Musik

Diese 18-Jährige aus der March hat ihren ersten eigenen Song veröffentlicht

Charlot Behrens

Die 18-jährige Laura Graf aus der March hat Anfang März ihren ersten Song "Alles in Einem" veröffentlicht. Ab Mai tritt sie in Freiburg bei Veranstaltungen auf. fudder hat mit ihr gesprochen.

Warum machst Du Musik, Laura?

Obwohl ich aus einer Sportler-Familie komme, habe ich schon früh damit angefangen. Mit zehn habe ich meinen ersten Song geschrieben und mit 13 habe ich angefangen, mir Gitarre spielen beizubringen. Ich habe eigentlich immer Songs geschrieben, aber habe sie nie mit anderen geteilt. Klar, irgendwann haben es auch Freunde mitbekommen, aber ich bin damit nie an die Öffentlichkeit gegangen. Obwohl ich überhaupt kein schüchterner Mensch bin. Ich habe meine Wohnzimmermusik gemacht und war glücklich damit.
"Ich habe meine Wohnzimmermusik gemacht und war glücklich damit."

Wie kam es dazu, dass Du doch an die Öffentlichkeit gegangen bist?

Im Sommer 2016 habe ich den Song "Herzradar" geschrieben und kam plötzlich an den Punkt, an dem ich dachte: Ich will diesen Song mit der Welt teilen. Nur leider geht das nicht so schnell. Im Dezember 2016 habe ich die Möglichkeit bekommen, in ein Studio zu gehen. Das war im Haus der Jugend in der Wiehre, Freunde kannten den Inhaber. Anfang 2017 haben wir den Song dann aufgenommen, und wie der Zufall es wollte, fand zur selben Zeit die Veranstaltung "My Stage" im Haus der Jugend statt. Ich wurde gefragt, ob ich Lust hätte, da aufzutreten.

Ich stand davor noch nie mit eigenen Songs auf der Bühne. Ich hatte bisher nur auf Geburtstagen oder Cover-Songs gesungen. Außerdem hatte ich keine Band. Aber der Sohn des Inhabers ist Drummer und eine gute Freundin von mir spielt Keyboard. Das war meine provisorische Band. Wir mussten innerhalb einer Woche Songs einspielen. Der Aufritt war der Wahnsinn. Ich war so aufgeregt, aber das Feedback war echt toll. Das war mein erster richtiger Auftritt, vor ungefähr 40 Leuten.

Wie ging es weiter?

Nach der "My Stage" war drei Monate Pause. Dann fragte mich der Drummer, mit dem ich bei "My Stage" gespielt habe, ob ich seiner Band helfen würde, eigene Songs zu schreiben. Seine Band sollte bei "Freiburg stimmt ein" spielen. Im Gegenzug hat die Band mich begleitet, wenn ich meine Songs performt habe. Ich war sofort dabei. Darauf folgte die schönste Zeit meiner bisherigen Musiklaufbahn. Es war so verrückt, weil wir uns alle nicht wirklich kannten und es trotzdem von Anfang an super harmoniert und gepasst hat. Ab da gab es uns nur noch zu viert und wir waren eine richtige Band. Im Sommer 2018 hatten wir einige Live-Auftritte, was uns sehr zusammen geschweißt hat. Wir nannten uns "The charismatics" Wir waren von der Musikrichtung her komplett verschieden: Die Jungs liebten die 80er- und 90er-Jahre und ich mache Deutschpop, aber es ging uns um den Spaß. Irgendwann hat mir das aber nicht mehr gereicht. Ich wollte mehr.

"Es war schon immer mein Traum, meinen eigenen Song mal in einer Spotify-Playlist zu finden."

Hast Du danach "Alles in Einem" geschrieben?

Noch nicht ganz. Davor habe ich mich an YouTube gewagt. Ein Freund von mir studierte Film und hat mit mir das Musikvideo zu "Herzradar" gefilmt. Zwischen den Aufnahmen von "Herzradar" und dem Hochladen des Musikvideos lag fast ein ganzes Jahr. In dieser Zeit hatte ich Auftritte und ein paar Gesangsstunden, die mir sehr geholfen haben, dadurch hatte sich meine Stimme sehr entwickelt. Heute singe ich "Herzradar" ganz anders. Ich hatte etwas angst das Video hochzuladen, weil meine Stimme dem aktuellen Stand eigentlich nicht mehr entsprach. Ich habe es trotzdem hochgeladen, und das Musikvideo kam gut an. Sogar mehr als gut, denn im Dezember 2018 haben mich daraufhin zwei DJ’s aus Berlin angeschrieben.

Das Musikvideo zu "Herzradar" von Laura



Das waren "Fremde Passagiere", mit denen Du "Alles in Einem" produziert hast.

Ja, genau. Sie meinten ich hätte eine coole Stimme und fragten mich, ob ich auch etwas schnellere Nummern hätte. Ich habe zu dem Zeitpunkt an "Alles in Einem" geschrieben und habe ihnen dann die Akustikversion von dem Song geschickt, den ich wieder im Haus der Jugend, nur mit Gitarrenbegleitung aufgenommen hatte. Dann ging alles ganz schnell. Die beiden haben den Song abgemixt, ich habe einen Vertrag unterschrieben und obwohl wir uns nie gesehen haben und alles über das Internet lief, hat alles super geklappt. Weil alles über ein Label lief, kann man den Song jetzt kaufen. Das ist total cool. Es war schon immer mein Traum, meinen eigenen Song mal in einer Spotify-Playlist zu finden.

"Alles in Einem" von Fremde Passagiere feat. Laura



Was ist die Geschichte hinter Deinen Songs, beziehungsweise speziell hinter "Alles in Einem"?

Mit meinen Songs versuche ich, vergangene Dinge festzuhalten, und sie gleichzeitig los zu lassen und damit abzuschließen. Bei "Alles in Einem" hat mich ein plötzliches Ereignis komplett aus der Bahn geworfen. Davor habe ich eher ruhigere und emotionalere Songs geschrieben, aber bei "Alles in Einem" war ich wütend. Ich will mit dem Song klar machen, dass es reicht, wie man ist.

"Aber mein Ziel ist die ganz große Bühne. Oder mal im Radio laufen."

Wie soll es in Zukunft mit Deiner Musik weiter gehen? Gibt es schon nächste Projekte?

Ja, tatsächlich bin ich schon an einem neuen Projekt dran. Ich mache gerade etwas mit einem DJ aus Freiburg. Das wird etwas ganz anderes und ich bin schon sehr gespannt, was am Ende dabei raus kommt. Außerdem sind für den Sommer Live- Auftritte geplant. Der erste findet am 25. Mai beim Jugendaktionstag im Stadtgarten satt. Aber mein Ziel ist die ganz große Bühne. Oder mal im Radio laufen.

"Es ist etwas ganz anderes, ob du auf der Bühne deine Geschichte erzählst oder die von jemand anderem."

Sind die Live-Auftritte wieder mit der Band oder alleine?

Meine alte Band hat sich im Oktober 2018 aufgelöst. Seit Januar 2019 habe ich aber eine neue Truppe, die auch sehr cool ist. Ein Teil von ihnen kommt aus Lörrach und muss pendeln, weshalb wir immer sagen, dass wir "Laura and the pendlers"sind. Es ist zwar nicht so intensiv, wie mit der letzten Band, aber es kommen in Zukunft ein paar geile Gigs. Wir machen zwar alle noch unser eigenes Ding, aber es passt trotzdem. Ich bezeichne mich auch eher als Solokünstlerin und Singer-Songwriterin anstatt als Sängerin. Es ist etwas ganz anderes, ob du auf der Bühne deine Geschichte erzählst, oder die von jemand anderem. Ich kann mich besser damit identifizieren, wenn ich meine eigenen Songs singe.

Hast Du außerhalb der Musik noch Pläne für die Zukunft? Oder konzentrierst Du Dich nur auf die Musik?

Ich habe im letzten Sommer mein Abitur am St. Ursula-Gymnasium gemacht und bald ein dreimonatiges Praktikum hinter mir. Danach geht es für mich für zwei Monate nach Bali und dann möchte ich Kommunikation oder Psychologie studieren. Die Musik werde ich die ganze Zeit nebenbei weiter verfolgen. Aber ich möchte mich nicht allein darauf konzentrieren, weil ich denke, wenn ein Weg sich finden soll, findet er sich auch. Klar, man muss auch etwas dafür tun, aber man muss es auch einfach passieren lassen.


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