Diese Filme und Ausstellungen zu den 68ern solltest du nicht verpassen

Annalina Ebert

Vor 50 Jahren gingen sie auf die Straße, die Studenten der 68er-Generation. Mit ihren Protesten prägten sie die Bundesrepublik wie kaum eine andere Strömung. Zum 50 Jahrestag gibt es in Freiburg eine Austellung und zwei Filme.

Sie protestierten gegen starre Gesetze, gegen Unterdrückung und gegen den Vietnamkrieg. Sie erhoben ihre Stimmen für Emanzipation, für gesellschaftliche Freiheit und einen offeneren Umgang mit Sexualität: Die sogenannten 68er.


Auch Freiburg beschäftigt sich mit der größten Studentenbewegung des letzten Jahrhunderts. Ob Fotoausstellung, Film im Kommunalen Kino oder Zeitzeugen-Gespräch im Studio des SWR – wir zeigen euch, wo ihr wann sein müsst.

Fotoausstellung: Au coeur de Mai 1968

Der Photograph Philippe Gras arbeitete die Erlebnisse der 68er-Bewegung in Form von Fotos auf. Er fing die Stimmung auf der Straße zu dieser Zeit ein und teilt sie in seiner Ausstellung mit Freiburg.
Wann: 24. April um 19 Uhr (Vernissage) bis 25. Mai
Wo: Centre Culturel Français, Münsterplatz 11 (im Kornhaus), 79098 Freiburg
Web: Centre Culturel

Film im Kommunalen Kino: Das ist nur der Anfang – der Kampf geht weiter

Ein 45-minütiger deutscher Film über die Proteste und die Medienarbeit im Mai 1968.Im Anschluss gibt es für alle, die noch nicht genug haben, einen weiteren Film: Die Rosenkönigin von Pessac. Der Film spielt in Frankreich und erzählt die Zeit um 68 aus der Sicht von Menschen aus ländlichen Regionen.
Wann: 26. April um 19:30 Uhr
Wo: Kommunales Kino, Urachstraße 40, 79102 Freiburg
Web: Kommunales Kino

Arte-Filmreihe: Rebellisch oder unpolitisch? Protestgeneration 2018

50 Jahre nach der 68er-Bewegung gehen junge Menschen erneut auf die Straße. Sie protestieren gegen die AfD, den Front National, gegen Donald Trump oder den Brexit. Kann man in Europa und der Welt von einer neuen Protestgeneration 2018 sprechen? Ein Dokumentarfilm von Sabine Jainski mit anschließendem Gespräch mit der Regisseurin.
Wann: Samstag, 28. April um 20 Uhr
Wo: Kommunales Kino, Urachstraße 40, 79102 Freiburg

Zur Geschichte der 68er

Schon im Jahr 1967 fingen die Unruhen in Westdeutschland, aber auch in Frankreich und den USA an. Gründe gab es viele: Der Vietnamkrieg, die Kubakrise, soziale Ungerechtigkeiten und eine immer schwächer werdende Wirtschaft.

In Deutschland richteten sich linke Studenten, Bürgerrechtler und Gruppen vor allem gegen die Große Koalition von 1966 und gegen eine kapitalistische Ausbeutung. Sie wollten selber über ihre Sexualität bestimmen und das Thema aus dem Tabubereich herausholen. Die linksgerichteten Bewegungen forderten von der Regierung, die NS-Zeit aufzuarbeiten und die Bildung weniger autoritär zu gestalten.

Als am 2. Juni 1967 der Student Benno Ohnesorg bei einer Demonstration in Westberlin erschossen wurde, kam der Protest endgültig in ganz Westdeutschland an, auch in Freiburg. Immer mehr Menschen mobilisierten sich. Die Situation spitzte sich zu und erreichte 1968 ihren Höhepunkt. Im Frühling 68 kam es zu zahlreichen, blutigen Demonstrationen und dem Sternmarsch auf Bonn.

Ab Herbst zersplitterte sich die Bewegung jedoch und die Aufstände flachten ab. Und doch brachten die Proteste dieser Zeit einige Änderungen mit sich: Sie verhalfen Willi Brandt zum Wahlsieg und brachten einige soziale Reformen sowie eine Veränderung der gesellschaftlichen Wertvorstellungen mit sich.