Studierendenbefragung

Die Uni Freiburg will von Dir wissen, wie Du das Studium findest

Anika Maldacker

Alle wollen nach Freiburg und beim Lehramt gibt es Luft nach oben: Das kommt heraus, wenn man die Studierenden der Uni Freiburg befragt. Die Befragung aller Studierenden findet alle drei Jahre statt – in diesem Jahr noch bis Ende Juli.

Seit Mai und noch bis Ende Juli sollen die Studierenden der Uni Freiburg an einer Befragung teilnehmen. Was soll damit erreicht werden?

Carolin Wagner: Die Vollerhebung findet alle drei Jahre statt. Sie ist immer anonym. Teilnehmen sollen alle Studierenden der Uni Freiburg, außer Doktorandinnen und Doktoranden. Ziel ist, herauszufinden, wie die allgemeine Situation von Studium und Lehre an der Uni Freiburg ist. Im Fragebogen gibt es verschiedene Schwerpunkte. Es geht um Rahmenbedingungen wie Studienberatung oder Mentoring. Dann aber auch um die Organisation und die Qualität der Lehre. Die Daten werden von der Universität und den Fakultäten im Rahmen des Qualitätsmanagements genutzt, um die Bedingungen für die Studierenden bestmöglich zu gestalten.

Gibt es bei der diesjährigen Befragung einen Schwerpunkt?

Carolin: In diesem Jahr liegt ein Schwerpunkt des Fragebogens auf der Studieneingangsphase, also den ersten beiden Semestern. Wir wollen wissen, wie die Studierenden sich zurechtfinden, was ihnen gefehlt hat und wissen, was die typischen Hürden sind, die es erschweren sich an der Uni zurechtzufinden. Aus der Forschung weiß man, dass die ersten Semester entscheidend für den Studienerfolg sind. Wir wissen auch aus unseren Befragungen, dass 50 Prozent der Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher im ersten Jahr abbrechen. Weil diese Phase entscheidend zu sein scheint, wollen wir sie mithilfe der Studierenden besser verstehen und womöglich Hürden beim Ankommen an der Uni abbauen.
Befragung der Studierenden

Die Vollerhebung unter den Studierenden der Uni Freiburg findet alle drei Jahre statt. Jede und jeder Studierende sollte per Mail einen personalisierten Teilnahmelink zugeschickt bekommen haben. Auch über das System Ilias gelangt man zur Befragung. Auf der Webseite der Uni gibt es mehr Infos zur Befragung. Unter allen Teilnehmerinnen und -nehmer werden außerdem mehrere Gewinne verlost.

Was wollt ihr noch mit der Befragung herausfinden?

Natalie Boros: Ein anderer Schwerpunkt ist das neue Lehramtsstudium. Uns interessiert, wie die Umstellung von Staatsexamen auf polyvalenten Bachelor und Master funktioniert hat. Für die Betroffenen gibt es dazu einen Fragenblock.

Wie viele Fragen sollen die Studierenden beantworten?

Carolin: Das ist schwierig zu beantworten, da jeder Teilnehmende einen etwas anderen Fragebogen erhält, je nach Studiensituation. Insgesamt gibt es aber zehn Frageblöcke mit insgesamt mindestens 100 Fragen.
Carolin Wagner (34), und Natalie Boros (32) arbeiten in der Abteilung Qualitätsmanagement Studium und Lehre der Uni Freiburg. Carolin arbeitet seit anderthalb Jahren dort, Natalie seit sieben Jahren. Carolin ist studierte Soziologin und Politologin, Natalie ist Diplom-Psychologin.

Wie viele Studierende haben 2016 bei der Befragung teilgenommen?

Carolin: 2016 haben 31 Prozent aller Studierenden, die wir angeschrieben haben, teilgenommen. Das waren rund 7200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Auch 2013 waren es rund 30 Prozent, die mitgemacht haben. Es ist also immer rund ein Drittel der Studierenden, das teilnimmt.

Wie viele haben bei der aktuellen Befragung bisher mitgemacht?

Natalie: Bisher sind es rund 26 Prozent. Am Mittwoch haben wir wieder eine Erinnerungsmail verschickt, dann wird der Prozentsatz wieder steigen. Was uns überrascht hat: eine Woche, nachdem wir die erste Mail verschickt hatten, haben schon 18 Prozent aller Studierenden teilgenommen, das sind mehr als 3000 Studierende. Den Grund vermuten wir darin, dass wir in den vergangenen Jahren intensiv vermittelt haben, dass die Befragung sehr wichtig ist. Auch die Dozierenden haben wir gut involviert. 2013 gab es zunächst noch Vorbehalte, dass man als Fach bewertet und verglichen wird.

Carolin: Befragungen nehmen ja auch abseits der Hochschulen zu. Diese Kultur hat sich einfach mehr etabliert. Wahrscheinlich spielt auch eine Rolle, dass wir unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern attraktive Preise wie einen Tandemsprung oder ein Fahrrad verlosen.

"Die Stadt und die Region locken die Studierenden scheinbar an." Carolin Wagner

Wie lange dauert es, bei der Befragung teilzunehmen?

Carolin: Eine Studentin hat mir rückgemeldet, dass sie rund 20 Minuten gebraucht hat, die Befragung aber auch hätte schneller machen können.

Was habt ihr bei der Befragung von 2016 Besonderes herausgefunden?

Natalie: Damals haben wir freiburgspezifische Fragen gestellt. Beispielsweise wollten wir wissen, wie wichtig die Region als Faktor für die Wahl des Studienorts ist.

Carolin: Da kommt dann immer heraus, dass die Region sehr wichtig ist. Die Stadt und die Region locken die Studierenden scheinbar an. Für fast 50 Prozent der Befragten war es 2016 in der Befragung "sehr wichtig", in Freiburg zu studieren. Wir haben mit einer Fünferskala befragt. 30 Prozent der Befragten war es "wichtig".

Wen befragt ihr?

Natalie: Wir befragen mit jeweils eigenen Fragebögen die Exmatrikulierten – also die Abbrecher und Wechsler – , die Absolventinnen und Absolventen und dann als Vollerhebung alle eingeschriebenen Studierenden. Dafür haben wir am 7. Mai mehr als 20.000 Mails verschickt.

Wie gebt ihr die Ergebnisse aus den Auswertungen weiter?

Carolin: Wir erstellen für jeden Fachbereich eine Übersicht, wenn mehr als zehn Personen einer Lehreinheit mitgemacht haben. Es gibt rund 40 Lehreinheiten an der Uni Freiburg. Die Germanistik ist beispielsweise eine Lehreinheit, aber dazu gehören mehrere Studiengänge.

Natalie: Was wir nicht machen, ist die Ergebnisse bewerten. Wir geben die Ergebnisse nur an die Fächer weiter. An ihnen liegt es dann, inhaltliche Schlüsse zu ziehen. Die Erkenntnisse und daraus abgeleiteten Maßnahmen werden innerhalb der Fakultäten und im Rahmen der Akkreditierung der Studiengänge herangezogen.

"Die meisten Studierenden studieren gern an der Uni Freiburg." Natalie Boros

Welche Besonderheiten sind euch bei früheren Befragung aufgefallen?

Carolin: Mehr als die Hälfte der Absolventinnen und Absolventen der Uni Freiburg hat in Baden-Württemberg ihre Hochschulzugangsberechtigung erlangt.

Natalie: Bei der Befragung 2016 fiel auf, dass es vielen Studierenden schwer fiel, ins Ausland zu gehen und alles dementsprechend zu organisieren. In einer späteren Befragung hat sich aber gezeigt, dass es die Befragten kaum gestört hat. Was auch herauskam: Die meisten Studierenden studieren gern an der Uni Freiburg.

Was hat die Studierenden sonst noch gestört?

Natalie: Als die Unibibliothek von der Stadtbibliothek in die neue UB umgezogen ist, haben wir in dem Punkt viele negative Rückmeldungen erhalten. Beim Lehramt gab es teilweise viel Unzufriedenheit. Viele haben kritisiert, dass es zu wenig Praxisbezug gebe. Daran wurde und wird nun gearbeitet. Generell geben einige Studierende an, dass es an der Uni zu wenig Praxisbezug gebe. Es gibt einen intensiven Diskurs darüber, ob – und wenn ja in welchen Fächern – Praxisbezug oberes Ziel universitärer Lehre ist.

Carolin: Die Webseite der Uni wird auch als nicht sehr hilfreich befunden. Aber das war vor drei Jahren.

Was gefällt den Studierenden an der Uni Freiburg – außer Freiburg?

Natalie: Die Lehre und die Lehrenden, der Kontakt zu anderen Studierenden. Im Allgemeinen scheinen die Studierenden sehr zufrieden.

Carolin: Die Breite und Vielfalt des Lehrangebots wird als sehr gut bewertet.

Welcher Lehrbereich hat die besten Resultate?

Carolin: Wir machen kein Ranking zwischen den Fachbereichen.

Wie schneidet die UB in den Rankings ab?

Carolin: Die UB ist immer mal wieder Thema. Dass es immer noch ein Platzproblem gibt, hören wir auch in Gesprächen mit Studierenden heraus. Mehr zum Thema:

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