Nachtbetrieb

Die UB Freiburg schließt ab Oktober um 24 Uhr

Felix Klingel

Ab Oktober ist die UB nachts geschlossen: Das vermeldet die Uni Freiburg in einer Pressemitteilung. Der Betrieb endet um 24 Uhr und startet wieder um 7 Uhr. Als Grund für die Umstellung gibt die Uni den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen an.

Die Uni Freiburg muss Geld sparen: Hohe Kosten durch Energie- sowie Gebäudenutzung und Mieten von Ausweichquartieren belasten das Budget. Seit April ist deswegen im Gespräch, die Universitätsbibliothek (UB) nachts zu schließen. Nach einer Prüfung der Nutzung in den Nachtstunden ist die Universitätsleitung nun zu dem Entschluss gekommen, dies umzusetzen.


Ab Oktober soll die UB ab 24 Uhr ihre Pforten schließen und um 7 Uhr wieder öffnen. Zwischen diesen Uhrzeiten gehen die Besucherzahlen enorm zurück, teilweise seien nicht mehr als 30 Personen im Gebäude, heißt es in der Pressemitteilung der Universität. Durch die Schließung sollen jährlich insgesamt 300.000 Euro eingespart werden.

In Prüfungszeiten soll nun das KG IV am Wochenende öffnen

"Wir sollten öffentliche Mittel dazu verwenden, die Leseplätze dann zur Verfügung zu stellen, wenn sie gebraucht werden", sagt Unirektor Hans-Jochen Schiewer zur Entscheidung. Mit einem Teil des gesparten Geldes will die Uni zu den Prüfungszeiten an insgesamt 16 Wochenenden den Lesesaal im KG IV öffnen. "Das hilft den Studierenden mehr als eine gering genutzte UB in den Nachtstunden", so der Rektor in der Pressemitteilung.



Dabei stolperte die UB über ihren eigenen Erfolg: Durch die starke Nutzung stiegen die Betriebskosten deutlich – obwohl der Neubau weniger Energie verbraucht als sein Vorgänger. So halbierte sich der Stromverbrauch (alte UB: 684 kWh, neue UB: 318 kWh) und besonders der Rückgang des Wärmverbrauchs ist enorm: die UB verbraucht nun weniger als 20 Prozent im Vergleich zum Vorgänger (alte UB: 1.157 kWh, neue UB: 224 kWh). Ebenso senkte sich der Wasserverbrauch um ein Drittel.

Die neue UB ist sparsam – trotzdem steigen die Kosten

Doch die hohen Besucherzahlen der neuen UB sorgen dennoch für einen Anstieg der Kosten. In der alten UB lag die Zahl der jährlichen Besucher vor dem Abriss bei etwa 1,65 Millionen. Diese Zahl hat sich nun fast verdoppelt: Mehr als 3 Millionen Studierende und Gäste kommen jährlich in die neue UB.

Außerdem belasten die gestiegenen Preise für Strom, Wärme und Wasser den Geldbeutel der Universität. Und: Ein Sicherheitsdienst muss nachts für Ordnung im Gebäude sorgen. Seit 2015 ist auf Grund des großen Andrangs auch tagsüber Security im Haus. Alles in allem belaufen sich die jährlichen Betriebskosten der UB damit auf etwas über 1,7 Millionen Euro. Die Kosten für den Gebäudebetrieb sind nicht Teil des UB-Etats, sondern werden direkt von der Universität beglichen. Mit der nächtlichen Schließung hofft die Universität die Kosten auf 1,4 Millionen Euro im Jahr zu senken.

Der 24-Stunden-Betrieb der UB kam erst mit dem Ausweichquartier in der Stadthalle, während die UB in der Innenstadt abgerissen und neu gebaut wurde. Um die Einschränklungen der Notlösung in der Stadthalle auszugleichen, führte die UB die Nachtöffnungszeiten ein. Die Zahl der Betriebsstunden stieg dadurch von 4576 auf 8736 Stunden im Jahr an – wieder ein Kostenfaktor. Durchgehend geöffnet haben in Baden-Württemberg momentan zwei Unibibliotheken: die in Karlsruhe und Konstanz.



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