Diese 3 Technologien könnten unsere Welt verändern

Felix Klingel

Beim Kongress Hightech Summit im Europa-Park drehte sich alles um die neusten Technologien – fudder war dabei und hat die wichtigsten Trends zusammengefasst. Außerdem gewann ein Freiburger Start-Up einen begehrten Förderpreis.

Das 5G-Mobilfunknetz

Die Instagram-Story lädt wieder ewig? Miserabler Empfang innerhalb von Gebäuden? Das könnte bald der Vergangenheit angehören – das neue Mobilfunknetz 5G soll bereits in einigen Jahren einsatzbereit sein. Es bietet deutlich mehr Empfang in Gebäuden und ist wahnsinnig schnell. Einen Spielfilm in HD-Qualität kann man damit in wenigen Sekunden herunterladen. Zugegeben: Das hört sich verlockend an, so richtig brauchen tut man es nicht (zumal das in Deutschland teure Datenvolumen sofort am Ende wäre).

Unsere Handynutzung wird 5G also nicht komplett revolutionieren – das soll es auch nicht. Professor Hans D. Schotten von der TU Kaiserslautern betont in seinem Vortrag auf dem Hightech Summit zu 5G, dass das neue Netz vor allem eine Schlüsseltechnologie für die vernetzte Industrie sein wird.

Denn 5G bringt nicht nur extrem hohe Datenraten mit sich, sondern auch eine geringe Latenz. Darunter versteht man eine Verzögerung, die Daten brauchen, bis sie ankommen. Eine solche Verzögerung hat bisher viele Technologien verhindert, die auf schnellen Reaktionen vieler Daten basieren.

Ein Beispiel ist die Augmented Reality, also die erweiterte Realität. Das Handyspiel Pokémon Go ist ein Beispiel für eine solche erweiterte Realität. Ein etwas nützlicheres Beispiel sind Datenbrillen, die in der Industrie oder der Medizin helfen, komplizierte Vorgänge auszuführen. Dazu darf die Datenbrille aber die Realität nicht verzögert darstellen, "sonst wird einem ganz schnell schlecht", sagt Professor Schotten.

Ein weiteres Beispiel für den Einsatz von 5G ist der Verkehr. Autos, Ampeln und Straßenschilder könnten sich mit dem neuen Funkstandard sicher und ohne Verzögerung vernetzen. Das wäre ein weiterer Schritt in Richtung autonomes Fahren. "Viele der Anwendungen werden unser Leben dramatisch verändern", sagt Professor Schotten zu 5G.

Druck und 3D-Drucker

3D-Drucker sind schon länger im Gespräch – und inzwischen haben die Geräte ihre wackeligen Kinderjahre überstanden. Lange Zeit waren sie als Spielzeuge von Hobbybastlern verschrien. Doch inzwischen sind sie in der Wirtschaft angekommen. In der Medizin spielen sie eine wachsende Rolle, das gleiche gilt für die Fertigung. Die industrielle Massenproduktion wird das Drucken vermutlich nicht ersetzen, doch bei geringeren Stückzahlen ist das Verfahren effizienter und günstiger als die herkömmliche Produktion.

Was mit einem Druckverfahren alles möglich ist, zeigt die gedruckte organische Elektronik. Michael Scherer vom Heidelberger InnovationLab stellte das Projekt eines Bissdruck-Sensors vor, der aus dem Drucker kommt. Patienten beim Zahnarzt können auf den dünnen Sensor beißen und der Arzt sieht digital, wie seine Kaudruckverhältnisse sind. Dank dem Druckverfahren kann der Sensor günstig und in großer Stückzahl hergestellt werden.

Big Data

Eines der beliebtesten Schlagwörter, wenn es um das digitale Zeitalter geht, ist Big Data. Das Wort bezieht sich erst einmal auf die enormen Datenmengen, die jeder so hinterlässt bei seinem Weg durchs Internet. Es umfasst aber auch deren Verwendung – und daran sind vor allem Unternehmen interessiert . Daniel Gehring, Manager bei der Frauenmodekette Orsay, erzählt in seinem Vortrag, dass durch die Daten der Kunde in den Mittelpunkt des Verkaufs gerückt werden soll.

Weiß das Unternehmen etwa, dass einer Frau die Farbe Rot nicht gefällt, bekommt diese Frau im besten Fall keine roten Klamotten mehr vorgeschlagen. Das System von Orsay soll aber noch weitergehen: Sobald es genügend Daten gibt soll es in Zukunft möglich sein, eine präzisiere Vorhersage zu treffen: Was gefällt einer Kundin – und was nicht. Braucht sie gerade ein Kleid – oder doch eine Hose?
Über die Veranstaltung

Ziel des High Tech Summits ist es, wichtige Trends in der Digitalisierung für die Wirtschaft zu thematisieren. Es fanden Vorträge zum Thema statt. Außerdem konnten Firmen ihre innovativen Produkte zeigen. Mehr als 1.000 Teilnehmer waren bei der Veranstaltung. Organisiert wird der Hightech-Summit vom Wirtschaftsministerium und der Wirtschaftsinitiative Bwcon.

Außerdem fand auf dem Higtech-Summit die Preisverleihung für den Cyber One Award 2017 statt. Den Preis gewannen die Firmen Blue Inductive aus Freiburg, Auctq Biosystems aus Mannheim und Baupilot aus Biberach. Der Award ist einer der begehrtesten Auszeichnungen für technologieorientierte Start-Ups und Unternehmen im Südwesten. Gekürt werden besonders zukunftsweisende Geschäftskonzepte mit je 10.000 Euro Preisgeld.

Das Freiburger Unternehmen Blue Inductive stellt kabellose Aufladestationen für Industrieroboter und elektrische Gabelstapler her. Außerdem beschäftigt sich Blue Inductive mit erneuerbaren Energien und hat den weltweit ersten Wechselrichter für solare Energie hergestellt.

Die Firma Aucteq aus Mannheim hat einen Bioreaktor konzipiert, in dem sich Mikroorganismen und Zellen kultivieren lassen. An diesen können dann Versuche durchgeführt werden. Das Startup Baupilot aus Biberach richtet sich an alle Häuslebauer: Auf ihrer Website möchte das Unternehmen alle vorhandenen Baugrundstücke in einem bestimmten Radius speichern.