Diese 4 Filme solltest Du beim Freiburger Film Forum nicht verpassen

Leonie Sayer

Alle zwei Jahre kommen Filmemacher aus aller Welt zum Freiburger Film Forum. Dieses Jahr laufen Filme, die sich mit Rechtspopulismus, Fremdenfeindlichkeit und Stereotypen beschäftigen. fudder verrät dir vier Highlights der Filmwoche.

Der Film als kreatives Mittel im Austausch der Kulturen - dieses Leitbild prägt die diesjährige internationale Filmwoche des Freiburger Film Forums. Wie auch in den vergangenen Jahren versucht das Filmforum aktuelle gesellschaftliche Probleme zu thematisieren, um so vermeintliche Grenzen aufzubrechen. Mit einer differenzierten Sichtweise soll hinter die einzelnen, sehr unterschiedlichen Ereignisse und Geschichten der Menschen geblickt werden. Dahinter steckt ein Plädoyer für eine offene und plurale Gesellschaft.


Unsere Tipps für die Filmwoche:


Dienstag, 23. Mai, um 20.15 Uhr : Zaatari Djinn (Jordanien)

Für Fatma (12), Ferras (10), Miryam (15) und Hammoudi (8) ist Zaatari, eines der großen Flüchtlingscamps im Nord-Osten Jordaniens, das Zuhause. 80.000 Menschen leben im Sommer 2015 hier, mehr als 80 Prozent davon Kinder. Materielle Not und das Warten auf Neuigkeiten von zu Hause prägen den Alltag in diesem Zelte-Kosmos mitten in der Wüste, in dem der tägliche Wassertransport die einzige Verbindung zur Außenwelt zu sein scheint. Die Kamera nimmt die Perspektive der Kinder ein und folgt ihnen in ihre eigene Welt. Ein Film voll mystischer Begegnungen und kindlicher Phantasie.
  • Zu Gast: Filmemacherin Catherine van Campen


Samstag, 27. Mai, 14.00 Uhr: Saydnaya, Inside a Syrian Torture Prison (Syrien)

Abgesehen von einem vagen Satellitenfoto gibt es keine Bilder von dem syrischen Gefängnis "Saydnaya”. Besuche sind verboten und Organisationen wie Amnesty international wird der Zugang verwehrt. Für die Außenwelt scheint es beinahe unmöglich an Informationen über den Schauplatz der Unmenschlichkeit und des Grauens zu gelangen. Ehemalige Insassen sind die einzige Möglichkeit etwas darüber zu erfahren. Anhand akustischer Erinnerungen zeigt die Dokumentation ein Architekturplan des Foltergefängnisses. Ein Film in Zusammenarbeit von Amnesty international und Forensic Architecture.

Samstag, 27. Mai, 16.00 Uhr: Checks and Balances (Algerien)

Malek Bensmaïl hat einen Film gedreht während der letzten Wahlen in Algerien, bei denen sich der autoritäre Machthaber Bouteflika zum vierten Mal zur Wahl stellte. Der Film beobachtet die Redaktion einer oppositionellen Zeitung, die im Grunde alles daran setzt, die Wiederwahl zu verhindern. "Was bedeutet Demokratie eigentlich? Wie weit geht die Freiheit des Einzelnen?", all das sind Fragen des Films.
  • Zu Gast: Filmemacher Malek Bensmaïl.


Sonntag, 28. Mai, 13.00 Uhr Women in Sink (Palästina, Israel)

Eine israelische Regisseurin hängt eine Kamera über das Waschbecken in einem Friseursalon. Während sie den Frauen die Haare wäscht, kommen sie ins Gespräch, über die Liebe, das Leben, aber auch über das ethnische Zusammenleben im Nahen Osten. Die Geschichten der Frauen porträtieren das Leben in Israel mit oft unerwarteten Blickpunkten.
Was: Internationale Filmwoche des Freiburger Film Forums
Wann: Montag, 22. Mai, bis Sonntag, 28. Mai 2017
Wo: Kommunales Kino Freiburg im Alten Wiehrebahnhof, Urachstraße 40
Eintritt: Einzeltickets kosten 8 Euro (6 Euro ermäßigt)
Kartenvorbestellungen unter: 0761 / 45980011 (jeweils am Tag vor den Vorstellungen)
Programm und Timetable: Website des Filmforums

Über 50 Filme aus insgesamt 22 verschiedenen Ländern zeigt das Freiburger Film Forum dieses Jahr. Von sieben Minuten Kurzfilm bis zu drei Stunden Spielfilm ist alles dabei. 28 Filmemacherinnen werden persönlich anwesend sein, um ihre Werke im alten Wiehrebahnhof vorzustellen. Los geht’s am Montag, 22. Mai, mit dem Eröffnungsfilm Callshop Istanbul