Die super-arrogante Saisonvorschau

Dirk Philippi

Großkotzig, unbarmherzig, einzigartig ? die überheblichste Saisonvorschau des Deutschen Eishockeys ist wieder da! Volker Racho und Dirk, unser Eissportenthusiast, haben es sich wie jedes Jahr für EHClive, das Wölfe-Magazin für gepflegte Eishockey-Kultur, zur Aufgabe gemacht, eine LKW-Ladung Schmäh, Hohn und Spott über Freiburgs Oberliga-Konkurrenten auszuschütten. Aber Achtung: Lachkrampfgefahr ? und vergesst Mark Twain.



  In einer Liga, für die wir stets viel zu gut waren, heuer selbstredend sind und auch für alle Ewigkeit immer sein werden, wimmelt es natürlich von untalentierten Lückenbüßern, namenlosen Nichtskönnern und unsympathischen Haudraufs. Niemand kann erwarten, dass der dem hehren Sportsgeist verpflichtete, seit Jahrzehnten von Topp-Eishockey verwöhnte Freiburger Besucher mit diesen Sammelsurien systemloser Selbstüberschätzer irgendetwas anfangen kann. Mit dieser Saisonvorschau in der Tasche braucht Euch aber die kommende Oberliga-Saison nicht zu schrecken.




EHC Klostersee

 

Erstmal gut merken: Der Ort, aus dem diese Mannschaft kommt, heißt nicht Klostersee, sondern Grafing. Die älteren unter ihnen können sich bestimmt noch an den Spensberger Christian erinnern, eigentlich ein Rosenheimer, der mit 18 von zuhause weggegangen und im Cafe Elke in Zorneding in den Backofen gezogen ist. Jedenfalls war der immer so braun, dass es von einem Solarium allein nicht sein konnte. Immerhin hat Klostersee mit Youri Ziffzer kürzlich auch einen eigenen Goalie hervorgebracht, dessen Vater Vorstand beim Klub und Geschäftsführer beim DSF war. Seit er dort weg ist, sind die Sport-Clips allerdings auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Alles in allem weder unheimlich noch fabelhaft, auch wenn ein Gründungsvater namentlich Emil Wolperdinger war.

Wen wir unbedingt sehen wollen: Den Tschechen Vaclav “Knecht” Ruprecht, der in der Melissengeist-Defense den bärbeissigen Defensiv-Hulk mit dem Charme eines rostige Nägel fressenden Kirmeskünstlers und hinreißender Kevin-Gaudet-Gedächtnis-Porno-Frisur gibt.

Wen wir nicht sehen wollen: Cori Sicorschi. Irgendwie muss er ja mit dem gleichnamigen Unschiri verwandt sein, der uns alle schon ein paar Mal grausam verpfiffen hat und wenn es in der Oberliga keine Sippenhaft gibt, ja wo denn dann? Zudem Maskottchen Barni, das daherkommt als hätte es bei der Rechenolympiade mit “19” bei “3 mal 7” den dritten Platz belegt.



Heilbronner Falken

 

Vor einigen Jahre sagte ich noch: “Wenn ich da noch mal hin muss, soll mich bitte jemand erschießen!” Nun heißt es ja wirklich Falken nach Mannheim tragen, aber wird man die Brüder denn nie los? Da merkt man erst, wie schlimm ein Abstieg sein kann, wenn plötzlich eine Liga tiefer auch wieder die Neureichs zu Gast sind. Das eigene Geld verprassen reicht ihnen aber jetzt nicht mehr, jetzt muss die Mannheimer Kohle auch noch unters Volk. SAP sei Dank, nun braucht der Ernschtle Rupp nur noch den Hopp anbetteln und schon steht ein Sponsoring-Etat, der größer ist als das Bruttosozialprodukt von Burkina Faso.

Wen wir unbedingt sehen wollen: In jedem Fall Luigi Calzone, den hühnerbrüstigen Italo-Kanadier mit Hundehütten-Figur (in jeder Ecke ein Knochen), der perfekt wie kein anderer das sizilianische Teigwarengeschäft (heiße Luft innen, wabbelige Teigtasche drum herum) verkörpert. Coach Rico Rossi nur bedingt, sofern er sich zurück in seine italienische Zeichentrickserie beamt und seinem Hund Gastone die Pfoten leckt.

Wen wir nicht sehen wollen: Heiko Vogler. Der staksige Bewegungsdilettant mit motorischen Defekten erwies sich schon in zahllosen Inline-Hockey-Spielen und Ib-Matches als völlig talentfreie Belastungsprobe für den Spieluntergrund. Sollte besser als Gesichtshauttester für Schmirgelpapier arbeiten. Insgesamt gibt es keine Maschine, die messen kann wie egal Heulbronn uns allen ist!



EV Füssen

 

Wie lange muss sich die Erde noch drehen, bis der EV Füssen endlich kein Altmeister mehr ist, sondern schlicht und ergreifend nur noch ein stillgelegter Haltepunkt aus der Postkutschenzeit? Die guten Zeiten der Allgäuer liegen länger zurück als der Goldrausch in Klondyke. An einem Tag besuchen mehr Touristen die Königschlösser als Eishockeyfans die Spiele der Leoparden in einer ganzen Saison. Wenn der World Wild Life Fund die Namensgeber der Mannschaft vor dem Aussterben rettet, schafft es dann der geschäftsführende Vorstand Jürg Tiedge mit seinen immer noch nicht geleerten Schatullen auch?

Wen wir unbedingt sehen wollen: Andre Irrgang, der Irrwisch im Tor, hat vor Jahren monatelang im Auto geschlafen, weil ihm sein damaliger Verein die versprochene Wohnung nicht zur Verfügung stellte. Die Frage bleibt: Wo zum Teufel hatte er das Auto her? Weiter und nur um ihn subito und im Einklang wieder aus der Halle zu brüllen noch: Schorsch Holzmann-Raus.

Wen wir nicht sehen wollen: Benjamin Gottwalz, der Neuzugang aus Kaufbeuren hatte bei der angeblichen Vertragsunterzeichnung laut Bild in der EHN eine ganze Unterschriftenmappe vor sich liegen (das war wirklich schlecht getürkt, Freunde!).



Ratinger Ice Aliens

 

Sind das die sportlichen Erben des EC Ratingen, der dem deutschen Eishockey 1990 den Deutsch-Russen-Tsunami gebracht hat? Oder sind es die Nachfahren jener DEL-Mannschaft, die mehr Steuerberater mit “ü” im Nachnamen als linksschießende Stürmer beschäftigte? Oder sind es nur die Düsseldorfer, die keine Verwandten im Vorstandsbeirat haben und deshalb nicht bei der DEG spielen dürfen?

Wen wir unbedingt sehen wollen: Torwarttrainer Andrej Trefilov, denn wer als Goalies Marco Ohmann, Ronny Glaser und Carsten Solbach im Aufgebot hat, braucht definitiv keinen Torwarttrainer, sondern erst mal einen Torwart.

Wen wir nicht sehen wollen: Dennis Cardona. Der Ex-Bad-Nauheimer Haarlackierer nervt uns vom Warmlaufen bis zur Schlusssirene und wer von ihm nur annähernd gepflegten Eissport erwartet, sollte besser mit Stevie Wonder flippern gehen!



Hannover Indians

 

Dass sie die Lokalrivalen der ehemaligen Wedemark Scorpions sind und die Agrarwirtschaftler aus Mellendorf noch weniger leiden können als wir, macht sie auf Anhieb sympathisch. Und die Erinnerung an den grandiosen 12:3-Playoff-Sieg, als Znarok, Fedossow und Co. mit altmeisterlichem Cinemascope-Hockey bester russischer Schule die Gastgeber zu Statisten degradierten, ist immer noch eines der Highlights Freiburger Auswärts-Historie.

Wen wir unbedingt sehen wollen: Danny Reiss ist der jüngste Spross einer ehemaligen DDR-Kanadier-Familie und mit Wade Winkler wollen wir gemeinsam die schönsten frankophonen Alliterationen der postmodernen Ahornblatt-Poetik rezitieren.

Wen wir nicht sehen wollen: Zum einen Co-Trainer Joe “Gentleman” West, der unglaublicherweise tatsächlich noch einen Synapsen-Legastheniker gefunden hat, den er zur Kasse bitten kann. Zum anderen Jamie Chamberlain, der nach seiner Hauptrolle in ?Fackeln im Sturm’ ein leidiges Statisten-Dasein führt, und des weiteren die Stiefmutter aller Minor-League-Feindbilder, Alexander Schuster. Wenn Grobmotorik Radfahren könnte, müsste das geborene Manta-Fahrer-Model sogar bergauf bremsen!



TEV Miesbach

 

Wieder so ein kleiner bayrischer CSU-Stamm-Verein, dessen Name billigste kalauerhafte Anspielungen auf das Niveau der Mannschaft erlaubt. Aber der boarisch-gemütliche Marktort zwischen Kleinköpferl und Stürzelhof hat dem deutschen Wintersport mit Christa Kinshofer die bekannteste Vorzeige- und Ausziehblondine seit Urzeiten beschert und die Rumrich-Brüder haben zu ihren besten Zeiten nicht nur die Diskotheken in Freiburg, sondern die Eisflächen in ganz Deutschland gerockt.

Wen wir unbedingt sehen wollen: Rudi Sternkopf, denn als Deutschlands Eishockey-Fans noch nicht einmal wussten, was eine Kid-Line ist, hatte der EHC Freiburg schon eine: Christian Ott, Rudi Sternkopf, Tauno Zobel. Rock on Rudi!

Wen wir nicht sehen wollen: Ganz einfach alle, die schon mal in Tölz gespielt haben!



EC Peiting

 

Vor Jahrzehnten war es der Schildbürgerstreich bajuwarischer Lokalpolitik schlechthin, als sich die beiden kaum 5 km voneinander entfernten Orte Schongau und Peiting fast gleichzeitig ein neues Kunsteisstadion leisteten. Nicht viele gaben Eishockey in Peiting keine Überlebenschance. Aber inzwischen hat sich das Team aus dem Pfaffenwinkel zu einer festen Oberligagröße ge”schmaußer”t (die beste Comedy, der meiste Spaß, einfach EHClive).

Wen wir unbedingt sehen wollen: Kanada-Import Rainer Hudel, The Nudel, sowie Anton Saal, der vor zwei Jahren ein Angebot aus Freiburg hatte, sich aber zuerst einmal in aller Ruhe die Stadt ansehen wollte und dann schließlich nach Bremerhaven (!!!) ging...

Wen wir nicht sehen wollen: Speckmatte Alexander Wedl und Alexandre Pagé. Mit dem Namen, nein, das geht schon mal gar nicht (siehe ausführliche Begründung bei Eisbären Juniors).



SC Riessersee

 

Dass der SC Riessersee nicht aus einem gleichnamigen Ort, sondern dem fast schon mondänen Garmisch-Partenkirchen kommt, ist in Eishockey-Deutschland ungleich bekannter als die Herkunft des EHC Klostersee. Dass beide dennoch in der gleichen Liga spielen, ist aber nicht einmal paradox. Denn letztlich dreht sich Eishockey ums Geld und wenn Du keins hast, ist es egal, ob du dazu stehst (Klostersee) oder so tust als ob es ganz anders wäre (Riessersee). Dazu passt dann auch die weitere Parallele, dass ein annähernd als Medienmogul zu bezeichnender Mann bei den einen das Sagen hatte (DSF-Ziffzer in Klostersee) und bei den anderen immer noch hat (Ex-Radio-Oberland-Moderator Ralph “Peaches” Bader in Riessersee).

Wen wir unbedingt sehen wollen: Marcus Bleicher, denn Spieler, die bekennender Weise ihre Wohnung aufräumen, haben höchsten Seltenheitswert.

Wen wir auf keinen Fall sehen wollen: Ersatz-Goalie Andrea Demont: Eishockeyspieler mit Mädchennamen gehören in eine Pierre-Pagé-Mannschaft.



Eisbären Juniors Berlin

 

Der erste und einzige Eishockey-Club Deutschlands, der einer Sekte gehört. Hier wird Deutschlands Topp-Eishockey-Nachwuchs darauf getestet, wer Pierre Pagés Gehirnwäsche-Training mit der 1. Mannschaft am besten verkraftet.

Wen wir unbedingt sehen wollen: Den Assistenten des Torwarttrainers für 3-gegen-5-Unterzahlsituationen. Wir wissen zwar nicht, wie er heißt, aber den gibt’s bestimmt.

Wen wir auf keinen Fall sehen wollen: Beim Gastspiel in Berlin wollen wir auf gar keinen Fall den esoterischen Sprücheklopfer und dauerweichgespülten Eishockeyspielerversteher Pierre Pagé sehen. Auch nicht hören. Gar nichts. Der DEL-Chefcoach kümmert sich nämlich auch viel um den Nachwuchs. Aber wenn wir kommen, soll er einfach weg bleiben und uns den Spaß an drittklassigem Eishockey ohne Zuschauerinteresse nicht mit weltfremden Botschaften und wiedergekautem NHL-Fachwissen weganalysieren.



EC Bad Tölz

 

Die zweite Schachtel, auf der Altmeister drauf steht und in der nicht einmal mehr erkaltete Asche drin ist. Als vor 100 Jahren, um genau zu sein am 14. Oktober 1906, Prinzregent Luitpold Bad Tölz zur “Stadt” erhob, muss er jedenfalls zuvor mit irgend ?nem finnischen Torhüter ausreichend Wodka durchs Alphorn gezogen haben.

Wen wir auf jeden Fall sehen wollen: Im Sturm Barbara Schöneberger und den ESBG-Flüchtlingsbeauftragten Adrian Albanese. Zudem *hicks* natürlich Torwart Marko Suvelo. Sie wollen wissen wie man mit 2 Promille im Blut 135 km/h schnelle Hartgummischeiben fangen kann? Marko zeigt’s Ihnen!

Wen wir auf keinen Fall sehen wollen: Jan Schinköthe, der inzwischen bei so vielen Klubs angeheuert hat, dass bei “frühere Vereine” Weisswasser keinen Platz mehr hat. So bleibt leider meistens unerwähnt, dass sein größter sportlicher Erfolg die Erringung der Schlesischen Meisterschaft 1907 war.



EV Ravensburg:

 

Die Stadt der schlampigen Talente. Dietmar Habnitt, Klaus Weber, David Volek und viele andere. Woran liegt es? Jahrelang auch die Stadt eines gefürchteten offenen Stadions, jetzt die Stadt einer der schönsten Arenen des Landes. Die Zweite Bundesliga lockt mit Macht und Ravensburg würde ungern widerstehen.

Wen wir auf jeden Fall sehen wollen: Dion Delmonte. Wenige Spieler in dieser Sportart sind vor unserer Schmäh sicher, weil sie sich unseren Respekt auf und neben dem Eis verdient haben. Dion ist einer von ihnen.

Wen wir auf keinen Fall sehen wollen: Peppi Eckmair. Der fröhliche Gaudi-Bursch ist inzwischen als Hobby-Harmonika-Spieler beim Moik’schen Musikantenstadl oder im väterlichen Bierzelt besser aufgehoben als auf einer Eisfläche. Physiotherapeut Jan Repka, der Erfinder des Blutspendens durch die Nase, dürfte Arbeit bekommen mit Loth, Kujala und Dolezal, die mittlerweile derart von Krampfadern geplagt sein dürften, dass sie beim Ravensburger Faschingsball als Landkarten gehen können.



Starbulls Rosenheim

 

Ist es nur ein verbaler Zufall oder sprachliche Präzision, dass die Namen, die das Rosenheimer Stadion in früheren Jahren schon trug, “Marox” und “Frucade”, zusammengezogen den Begriff “marode” ergeben? Die Duelle Rosenheim ? Freiburg sorgten häufig für extreme Ergebnisse, gnadenlose Abfertigungen hüben (18:1, 15:3) wie drüben (9:2) waren allerdings häufiger als unnachgiebige Defensivschlachten (1:0).

Wen wir auf jeden Fall sehen wollen: Trainer Ron Chyzowski (sprich: Tschai-sauskie). Der ist sooo nett, da ist unser netter Herr Löw ein richtiger Kotzbrocken dagegen.

Wen wir auf keinen Fall sehen wollen: Paul Weisman, der ungehobelte deutsch-amerikanische Uniklotz steht so derartig im Weg rum, dass man die Umleitung nehmen muss, wenn man an ihm vorbeifahren will. Jeremy Stasiuk, der so breit ist, dass er und Weisman zusammen die dreispurige Autobahn am Irschenberg sperren könnten.



Blue Devils Weiden

 

Eine der inzwischen zahlreichen Eishockey-Kleinstädte, in denen der frühere EHC-Torjäger Leos Sulak als Trainer die Tore abmontieren ließ. Unglaublich, dass es Eishockeyspieler gibt, die die herrliche Südtiroler Landschaft um Neumarkt mit dem Potemkinschen Sibirien-Ersatz Weiden einzutauschen bereit sind.

Wen wir auf jeden Fall sehen wollen: Petr Korinek tingel-tangelt immer noch durch die mitteleuropäische Eishockeywelt. Wird sein Auftritt im gegnerischen Dress das Rätsel seiner beeindruckenden slowakischen Skorer-Statistiken lösen, die er in der DEL-Saison der Wölfe auch nicht annähernd bestätigen konnte?

Wen wir auf keinen Fall sehen wollen: Lukas Hausmanninger. Wenn wir uns mit Landshuter Namensungetümen beschäftigen wollten, hätten wir ja gleich in der 2. Liga bleiben können.

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EC Bad Nauheim

In Bad Nauheim gehen die Uhren anders - nicht nur die Stadionuhren. War früher die flächendeckende Vernichtung großzügiger Mäzenatenmoneten bis zum Exitus das ungeschriebene Programm im hessischen Großdorf, gibt man sich nach einem fast schon salvenartigen Intermezzo kurzlebiger Nachfolgevereine ungewohnt kleinlaut.

Rohrverleger Michael Eckert hat die alleinige Aufgabe, mit einer Ansammlung niederklassiger Wandervögel, von denen heute viele nur noch wandern, und namenloser Kontingentmurmler die Klasse zu erhalten. Jacques Villeneuve und Mad Pondhockey sind jedenfalls die ersten Eishockey-Spieler, für deren Auslandsbewerbungen eigens zwei Ligen erfunden wurden und die sich hinter der Matrix als Fantasy-Spieler aus einer Fantasy-League entpuppen werden.

MERKE: Bei Mario Willkomms Abschied wird Brett Hammond mit Sicherheit orgeln!



EC Bad Tölz

„Eine Mannschaft, die vielleicht besser ist, als es notwendig gewesen wäre!“ - Angesichts dieser überheblichen Selbsteinschätzung aus dem Tölzer Umfeld klingt die Besorgnis von Coach Axel Kammerer, seine Abwehr sei „fast zu dünn besetzt“, schon wie ehrliche Selbsterkenntnis. Ein Charakterzug, den man dem dickfelligen DEL-Dropout allerdings nicht zusprechen kann.

Ganz sicher wird uns der Tölzer Vierkant-Nachfolger, der endlich mal das zach´sche Poesiealbum zurückgeben sollte, wieder mit einigen dieser unglaublichen 2,08 Meter großen Kinder heimsuchen, die im gottesfürchtigen Isarwinkel statt des Vaterunsers das Eishockey-ABC verlernt haben. Barbara Schöneberger will außerhalb der DEL jetzt richtig Hupen und Viona Harrer hofft im Tor nicht getunnelt zu werden.

MERKE: Für die hüftsteife Defensiv-Kolonne mit der Leichtigkeit einer arktischen Bohrinsel sollte die IG-Metall Wolfratshausen eine polynesische Bauchtanz-Praktikantin beantragen.



Eisbären Juniors Berlin

Diese Wundertüte enthält bis jetzt nur brave Wollpullis, die ihr Pausenbrot ohne Kruste essen, den Tee auf der Bank mit dem Strohhalm schlürfen und es weder zu einem Wikipedia-Eintrag noch zu einem Starschnitt in der Brandenburger Bäckerblume bringen werden.

Berlins bissigste Jungs, die auf dem Mannschaftsfoto wie geklonte Soldaten einer vorzeitig abgesetzten Weltraumserie aussehen, werden nur an einer Stelle zubeißen, nämlich in den eigenen Allerwertesten, wenn sie merken, dass sie nur Statisten in einem miesen B-Movie samt erbärmlichem Drehbuch sind, während sich die Stars für den Hauptfilm in der neuen Halle am Ostbahnhof warm laufen. Blöd zudem, dass man angesichts der Schar hyperaktiver Leichtathleten einen Eishockey-Torhüter vergessen hat.

MERKE: Wenn kein System zu sehen ist, muss nicht unbedingt eines dahinter stecken.



Deggendorfer SC

Deggendorfs Aufstiegsteam war eine One-Man-Show. Thomas „Golden Hand“ Greillinger, der das letzte Fass Bier anstatt es auszutrinken gleich ganz verschluckt hat, wurde dadurch der erste Sumo-Ringer, der einen Vertrag im deutschen Eishockey unterschrieben hat.

Jetzt bekommt er einen kongenialen Stand-Up-Comedian-Partner: Goalie Reinhard Haider verdrängt Andreas Hitzlsperger bei dessen Eishockey-Debut im Tor und schreibt das 38. Kapitel seiner Sportlerbiographie „Ich, der Puck und das rote Licht dahinter“. Dass sportlich in Deggendorf kein Hammer hängt, zeigt der Umstand, dass das Karriereende des Eissport-Nihilisten Enrico Kock beweint wird wie der Unfalltod einer heiligen Kuh in Kalkutta.

MERKE: Wenn der Schinköter 'nen Haufen macht und der Philipp voll den Wein ziehrt, dann geht dem Günter der Eisenhut hoch!



Dresdner Eislöwen

Lässig blickt Babsi der neuen Saison entgegen. Die Elbufer-Präsidentin freut sich angesichts des All-Star-Spiels im neuen 29-Millionen-Hallen-Schnäppchen einen zweiten Absatz in die Pumps.

Damit ihr beim Unternehmen Wiederaufstieg niemand ins Ostra-Gehege kommt, hat Manager Jan Tabor die Mannschaft umgekrempelt. Wir bezweifeln allerdings, dass diese schlecht lackierte Riester-Kombo die Ärmel hochkrempeln wird. Namen wie Musial, Vit, Hruby, Sikora und Cermak sind immer noch eher Synonyme für Talentverschwendung als für harte Maloche.

MERKE:
Wenn’s mit dem Aufstieg nicht klappt, ist hurtig der Gardner der Versager.



EHC Thüringen (Erfurt)

Welche geballte Eishockey-Kraft die Talentschmiede der bisher mehr im Verborgenen arbeitenden Regionalliga Nordost hervorbringt, will der EHC Thüringen beweisen. Aber Oh Mann: Im Tor stehen Otti Fischer und Kai Martin. Trainer und Gesichtsimitat Stefan Kagerer führt als „Ausbilder Schmidt“ das Team in der Form eines straff organisierten Gesinnungspuffs der nach Bevormundung dürstenden Laiendarsteller.

Alles in allem eine Kaderliste, die man sich nicht einmal anonym aus dem Netz saugen möchte.

MERKE: Dass es im gesamten Kader nur einen Rechtsschützen gibt, ist so bedeutend wie ein Sandkasten in der Sahara.



EV Füssen

Alle Jahre wieder: Heul-Susan-Tiedge jammert wegen fehlender Finanzen, aber irgendwie ist in Füssen am Ende des Tages immer noch Geld für eine weitere Saison semiprofessionelles Hockey da.

Jürg, der Bürg, muss irgendwo Säcke mit Golddukaten herum liegen haben, die noch von einem Überfall auf die Postkutsche derer von Thurn und Taxis stammen. Mit Heferle und Hemmerle spielen erstmals s´Äffle und´s Pferdle im schwäbischen Ostallgäu, die zudem im Talent-Rückwärts-Einparken einen tollen 38. Platz erreichten.

MERKE:
Auf der SAT1-Rich-List der 247 besten Oberliga-Spieler taucht von Daves Cracks keiner auf.



ESC Halle

Es gibt keinen Grund nach Halle zu fahren, außer man will sich bei der Stadtsparkasse einen Kredit besorgen, den man sonst nirgends bekommen würde.

Die Eissportenthusiasten aus der Saale-Metropole haben aber offenbar nur kleines Geld bekommen. Klassenerhalt – mehr wollen sie nicht von Trainer Ivan Horak und selbst das könnte schwer werden. Echte Hoffnungsträger sind im Team kaum auszumachen, Kasperczyk und Schertz hatten ihre beste Zeit noch vor dem Frauenwahlrecht, gegen die Lichtgestalten Lukas Smolka und Kevin Kern ist eine defekte IKEA-Reislampe ein Halogenscheinwerfer und die Tore von Martin Miklik allein sind so befriedigend wie eine Tabeldance-Bar im griechischen Männerknast.

MERKE: Dass das Stadion EissportHalle heißt, wäre sogar uns als Gag zu flach gewesen...



Hannover Indians

Am Pferdeturm wird diese Saison großes Pokern geboten. Trainer Joe „The Raiser“ West hat nicht nur einige Asse (Kondelik, Chamberlain) im Ärmel, sondern setzt auch auf seine „Overcards“ (Philips, Suchomski, Anderson). Den Final Table kann er trotz nicht optimaler Defensive kaum verpassen.
Die größte Verstärkung in der Verteidigung ist der Abgang von Alexander Schuster. Im Sturm dagegen beschreitet die Mannschaft des Großstadtfurunkels neue Wege: Mit Felix Krull und Sir Arthur Conan Doyle will man sich den Aufstieg erschreiben. Bleibt zu hoffen, dass Chefsekretär Huddy schon lesen kann.

MERKE: Ein Heads-Up mit den Indians sollte man sich für das freiwillige Finale aufsparen.



ESV Kaufbeuren

An der Wertach setzt man neuerdings auf die Scouting-Fähigkeiten von Klaus Habermann, der den Kader des Allgäuer Rivalen Landsberg zusammengebastelt und bedingt zweitligatauglich gemacht hat. Habermann hat illustre Cracks mit spinnigen Spleens ausgesucht.

Mit dem Kanadier Rob McFeeters und Ersatztorwart Martin Fous befinden sich gleich zwei passionierte Fuß-Fetischisten im Team, Nachwuchsstürmer Benjamin Röhling war Speisepilz des Jahres 2006 und Linksaußen Dennis Drommeter verzehrt nur Gemüse aus biologischem Anbau.

MERKE: Kaufbeuren ist das schlechtere Tölz, aber das bessere Rosenheim.



EHC Klostersee

Klostersee ist dieses Jahr so etwas wie das Outlaw-Team der Liga. In der Abwehr holzt neben dem kantigen Tschechen Vaclav Rupprecht jetzt auch noch „Most Wanted“ Alexander Schuster, was der Onepiece-Schläger hergibt.
Wer die beiden bepbachtet, die mit dem Charme eines Pfunds Zwiebelmett ausgestattet sind, wird den Puck nur selten zu Gesicht bekommen. Cori Sicorschi macht mit wachsender Freude all die schmutzigen Sachen, für die sein Bruder Ulpi als Schiedsrichter die Kollegen zum Duschen schicken würde. Nordlicht Oliver „Pain in the Ass“ Wälde wird auch heuer wenige Punkte sammeln, dafür aber reichlich Sitzfleisch verwursten.

MERKE: Einer der Saller-Brüder war mal ein Talent, welcher, das haben wir vergessen…



Blue Lions Leipzig

In Leipzig ist Allerlei viel zu groß. Die Zahl städtischer Insolvenzen, das Völkerschlachtdenkmal sowieso, mit Sicherheit auch Allerlei Erwartungen an das Team.

An die rührselige Story um die angebliche Geschwisterliebe, die den finnischen Ausnahmestürmer Kasper Kenig wie Hanni zu Nanni zu seinem Bruder Max nach Leipzig geführt haben soll, glauben wir ebenso wenig wie an die geplante Entführung von Johannes Heesters durch Außerirdische. Auch bei der BSG Aufbau regiert Allerlei Geld.

MERKE: Anmerkungen zum 1,66 m großen Nörgelschlumpf und Lolli-Verkäufer Esbjörn Hofverberg haben in einem Eishockey-Artikel nichts mehr zu suchen.



TEV Miesbach

Der TEV Miesbach hat dieses Jahr jeden verpflichtet, der beim Topfschlagen der kanadischen Sonderschulen einen Trostpreis gewonnen hat.

Trainer Breil ist nach zwei Monaten hartem Sommertraining mit zwei Halbprofis und drei Schulschwänzern immer noch stolz, bei einem Verein zu arbeiten, der noch nie Konkurs ging. Aber wer von Anfang an kein Geld hat, kann auch nicht insolvent werden.

MERKE:
Miesbach braucht einen guten Fluss, um den Einheitsbrei aufzulösen.



EHF Passau

Die Black Hawks imponieren mit den exotischsten Fremdenlegionären, die es je ins deutsche Eishockey verschlagen hat. Defensiv-Hulk Mike Muller spielte als erster Nordamerikaner eine Saison in Russland. Vladimir Gomov war langjähriger Torjäger beim bulgarischen Inlandsgeheimdienst.

Verteidiger-Muräne Istvan nagt als Topp-Verteidiger des Teams sicher nicht am Hungertuch. Auch Trainer Otto Keresztes stammt aus dem Stiefmutterland des Eishockeys, für das er 104 Mal das Nationaltrikot überstreifte.

MERKE: Am Aschermittwoch ist in Passau noch nicht alles vorbei.



EC Peiting

Das romantische Kleinod der Oberliga liegt idyllisch und elfengleich im paradiesischen Pfaffenwinkel.

Der malerische Marktflecken Peiting vereinigt all das in sich, was geplagte Großstädter an einem reiz- und unendlich stilvollen Refugium schätzen. Ein wahres Weltkulturerbe breitet sich in den lieblichen Lechauen aus. Kein Wunder, dass ein veritabler FDP-Bundestagsabgeordneter als Hausjournalist gewonnen werden konnte. Die lyrischen Laute von Werner Hoyer verzaubern die Hörerschar von Radio Oberland immer wieder aufs Neue und lockten mit Bobby Orr auch die Verteidigerlegende der NHL aus dem Ruhestand sowie mit Drimal ein echtes Kamel ins Welfenland zwischen Moränenhügel und mordernster Multifunktionsarena.

MERKE: Wenn der Bahnsteig auf 120 Meter verlängert wird, kann bei den Aborigines sogar ein Sonderzug halten.



Starbulls Rosenheim

Auf den ersten Blick wirken die Starbulls wie geklonte Tölzer Löwen.

Die Trainer Berwanger und Kammerer könnten ihre Ansprachen in vertauschten Kabinen zum Besten geben, die Spieler würden es wahrscheinlich nicht mal merken. Die gebetsmühlenhafte Predigt vom weiß-blauen Vertrauen in die eigene Stärke, vom Stabilsein und Scheibe-Tief-Diktat macht aus dem ehemaligen Zach-Hofnarren Berwanger, der sich in den letzten Jahren mühsam verselbständigt hat, eine Gülcan der Oberliga: er nervt! Für Botox-Hilger hat man mit Nathan, dem Weißen, und Jonathan Schnee, zwei veritable AOK-Gehhilfen in den Antennen-Palast geholt.

MERKE: Wenn Hardrock-Fan und Defender Duncan Dalmao rückwärts läuft, ist 'ne satanische Botschaft drin.



Rostocker EC

Bei den Neuverpflichtungen war den Ostsee-Piranhas keine Liga zu schlecht oder zu weit oder beides.

Timmendorf, Höchstadt, Mödling und Herne tauchen auf der Eishockey-Landkarte nur auf, wenn der Maßstab 1:1000 heißt. Guildford kennt man in Freiburg wenigstens dann, wenn man ab und an zu schnell fährt und geblitzt wird. Präsident Peter Dickmanns hat Trainer Yashin („Mann, ist der dick, Mann!“) nach dessen Sommerferienjob als Wellenbrecher vor Heiligendamm für einen Sack Schokotaler in die Schillingallee zurück geholt, damit er bei der Zusammenstellung der Mannschaft ein gewichtiges Wort mitreden konnte.

MERKE: Mit Romy Schneider in der Abwehr ist für Tränen gesorgt.



Blue Devils Weiden

Soap-Trainer Alex Stein unternimmt mit seinem Kader schwer erziehbarer Oberfranken eine maximal sechsmonatige Bildungsreise durch das gesamtdeutsche Eishockeyniemandsland.

Wer dabei am meisten lernt, darf nächstes Jahr wieder weg. Konsonanten-Massaker Zbriger hat zumindest ein Rückflugticket in die Kosmetikabteilung vom Bloomingdale's schon geordert, während Miikaa Jääskee kommenden Sommer das Sprachstotterzentrum am Syväri-See eröffnen wird. Und wer fürs Eishockey gar nicht taugt, kann immer noch ´rüber machen und in Tschechien Spargel stechen.

MERKE:Wenn ein Weihnachtsplätzchen so viel Zucker hätte, wie diese Mannschaft Feuer, dann wäre es ein Knäckebrot.

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