Fasnet

Dieb klaut Freiburger Wetterhexen die Kasse

Simone Höhl

Der Freiburger Zunft wurde am Wochenende die Kasse gestohlen. Darin: Die Einnahmen von der Straßenfasnet, die auch Kinderveranstaltungen finanzieren sollten.

Das Auto der Kassiererin der Freiburger Zunft wurde am Samstagabend vor der Mooswaldhalle in Hochdorf aufgebrochen, berichtet die Zunft. Irgendwann zwischen 19.30 Uhr und 23.15 Uhr hat jemand aus einer geschlossenen Kiste drei Geldkassetten gestohlen, darin: Die Einnahmen vom Hexenstand tagsüber auf der Straßenfasnet in der Altstadt samt Wechselgeld – 2700 Euro. "Wir leben von dem Geld und finanzieren damit auch Kinderveranstaltungen", sagt Zunftvogt Uwe Stasch.


In die Zunftkasse fließen sonst nur Mitgliedsbeiträge

Die Wetterhexen betrieben den Getränkestand, um ihre Zunftkasse aufzubessern, in die sonst nur Mitgliedsbeiträge fließen, erklärt der Zunftvogt. "Es ärgert uns, und es ist traurig, dass jemand so etwas machen muss", sagt Uwe Stasch. Doch wichtig sei, dass keinem etwas passiert ist.

"Wir leben von dem Geld und finanzieren damit auch Kinderveranstaltungen"Zunftvogt Uwe Stasch
Am meisten ärgert sich wohl eine Wetterhexe: "Unsere Kassiererin macht sich Vorwürfe, klar. Aber wenn man viel Fasnacht macht und schafft, ist man wenig daheim...", meint Stasch. Der Fehler sei passiert. Die Wetterhexen haben Anzeige bei der Polizei gestellt und auf ihrer Facebookseite über den Vorfall berichtet. "Wir hoffen auf Hinweise", sagt der Zunftvogt. Den Post hätten schon bis zu 50 000 Leute gesehen.

Solidarität von anderen Zünften

Doch es gibt auch eine gute Seite der Geschichte, wie Stasch erzählt: Die Wühlmäuse waren erschrocken über den Vorfall und haben spontan eine Spende zugesagt. Die 70 Jahre alte Zunft aus Littenweiler ist die diesjährige Protektoratszunft der Freiburger Fasnet und gleichzeitig die Patenzunft der Wetterhexen, die gerade 30 Jahre alt geworden sind.

Die Breisgauer Narrenzunft, der Dachverband der 34 Freiburger Zünfte, will den Wetterhexen einen Teil der Standgebühren erlassen und der Herrenelferrat gab am Montag gleich 111 Euro, sagt Stasch, der auch Sprecher der Breisgauer Narrenzunft ist und sich freut: "Das tut gut, die Solidarität unter den Narren ist groß."

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