Während eines Einsatzes

Diebe stehlen alle Medikamente aus Malteser-Rettungswagen

Joachim Röderer & aktualisiert um 16 Uhr

Diebe haben in der Nacht zum Mittwoch während eines Notfalleinsatzes 56 Medikamentenampullen aus einem Rettungswagen der Malteser gestohlen. Der Rettungsdienst warnt dringend vor der Einnahme dieser Medikamente.

Die Malteser Hilfsdienst in Freiburg hatte den reichlich dreisten und auch gefährlichen Diebstahl am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite gemeldet und den Fall geschildert: Danach ist in der Nacht auf Mittwoch in einem Rettungswagen während eines Einsatzes das gesamte Medikamentenfach leergeräumt worden. Die unbekannten Diebe haben 56 Medikamentenampullen im Wert von 300 Euro mitgenommen. Der Arzneischrank an Bord war abgeschlossen, doch die Diebe fanden den im Fahrzeug an einer bestimmten Stelle deponierten Schlüssel. Den legten sie nach der Tat auch wieder an seinen Platz zurück.


Technisches Problem mit Schiebetür

Die Besatzung versorgte in dieser Nacht zunächst für längere Zeit einen Patienten in der Talstraße in der Wiehre und wurde im Anschluss daran zu einem Einsatz beim Holzmarkt in der Altstadt gerufen. Der Zeitraum der Einsätze lag zwischen 3 Uhr und 6.30 Uhr.

Das Fahrzeug sei bei allen Einsätzen über die Fernbedienung des Fahrzeugschlüssels verschlossen gewesen, heißt es. Was nicht ausgeschlossen werden könne, sei die Möglichkeit, dass die Schiebetür nicht richtig einrastete und somit die Zentralverriegelung nicht funktionierte. Es gebe bei den Fahrzeugen hier immer wieder mal ein technisches Problem, weswegen der betroffene Rettungswagen auch erst in der Werkstatt war, so Rettungsdienstleiter Hierholzer.

Lebensgefahr bei missbräuchlicher Nutzung

Betäubungsmittel werden grundsätzlich nicht im Rettungswagen mitgeführt. "Die tragen unsere Notärzte direkt am Mann", so Hierholzer. Der Grund dafür ist übrigens eine Diebstahlserie vor zehn Jahren, als bei Einsätzen in der Altstadt immer wieder Notarztkoffer geplündert wurden. Gestohlen wurden bei dem neuen Fall unter anderem Schmerzmittel, Wirkstoffe gegen Herzrhythmusstörungen, Beruhigungsmittel, muskellockernde Medikamente und Gegengifte. Daniel Hierholzer warnt dringend vor dem Einsatz dieser Arzneimittel. "Wenn die Medikamente missbräuchlich genutzt und etwa in die Venen gespritzt werden, dann kann das lebensgefährlich sein". Die Diebe interessierten sich offenbar allein für die Medikamente. Den Tablet-Computer im Führerhaus ließen sie nämlich unbeachtet liegen.

Sachdienliche Hinweise zu dem Fall nimmt das Polizeirevier Freiburg Süd unter Tel. 0761 / 882-4421 entgegen.