder: Haben Ferienjobber Anspruch auf Urlaub?
Riesinger: Ferienjobber haben einen gesetzlichen Anspruch auf bezahlten Urlaub. Als Mitglieder einer Gewerkschaft in tarifgebundenen Unternehmen auch über den gesetzlichen Mindeststandard von vier Wochen pro Jahr hinaus. Die genaue Zahl der freien Tage bemisst sich an der Laufzeit des Vertrags und der Anzahl der wöchentlichen Arbeitstage. Eine Auszahlung des Urlaubsanspruchs durch den Arbeitnehmer ist nur in Ausnahmefällen möglich, wenn der Urlaub während des Arbeitsverhältnisses nicht genommen werden kann.


Info

Hier gibt die IG Metall auch Tipps, was beim Ferienjob zu beachten ist und bietet Flyer und Broschüren zum Ausdrucken

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