Interview

Die Studententheatergruppe Maniacts spielt ab Februar "The Vagina Monologues"

Simona Eftimova

Zehn Frauen, zwei Männer: Ab Anfang Februar führt die englischsprachige Studententheatergruppe Maniacts das Stück "The Vagina Monologues" auf. Im Interview erklären die beiden Regisseurinnen den Kern des Stücks.

Das Bühnenstück der Studententheatergruppe Maniacts ist ein Teil der Veranstaltungsreihe mit dem provokativen Namen "Pussy Power: The Full Cycle of Feminism", die derzeit läuft und Themen wie Feminismus und weibliche Sexualität aufgreift, deren Schwerpunkt auf sexuellem Missbrauch und Gewalt liegt. Maria-Xenia Hardt (28) und Charlotte Großmann (27), zwei der Regisseurinnen des Stücks "The Vagina Monologues", erzählen im Interview mit Simona Eftimova mehr über die Idee des Stücks und warum sie über die Vagina reden müssen.


BZ: Jedes Semester bringen die Maniacts mit neuem Team und Konzept eine Produktion im englischen Original auf die Bühne. Wie funktioniert das?
Hardt: Die Maniacts sind anders organisiert als andere studentische Theatergruppen, weil wir kein festes Kollektiv sind. Wir casten jedes Semester ein komplett neues Ensemble. Es gibt immer einen "Call for Plays", bei dem Leute ihre Ideen für ein Stück vorstellen können. Wir stellen die Infrastruktur zur Verfügung und bieten Unterstützung für diejenigen, die noch nie Regie geführt haben. Die Gruppe dieses Mal besteht aus zehn Frauen und zwei Männern, von denen niemand bis jetzt bei den Maniacts auf der Bühne gestanden hat.


BZ: Das Stück ist Teil des Programms "Pussy Power: Full Cycle of Feminism", das verschiedene Veranstaltungen zum Thema Frauensexualität umfasst. Was genau steht hinter dem provokanten Namen?
Hardt: Mit dem Slogan "Pussy Power" greifen wir stark den politischen Bereich des Themas auf. Unser Ziel mit der Veranstaltungsreihe um dieses Theaterstück herum ist, einen Raum zu öffnen, der politisch, aktivistisch und künstlerisch sein kann. Es sind ganz verschiedene Angebote wie ein Poetry Slam und eine Party, mit denen wir mehr Aufmerksamkeit generieren wollen.

Mit der Aufführung wollen wir die Weiblichkeit auch sehr physisch ins Rampenlicht rücken. Maria-Xenia Hardt

BZ: "Die Vagina-Monologe" basiert auf dem Buch der US-Autorin Eve Ensler von 2001, in dem Frauen von ihren sexuellen Erfahrungen und Fantasien, aber auch von sexuellem Missbrauch erzählen. Wie kam es letztlich dazu, dass Sie dieses Stück für die Bühne gewählt haben?
Hardt: Wir hatten schon früher über "Die Vagina-Monologe" gesprochen und finden, dass es sehr wichtige Inhalte an unseren jetzigen Zeitpunkt im Leben und in der Welt heranträgt. Als wir mit unseren Kollegen Sarah Busch und Kai Wörner darüber diskutierten, was wir dieses Semester inszenieren könnten, haben wir uns alle einstimmig für "Die Vagina-Monologe" entschieden.
Großmann: Kurz darauf war in Freiburg die Gruppenvergewaltigung. Das war für uns noch ein Grund, uns mehr mit dem Thema zu befassen und das ganze Programm zu organisieren.

BZ: Was erwartet die Besucher der Inszenierung?
Hardt: Mit der Aufführung wollen wir die Weiblichkeit auch sehr physisch ins Rampenlicht rücken. Oft ist die Thematik mit Scham, negativen Gefühlen und Erfahrungen besetzt und man redet nicht gerne darüber. An dem Abend wird nicht nur ein Netz aus Texten entstehen, sondern auch eine Gemeinschaft, zu der das Publikum eingeladen ist, teilzunehmen und zusammen die Vagina zu feiern.

Wie definieren wir eigentlich die Frau? Die Antwort ist – wir tun es nicht. Charlotte Großmann

BZ: "Die Vagina-Monologe" ist ein extrem feministisches Bühnenwerk. Spielen die Männer dabei eine negative Rolle?
Großmann: Nein, es geht nicht darum, jemanden anzuschwärzen oder Täter darzustellen, sondern darum, was für Erfahrungen Menschen mit weiblicher Sexualität gemacht haben und wie ambivalent alles ist. Wie definieren wir eigentlich die Frau? Die Antwort ist – wir tun es nicht. Es lässt sich nicht so einfach erklären, weil Frauensein ganz viele Aspekte haben kann.
Infos:

Was: "The Vagina Monologues"
Wann: Aufführungen am 8., 9., 10. und 15., 16., 17. Februar, jeweils um 19.30
Wo: TheaterFISTung im Hörsaal Fahnenbergplatz
Weitere Infos: Website& Facebook

Weitere Veranstaltungen im Programm:
  • Pussy Poetry Slam: 29. Januar, um 19.30 im ArTik in der Haslacher Str. 25/43
  • Pussy Party: 31.01, um 22 Uhr im White Rabbit, Leopoldring 1
  • Perspektiven auf 20 Jahre Vagina Monologues, Gruppendiskussion: 12. Februar, um 19.30 in der TheaterFISTung im Hörsaal Fahnenbergplatz