Diese Freiburger Food-Bloggerin zeigt Dir, wie Du Macarons aus dem Schwarzwald machst

Marie Schächtele

Studie in Süß heißt das Blog von Nikola Schwarzer. Die Freiburgerin mit Chemie-Doktor zeigt ihre Lieblingsleckereien, manchmal sogar mit den Reaktionsformeln: Backen ist auch nur Chemie. Nachmachen geht auch ohne Doktortitel!

Wenn Kirschcreme und Sahne von zarten Macarons-Schalen aus Mandeln, Zucker und Eischnee umhüllt werden, das alles verziert von einem zarten Schokoladentupfer, mmmh, dann hat man es mit den Schwarzwälder Kirsch-Macarons der Freiburger Bloggerin Nikola Schwarzer zu tun. Nikola veröffentlicht Anleitungen für Süßigkeiten, Gebäck und Kuchen und erklärt außerdem, woraus die Zutaten bestehen und warum es wichtig ist, wie die Zutaten zubereitet oder vermengt werden. "Studie in Süß" ist deshalb auch der Name von Nikolas Blog.


Angefangen hat für sie alles mit einer Freude für Nachtische und fürs Backen und einem Fernsehbericht, in dem eine Frau Bonbons selber machte. Nikola ist fasziniert und will es ihr gleich machen. Sie nimmt sich eine Woche Urlaub. Dann gibt auch sie Zucker und Wasser in einen Topf und bringt die Lösung zum Kochen. Sie erhält eine heiße Zuckermasse.

Bonbons selbst machen – ziemlich kompliziert

Doch die Masse kristallisiert. Sie ist bröselig, nicht glatt und zäh, wie sie sein muss. Nikola liest viele Rezepte, probiert es wieder und wieder. Sie findet heraus, dass die Zuckerlösung beim Kochen nicht mit Zuckerkristallen in Berührung kommen darf, die etwa noch an der Topfwand kleben und dass wichtig ist, wie man den Zucker rührt.

Gelingt die Masse, muss sie sehr schnell verarbeitet werden, damit sie noch heiß und biegsam ist. Nikolas Bonbons halten am Anfang nur eine Woche. Sie werden matt und brüchig. Nikola beginnt, die Daten aufzuschreiben, an denen sie die Bonbons macht. Sie macht Testreihen und notiert genau, was sie verändert. Die Bonbons kommen in kleinen beschrifteten Weckgläsern in den Küchenschrank. Die Versionen vergleicht Nikola dann miteinander und sie findet tatsächlich heraus, wie die leckeren Süßigkeiten klappen.

Viel Arbeit mit den Macarons

Auch Macarons wollten Nikola zuerst trotz Rezepts nicht gelingen. Sie gingen nicht richtig auf, gingen kaputt, waren nicht rund, fielen ein oder wurden hohl. Doch Nikola machte weiter, bis die Makronen gut wurden. Seit Mai hält sie Rezepte mitsamt Tipps, hintergründigen wissenschaftlichen Erklärungen und kleinen Illustrationen in ihrem Blog fest. "Das ist viel Arbeit", erzählt sie. Im Moment hat sie nur am Wochenende genügend Zeit. "Ich überlege mir unter der Woche abends, was ich am Wochenende backen will. Dann kaufe ich dafür ein und probiere das aus." Einen Tag lang braucht Nikola, um ein Gebäck oder einen Kuchen zu backen, wenn er auf Anhieb gelingt.

Weil sie das Gebäck für den Blog fotografiert, muss sie früh anfangen, wenn das Rezept aufwendig ist, damit sie fertig ist, wenn die Sonne noch da ist. Denn sonst ist es zu dunkel. Sie fotografiert auf dem Küchentisch, wenn sie einen dunklen Hintergrund braucht. Wenn sie helle Fotos macht, behilft sie sich entweder mit einem hellen Pappbogen oder fotografiert auf einem weißen Kissenbezug. Am Abend braucht sie noch mehrere Stunden, um die Rezepte aufzuschreiben und sie online zu stellen.

Der Blog ist eine Herzensangelegenheit

Es ist für sie eine richtige Herzensangelegenheit. Zwar ist Nikola Chemikerin an der Uni, Ende Januar hat sie mit nur 29 ihre Doktorarbeit zur Röntgenstrukturaufklärung von Proteinen im Bereich Biochemie abgeschlossen. Aber sie hat zunehmend den Wunsch, beruflich zu backen, zu fotografieren, zu schreiben. "Chemie hat auch etwas Kreatives, aber ich hätte mehr Lust auf dieses kreative Arbeiten", überlegt sie. Bald läuft ihr Vertrag aus. Es wird spannend, wie sie dann weitermacht.
Studie in Süß von Nikola Schwarzer: www.studieinsuess.de
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