Mensa Rempartstraße

Diese Labels aus Freiburg und Umgebung sind beim StijlMarkt am Wochenende dabei

Marta Fischoeder

Zum achten Mal findet am Wochenende der Stijlmarkt in der Mensa Rempartstraße statt. Mit dabei sind rund 100 junge Labels, die ihre nachhaltigen Produkte verkaufen. Wir stellen vier Kreative aus der Region vor.

Am zweiten Adventswochenende geht die Stijlmesse in die achte Runde und verwandelt die Mensa in der Rempartstraße in einen Tempel für Designliebhaber, Modebegeisterte und Individualisten. Knapp 90 Jungdesigner und kleine Manufakturen präsentieren ihre ausgefallenen Produkte und Ideen aus den Bereichen Wohnen, Kunst, Fashion und Schlemmen abseits des Mainstreams.


Dieses Jahr sind 22 Aussteller aus der Region Freiburg dabei und zeigen, dass Design nicht nur mit Ästhetik und Genuss, sondern auch mit sozialer und ökologischer Verantwortung Hand in Hand gehen kann. Exemplarisch zum Thema "Gestaltung mit Haltung" hat fudder einige der Kreativköpfe zu ihrer Leitlinie befragt und verrät, wen ihr auf der Stijlmesse unter anderem antreffen werdet und was euch sonst noch erwartet.

LDP Homemade , Organic & Fair mit Ina Kutschera

LDP

Was hat Dich inspiriert, das zu tun, was Du heute tust?

Nach der Geburt meines ersten Sohnes vor knapp neun Jahren habe ich mich intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt und aus meinem zunächst hobbymäßigen kleinen DaWanda-Shop mit Upcyclingprodukten dann dieses Label gegründet.

Welches Produkt steht symbolisch für Deine Arbeit?

Die klassische Beanie Box aus hochwertigen Biostoffen, die es mittlerweile in der Pappschachtel aus zertifiziertem Recyclingpapier gibt. Aber auch der XL-Fleece-Schal, der viele Kunden zunächst verwirrt, weil viele glauben, dass sich Fleece nur aus Plastik herstellen lässt. Bei uns gibt es aber "kein Poly-dingsbums" sondern 100 Prozent GOTS zertifizierte Baumwolle.

Welchen Auftrag kann Design im Sinne der Nachhaltigkeit erfüllen?

Grundsätzlich trägt jeder, der ein Produkt kreiert, Verantwortung. Genauso wie jeder Kunde, welcher beim Kauf entscheidet, welches Design letztendlich über die Ladentheke geht. Slowfashion oder Fastfashion? Green und fair oder aus modernen Sklavereibetrieben und voller Pestizide? Design sollte prinzipiell immer allen möglichen Kriterien von Nachhaltigkeit entsprechen, weil wir die Macht haben, zu bestimmen, wie wir morgen leben werden.

Welche Rolle spielt die Region Freiburg für Dich als Designerin?

Zu organic und fair gehört für mich auch lokal: Wir produzieren alles in Gernsbach im Murgtal und wollen möglichst nah an unseren Kunden sein. Wir verkaufen bewusst nur innerhalb der EU und nicht über den großen Teich. Zusätzlich ziehe ich natürlich meine Inspiration aus meiner unmittelbaren Umgebung. Und das ist eben der Schwarzwald.

Auf was freust Du Dich am Wochenende am meisten?

Auf die Freiburger! Ich liebe das ehrliche und herzliche Feedback der Kunden hier. Bei meiner zweiten Stijl in der Mensa ist damals zum Beispiel eine Kundin gleich nach der Eröffnung zu mir auf die Galerie gesprintet, da im Jahr zuvor ihr Lieblingsartikel bereits vergriffen war. Sie wollte sie die Erste sein. Black Forest Apparel mit Sebastian Kopf

Black

Was hat Dich inspiriert, das zu tun, was Du heute tust?

Während des Studiums war Designen zunächst mein Hobby, welches zum immer größeren Wunsch wurde, als eigenes Label zu starten – mit Streetwear, die meine Heimat, den Schwarzwald repräsentiert. Alles im Sinne des Kerns meiner Philosophie: nachhaltig zu sein.

Hast Du ein Produkt, das Du den Besuchern besonders gern vorstellen möchtest?

Unsere beliebten Caps, weil die Leute das außergewöhnliche Design beeindruckt und unser Lieferant Teil der Fashion-Revolution war. Genau das ist unsere Mission - clevere Designs kombiniert mit einer fairen Herstellung.

Welchen Auftrag kann Design im Sinne der Nachhaltigkeit erfüllen?

Design kann dafür sorgen, dass sich die Menschen mehr mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Gerade in der Textilbranche ist es wichtig, dass Konsumenten ein stärkeres Bewusstsein entwickeln. Je präsenter das Thema ist, desto größer ist auch der Druck auf die gesamte Industrie, nachhaltige Aspekte zu berücksichtigen.

Welche Rolle spielt die Region Freiburg für Dich als Designer?

Als Hauptstadt des Schwarzwaldes ist Freiburg für uns sehr inspirierend. Zum anderen ist das Bewusstsein für Nachhaltigkeit hier stark ausgeprägt und Neues wird hier gerne ausprobiert.

Auf was freust Du dich am Wochenende am meisten?

Auf die persönlichen Gespräche mit den Besuchern. Wir sind sehr gespannt, wie unsere neuen Designs ankommen. Rollholz mit Frieder Kellmann, Niclas Niemann, Lukas Jablonka

Rollholz

Was hat Euch inspiriert, das zu tun, was Ihr heute tut?

Unsere Faszination für Bewegung und den menschlichen Körper, aber auch der feste Glaube an nachhaltige und ökologische Produktentwicklung.

Habt Ihr ein Produkt, das Ihr den Besuchern besonders gern vorstellen möchtet?

Unseren Klassiker: Die regional im Schwarzwald und in Handarbeit gefertigte Standrolle aus Vollholz. Mit dieser können verspannte Körperpartien in einer Selbstmassage gelöst und Schmerzen reduziert werden. Unsere Kunden sind immer sehr überrascht, wie weich und geschmeidig sich das Material anfühlt.

Welchen Auftrag kann Design im Sinne der Nachhaltigkeit erfüllen?

Hochwertig gestaltete Produkte können ein Leben lang halten – und sollen es auch. Mit Rollholz legen wir großen Wert darauf, einen nachhaltigen Umgang mit unseren wertvollen Ressourcen und einen verantwortungsvollen Schutz der Umwelt sicherzustellen.

Welche Rolle spielt die Region Freiburg für Euch als Designer?

Der grüne Charakter der Stadt Freiburg hat uns für das Thema Nachhaltigkeit schon früh geprägt. Zudem hat uns der Schwarzwald direkt vor der Haustüre immer begeistert und inspiriert, sodass wir unsere Produkte aus genau diesem regionalem Holz designen wollten.

Auf was freut Ihr Euch am Wochenende am meisten?

Da wir dieses Jahr zum ersten mal auf der Stijl sind, sind wir natürlich sehr gespannt, wer alles kommt und freuen uns darauf, unsere Produkte persönlich vorzustellen und die Kundenreaktionen zu erleben. Kinfolkz mit Anna Gorka

Kinfolkz

Was hat Dich inspiriert, das zu tun, was Du heute tust?

Meine langen Reisen durch Peru und die Erkenntnis, wie die nativen Lebensgemeinschaften in Liebe, Würde und Sorgfalt mit den Ressourcen unserer Welt umgehen.

Hast Du ein Produkt, das Du den Besuchern besonders gern vorstellen möchtest?

Das ist eine ganze Produktgruppe – nämlich unsere Produkte aus hochwertigem Naturalpacca aus den Anden. Der Luxusgarn ist nicht nur in liebevoller Handarbeit hergestellt, ausgesprochen langlebig im Sinne der Nachhaltigkeit, sondern auch sehr warm, kuschelweich und in seiner Naturfarbe auch wunderschön.

Welchen Auftrag kann Design im Sinne der Nachhaltigkeit erfüllen?

Hochwertiges Design ist oft ein Türöffner, welches erstmalig Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit schafft. In der Erkenntnis, dass die Qualität und der Preis von konventioneller Massenware abweichen, werden Kunden neugierig und wollen wissen, was sich hinter dem Produkt tatsächlich verbirgt. Das schafft Wertschätzung und oftmals ein Umdenken.

Welche Rolle spielt die Region Freiburg für Dich als Designerin?

In Freiburg treffe ich viele gleichdenkende Menschen an, die eine sehr bewusste Konsumhaltung pflegen. Das bestätigt mir immer wieder, dass ich das richtige tue und dass wir als Gemeinschaft stark sind, um etwas in der Welt zu verändern.

Auf was freust Du Dich am Wochenende am meisten?

Ich liebe die herzliche und positive Atmosphäre auf der Stijl! Die tollen Gespräche, das gegenseitige Vertrauen – all das lässt mich erkennen, dass ich die nettesten Kunden der Welt hier antreffe!

  • Was: 8. StijlMarkt Freiburg
  • Wann: Samstag, 8. Dezember 2018, 11 bis 18 Uhr und Sonntag, 9. Dezember 2018, 11 bis 18 Uhr
  • Wo: Mensa Rempartstraße

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