Im Grün

Die Stadt will, dass der Kyosk schon um 22 Uhr schließt

Sina Gesell

Der Vorschlag des Verwaltungsgerichtshofs beim Streit um den "Kyosk" im Quartier "Im Grün" ging der Stadtverwaltung offenbar nicht weit genug: Der als Kneipe betriebene Kyosk soll künftig um 22 Uhr schließen.

Die Stadtverwaltung hat den Vorschlag des Verwaltungsgerichts um einige Punkte ergänzt: So soll der als Kneipe betriebene Kyosk an der Adlerstraße künftig nur noch eine reine Verkaufsstelle sein und um 22 Uhr schließen. Der Betreiberverein Interym will sich gegenüber der BZ vorerst nicht äußern.


Anlass für den gerichtlichen Kompromissvorschlag ist der Streit zwischen Stadt und Anwohnern mit den Betreibern des Kyosk um nächtlichen Lärm (die BZ berichtete). Wie der Vorschlag des Gerichts aussieht, dazu macht die Behörde in Mannheim keine Angaben: "Wir halten uns bedeckt, um die Vergleichsgespräche nicht zu gefährden", sagt Pressesprecher Matthias Hettich.

Kompromiss um "Sorgfaltspflichten" erweitert

Der Vorschlag der Stadtverwaltung sieht laut Rathaussprecherin Edith Lamersdorf vor, die Nutzung auf eine reine Verkaufsstelle zu begrenzen. Zudem sollen die Öffnungszeiten bis 22 Uhr eingeschränkt werden. Interym teilte am Freitag auf BZ-Nachfrage mit, sich am Wochenende mit dem Thema zu beschäftigen. Im Vorfeld hatten Mitglieder von Interym deutlich gemacht, dass der Kyosk eher Treffpunkt als Kiosk ist: Er sei "seit nun seit über 18 Jahren ein halböffentliches Wohnzimmer ohne Konsumdruck", heißt es in einer Pressemitteilung.

In den Ergänzungen vom Rathaus sind zudem "verschiedene Sorgfaltspflichten des Betreibers" angefügt. Das bedeutet unter anderem: "Kein Lärm, kein Müll, keine Außenbestuhlung", so Lamersdorf. Zudem soll der Kyosk künftig von einem anderen Verantwortlichen als bisher geführt werden können. Mitglieder von Interym hatten zuletzt angedeutet, einen eingetragenen Verein zu gründen, um als Mieter infrage zu kommen.

Die Ergänzungen hat die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben dem Verwaltungsgerichtshof bereits vorgelegt; Interym hat laut Hettich noch bis 15. August Zeit, um auf den Vorschlag zu reagieren.