Nach den Drogenfunden

Die Stadt Waldkirch will einen Neuanfang beim AJZ

Sylvia Sredniawa

Das Autonome Jugendzentrum in Kollnau bleibt "bis auf weiteres" geschlossen. Das teilte die Stadtverwaltung in einem Pressegespräch im Nachgang zu den Drogenfunden im AJZ mit.

Die "Denkpause" sei, wie Oberbürgermeister Roman Götzmann sagte, auch im Sinne der vier Vorstandsmitglieder – alles Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren, die erst seit September im Amt waren und von der Situation "völlig überrollt" wurden. "Der Vorstand möchte eine komplette Neuorientierung", so Götzmann.


Das AJZ soll sich verjüngen

Nachdem zuletzt ein Publikum im Alter zwischen 20 und 30 Jahren oder älter im AJZ dominierte und offenbar ein ungutes Eigenleben entwickelt habe, denke man nun eher an eine Schwerpunktsetzung bei jüngeren Jugendlichen. Am Status des selbstverwalteten Jugendzentrums wolle man möglichst nicht rütteln, aber Unterstützung geben bei der Konzepterarbeitung und mit Weiterbildung. Ein Neustart sei wichtig, um Vertrauen zurückzugewinnen.

Zudem will die Stadt eigene Angebote machen, nachdem sie seit kurzem mit Reza Begas einen neuen Leiter für die Jugendarbeit hat. Am vergangenen Freitag war das Haus der Jugend (mit dem AJZ im selben Gebäude, aber inhaltlich getrennt) erstmals seit vielen Monaten wieder von 16 bis 22 Uhr geöffnet. Im Wechsel mit den Veranstaltungen des Kommunalen Kinos soll nun an jedem zweiten Freitag ein offenes Angebot stattfinden.

Über die Eskalation der Lage im AJZ habe man keine Kenntnisse gehabt, so der OB, der auf Nachfrage aber feststellte, dass aus personellen Gründen in den vergangenen Monaten nur eingeschränkt eine mobile Jugendsozialarbeit in Waldkirch möglich war. Bei der Polizei geriet das AJZ dagegen seit Sommer verstärkt auf den Schirm: Bei Straftaten rund ums AJZ wurden über ein Vierteljahr hinweg – unter anderem – 24 polizeibekannte Personen festgestellt, berichtete Polizeirevierleiter Ulrich Hildenbrand, darunter 10 wegen Drogenhandel. Gegen eine Person liefen bereits 110 Ermittlungsverfahren. Unter den 20 Personen, gegen die nach der Razzia ermittelt wird, seien je drei aus Waldkirch und Gutach. Alle anderen kamen von außerhalb.

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