Die unsichtbare Gefahr: Wo in Deutschland Atomkraftwerke stehen

Amelie Herberg

Auf den Tag genau 25 Jahre nach Tschernobyl und sechs Wochen nach Fukushima bleibt ein ungutes Gefühl: Was wäre, wenn es als nächstes ein Atomkraftwerk in unserer Umgebung trifft? Eine Grafik zeigt, wo und wieviele Menschen in Deutschland in direkter Nähe zu einem Atomkraftwerk leben. Die stehen auch im Ausland, so wie das AKW Fessenheim, gerade einmal 25km Luftlinie von Freiburg entfernt.

In Japan wurden bisher alle Einwoher, die näher als 30 Kilometer am Kraftwerk Fukushima leben, evakuiert. In Tschernobyl hatte die Evakuierungszone zunächst den selben Radius, auch wenn tatsächlich noch weitaus größere Gebiete radioaktiv verseucht wurden. Eine interaktive Grafik der ZEIT zeigt, dass in Deutschland knapp 10 Millionen Menschen im Umkreis von 30 Kilometern zu einem Atomkraftwerk leben, vor allem im Nordwesten und im Südwesten. Gäbe es ein Unglück im AKW Fessenheim würde nach dieser Regel auch Freiburg evakuiert werden müssen.


Besonders groß ist Dichte im untersten Zipfel Südbadens. Durch die Nähe zur französischen Grenze sind die Einwohner hier gleich von vier Atomkraftwerken in unmittelbarer Nähe umzingelt.     Wie sehr ein Atom-Unfall einen Ort tatsächlich verändern kann, zeigt das Beispiel der Stadt Pripjat nahe Tschernobyl. Eine Gruppe von Künstlern aus Berlin, Moskau und Minsk ist für zwei Tage in die Sperrzone gereist. Sie zeigt in einer sehr düsteren Fotodokumentation den Ort, der durch Tschernobyl über Nacht plötzlich zur Geisterstadt wurde.
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    [Bild: AFP]