Diese Geschichte steckt hinter dem Segway-Bild zweier Freiburger Polizisten

Simone Lutz

Vor einer Woche haben wir auf Facebook das Bild zweier Polizisten gepostet - rollend auf einem Segway. Das Bild hat auf Facebook über 50.000 Menschen erreicht und wurde über 700 Mal geliked. Die lustige Geschichte hinter dem Foto:



Vergangenen Freitag waren Steffen Irmler und Thomas Pauli die auffallendsten Polizisten Freiburgs: Die beiden balancierten mit einem Einpersonen-Transporter, einem Segway, durch die Innenstadt – zur Gaudi vieler Passanten, die stehenblieben und Handyfotos machten. Zur normalen Ausstattung der Polizei gehört das elektrisch betriebene Transportmittel allerdings nicht. Der Fahrversuch war nur der praktische Teil von Steffen Irmlers Bachelorarbeit an der Hochschule für Polizei in Villingen-Schwenningen.


Kopfsteinpflaster? "Kein Problem"

Ist der Segway für die Polizeiarbeit geeignet? Dieser Frage geht Irmler in seiner Bachelorarbeit nach – auch ganz praktisch. Deshalb mieteten er und sein Kollege Thomas Pauli zwei Segways und schlossen sich, vor- und zurückwippend, dem Mittagsdienst der B-Schicht des Reviers Nord an. "Wir haben sehr realistische Einblicke bekommen", sagt Irmler.

Kopfsteinpflaster? "Kein Problem, die Bereifung federt das sehr gut ab." Bächle? "Da kommt man nicht drüber, nur bei den Übergängen." Flüchtende Diebe? Irmler lacht: "Es war uns von Anfang an klar, dass man einem schnellen Fahrradfahrer oder einem Auto nicht hinterherkommt. Aber die KaJo rauf ist man mit einem Segway schneller als mit Rennen." Immerhin kommt so ein Segway auf 20 Stundenkilometer. "Wenn man Schrittgeschwindigkeit fährt und dann das Gewicht nach vorn verlagert, da zischt man richtig los", so eine weitere Erkenntnis der Polizei.

Die Passanten, so Irmler, hätten überwiegend positiv reagiert: "Es hieß cool, genial, die junge Leute sagten geil. Wir hatten einige direkt angesprochen und gefragt, mal ehrlich, sieht das nicht peinlich aus? Aber die meisten fanden es toll." Ein Foto der Segway-Streife auf der Fudder-Facebook-Seite erbrachte binnen kurzem mehr als 700 Likes.

Und nun? Ist der Segway was für die Polizei? Steffen Irmler will dem Fazit seiner Bachelorarbeit nicht vorgreifen, verrät aber: "Es gibt durchaus Bereiche, in denen ein Segway sinnvoll sein könnte." Im Oktober will er seine Arbeit abgeben. Ob das Landesinnenministerium Pläne hat, Segways einzukaufen, weiß er nicht. An der Ausstattung jedenfalls würde es nicht scheitern: Es gibt die zweirädrigen Transporter auch als Patrouillenfahrzeug – inklusive Blinklicht und Sirene.

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[Foto: Marius Buhl]