Diese Freiburgerin will Max Kruse retten - mit einer Facebook-Challenge

Daniel Laufer

Hans Entertainment hat schon mitgemacht und Moderatorin Palina Rojinski nominiert. Die soll jetzt erzählen, wie sie mal Mist gebaut hat. Das Prinzip der Max-Kruse-Challenge: Jeder ist ist menschlich und Menschen machen Fehler. So wie Max Kruse, als er 75.000 Euro im Taxi verlor. Oder einer BILD-Reporterin das Handy wegnahm. Ausgedacht hat sich das Sarah Kurzweil:



"Ist Max Kruse Opfer einer gezielten Kampagne?", spekuliert die Zeitung DIE WELT. Der Stürmer hat es zurzeit nicht leicht. Erst verlor er 75.000 Euro im Taxi, dann schnappte er einer BILD-Reporterin ihr Handy weg. Der Grund: Sie hatte zuvor Fotos gemacht, wie er in einem Berliner Club seinen Geburtstag feierte. Die wollte Kruse eigenhändig wieder löschen.


Beim VfL Wolfsburg musste er darauf 25.000 Euro Strafe zahlen.

Das kann so nicht weitergehen, findet Sarah Kurzweil. "Die Medien dreschen auf ihn ein und packen alles aus, was ihnen in die Hände fällt. Jeder hat mal Scheiße gebaut. Deshalb muss man nicht gleich eine Hexenjagd veranstalten!"

Also hat sich die 26-jährige Freiburgerin ihr Smartphone geschnappt und drauf los gefilmt. "Nachdem ihr euch alle so über Max Kruse auslasst, muss ich jetzt eine Challenge ins Leben rufen. Wer frei von Sünde ist, werfe den ersten Stein", sagt sie in dem Video, das sie auf ihrem privaten Facebook-Profil veröffentlicht hat. Dann folgen zwei Beichten aus ihrem eigenen Leben:



Das Prinzip der Max-Kruse-Challenge: Jeder ist ist menschlich und Menschen machen Fehler. So wie Max Kruse eben. Wer nominiert wird, soll von seinem Moment der Schwäche berichten, vor laufender Kamera.

Am Ende ruft Fußballfan Kurzweil dazu auf, an der Challenge teilzunehmen, speziell die Freiburger Dragqueen Betty BBQ. Die legt nach und nominiert Hans Entertainment. Der auf seiner Facebook-Seite (450.000 Likes) wiederum Moderatorin Palina Rojinski, Ex-Pornoqueen Mia Julia und Playmate Sarah Nowak ins Boot holen will. Geht die Challenge jetzt viral?

"Ich habe ein bisschen Angst", sagt Kurzweil. "Ich will Max damit ja nicht schaden. Das war eine sehr spontane Sache."

Wolfsburg hätte sich hinter Kruse stellen sollen, Jogi sei ein Heuchler

Bei ihrer Meinung bleibt sie trotzdem. "Der VfL Wolfsburg hätte sich hinter Max stellen sollen. Wäre das in Freiburg passiert, hätte Christian Streich wohl verkündet: Mir sage dazu nix, mir kläre das intern."

Nationaltrainer Jogi Löw hat Kruse sogar aus dem Kader für die kommenden beiden Länderspiele geworfen. "Den Skandal zum Vorwand zu nehmen, finde ich ganz schön heuchlerisch - für jemanden, der seinen Lappen schon weg hatte", sagt Kurzweil.

Schließlich hätten sich nicht die Spieler selbst die Millionengehälter ausgedacht - und überhaupt erkaufe man sich mit keinem Geld der Welt einen Menschen. Kurzweils Schlussfolgerung: Auch ein Max Kruse hat noch sein Recht auf Freizeit.

Am Ende ihres Videos gibt sie dann offen zu: "Manchmal ist es auch geil, sich nicht so gut zu benehmen. Oder?"

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[Fotos: dpa Picture Alliance, Screenshot/privat]