Diese 9 Acts spielen im Juli zum ersten Mal auf der Sea You

Bernhard Amelung

Nina Kraviz, Monika Kruse und Len Faki kann man schon fast als Sea You-Residents bezeichnen. Wer in diesem Jahr neben der Techno-Legende Jeff Mills erstmals an den Tunisee kommt, erfährst du in der Übersicht.

Jeff Mills

Der 55 Jahre alte Jeff Mills ist eine Techno-Legende. 1963 in der US-amerikanischen Großstadt Detroit geboren, gehört er zu den Wegbereitern des Techno. Mit Mike Banks gründete er 1989 das Musiker-Kollektiv und Plattenlabel Underground Resistance, das afrofuturistische Mythen mit düsterem Techno verband. Als Solokünstler veröffentlicht er seit 1991 längst zu Klassikern gewordene Alben wie "Waveform Transmissions", vertont Stummfilme und arbeitet mit Komponisten der klassischen Musik zusammen. Jeff Mills spielt am Sonntag, 15. Juli, zusammen mit Nina Kraviz, Len Faki und Klaudia Gawlas auf Stage 2.



Kink

House und Techno sind todernste Angelegenheiten. So könnte man denken, wenn man die Pressefotos vieler Künstler anschaut. Ähnlich verkopft klingen oftmals auch ihre Sets. Gut, dass da ein Strahil Velchev alias Kink damit aufräumt. Mit seinen Drum-Maschinen und Synthesizern entzündet er ein Feuerwerk aus Rhythmus und Klang. Stehen bleiben ist da nicht. Auch Velchev bewegt sich dazu intensiv. Tipp an die Veranstalter: Den Tisch, auf dem sein Equipment steht, gut befestigen. Kink teilt sich am Samstag, 14. Juli, die Stage 3 mit Black Coffee, Guy Gerber und Hot Since 82.



Charlotte de Witte

EBM, Punk, New Romantic. In den Achtzigerjahren lieferten zahlreiche Belgische Künstlerinnen und Künstler den Soundtrack für düstere, versteckte Kellerklubs. Charlotte de Witte führt diese Tradition auf der Techno-Bühne fort. 2015 erschien ihre erste EP "Weltschmerz" auf Tigas Plattenlabel Turbo Recordings, die ihre Karriere geradezu irrwitzig beschleunigte. Wer zu ihrem Set tanzen möchte, sollte seine Muskeln gut aufwärmen. Charlotte de Witte wird am Samstag, 14. Juli, auf Stage 2 unter anderem von Adam Beyer, Matador und Rødhåd begleitet.



Hot Since 82

London, Coachella, Ibiza. Zwischen diesen Parametern bewegt sich Daley Padley alias Hot Since 82 seit fünf Jahren. Damals war gerade sein Stück "Let It Ride" erschienen, für viele die Tanzflächen-Hymne des Jahres 2011. Seither spielt er regelmäßig auf dem Coachella-Festival und hat mit "Labyrinth" seine eigene Partyreihe im Club Pacha auf Ibiza. Dorthin lädt er seine DJ-Helden der Jugend ein, Armand van Helden oder David Morales, mit Maya Jane Coles oder Kölsch aber auch die Stars und Überflieger der Gegenwart, wie er selbst einer ist. Hot Since 82 teilt sich mit Black Coffee, Guy Gerber und Kink die Stage 3 am Samstag, 14. Juli.



Giorgia Angiuli

Ihre Live-Sets enthalten die ganze Wärme der Sonne ihrer Heimat: Giorgia Angiuli kommt ursprünglich aus Monopoli in Apulien, lebt aktuell in Florenz in der Toskana. Sie hat klassische Gitarre an einer Musikhochschule studiert, in einer Metal-Band gespielt, die elektronische Musik kennen und lieben gelernt – und schon 2010 zusammen mit Piero Fragola auf Ellen Alliens Label BPitch Control veröffentlicht.

Seit 2013 hat sich die Italienerin mit diversen Singles ein eigenes musikalisches Universum erschaffen. Wie eine sanft treibende Meeresbrise legen sich ihre Melodien um die Beats. In Clubs und auf Festivals spielt sie live – unter anderem mit einem Moog Theremin, einem Roland Juno-106 und diversen Instrumenten und Spielsachen, deren Sounds sie aufnimmt, loopt und live editiert. Wer zu ihrer Musik tanzen möchte: Angiuli spielt am Samstag, 14. Juli, neben Boris Brejcha und Worakls auf der Stage1.



Guy Gerber

Vor ein paar Jahren saß Guy Gerber mit Puff Daddy im Studio. Das Ergebnis ihres Schaffens: Das Album 11:11. Während Letztgenannter seither mehr mit Namensänderungen beschäftigt war, hat Gerber seinen psychedelisch angehauchten, teils euphorisch treibenden, teils melancholischen House- und Techno-Sound verfeinert. Das zeigen Veröffentlichungen auf Rumors, seinem eigenen Plattenlabel, das er 2014 gestartet hat. Genauso heißt auch seine Partyreihe auf Ibiza, die von Mai bis September immer sonntags im Club Destino stattfindet. Zurecht nennt ihn der Guardian "Israeli house king and Ibiza stalwart". Gerber wird am Samstag, 14. Juli, mit Black Coffee und Stephan Bodzin auf Stage3 spielen.



Black Coffee

In seiner Heimat Südafrika kann Black Coffee, eigentlich Nkosinathi Innocent Maphumulo, nicht auf die Straße gehen ohne erkannt zu werden. Der House-Produzent und -Discjockey ist dort ein Star, der wahrscheinlich im gleichen Atemzug genannt wird wie Michael Jackson, der King of Pop. Er ist eine feste Größe auf Festivals wie dem Southport Weekender, Amsterdam Dance Event, BPM in Mexico, tourt regelmäßig durch Nord- und Südamerika und verzaubert seine Crowd mit souldurchfluteter elektronischer Musik.



Rødhåd,

Rødhåd heißt eigentlich Mike Bierbach. 2009 hat er Dystopian gegründet, ein Label- und Veranstaltungskollektiv. Seine Musik baut auf schweren Industrial-Klängen auf, die voller archaischer Energie sind und wenig Raum lassen für lichte Melodien. Er teilt sich am Samstag, 14. Juli, die Stage 2 mit Charlotte de Witte, Matador und Adam Beyer.



Blade & Beard

Im Iran gibt es keinen Techno. So jedenfalls will es das Ministerium für Kultur und islamische Führung, das die elektronische Musik und Discjockeys für unvereinbar mit den Geboten des Islam hält. Aber im Untergrund regt sich etwas. Höchste Vorsicht ist angesagt, wenn junge Menschen zusammenkommen und einen Rave veranstalten wollen. Das zeigt der Film "Raving Iran" von Susanne Regina Meures, die Anoosh Raki und Arash Shadram, wie Blade & Beard eigentlich heißen, begleitet hat.

Die Angst, entdeckt zu werden, ist allgegenwärtig, wenn die beiden Jungs aus Teheran auflegen, eine CD mit ihrer Musik verbreiten wollen oder eine Party nach dem Vorbild des "Burning Man"-Festivals in der Wüste planen. Seit bald drei Jahren leben die beiden Discjockeys in der Schweiz, legen in Clubs wie dem Basler Nordstern auf und sind erstmals auf dem Sea You-Festival* zu hören.



*Blade & Beard spielen bereits am Freitag, 13. Juli, auf der Pre-Party im Hans Bunte.

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