Die Sonne im Tank: Emissionsfrei Rollerfahren

Felix Lüttge

Vor dem Universitätsgebäude wurde heute um 13.00 Uhr "die erste Solartankstelle" eröffnet. Das graue Kunsstoffplateau mit den großen beweglichen Solarzellen hat die Firma Solon AG dort aufgestellt. Ihr Produkt: Ein Roller mit Sonnenenergie im Tank.



"Game over, CO2! Game on, emission-free mobility!" ist das Programm des Unternehmens, das vor dem KGII im Rahmen der Fachmesse für Solartechnik seine Elektroroller betankt. Die Roller werden mit Steckdosenstrom betrieben, der aus Solarenergie gewonnen wird.  Außerdem haben sie einen CO2-Austoß von 0 g. Wer jetzt an Klischeeelektrowägelchen wie Golfwagen oder Gepäcktransporte am Flughafen denkt, hat sich getäuscht.


Die Zweiräder von Vectrix beschleunigen von 0 auf 80 km/h in 6,8 Sekunden und kommen auf eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Damit stehen sie ihren Benzincousins im Stadtverkehr in nichts nach.



Bei einer Probefahrt durch die Stadt kann man sich selbst davon überzeugen. Von Vorteil zeigt sich dabei vor allem der Elektromotor, dessen dezentes Summen kaum die Unterhaltung mit dem Mitfahrer stört. Im Stand ist der Motor fast gar nicht zu hören und selbst beim Beschleunigen übertönt er das Gespräch nicht.

Für eine Probefahrt braucht man einen Motorradführerschein, weil die Roller mit 27 PS von der Leistung her mit einem Motorrad mit 250-400 ccm zu vergleichen sind. Wer den nötigen Lappen nicht besitzt, wird durch die Gegend kutschiert.

"Wir wollen zeigen, dass man auch ohne CO2 in der Stadt mobil sein kann", sagt Bastian Rösch von Solon AG. Andere aus dem Konzern gehen noch weiter und sprechen davon, an der modernen Technik richtig Spaß zu haben.

11.000 € muss man blechen für einen dieser Roller, während man einen Benziner für 7.000 bis 9.000 € bekäme. Die Betriebskosten sprechen allerdings für sich. Wer den Roller zu Hause betankt, nutzt zwar nicht die reine Solarenergie, bezahlt dafür aber statt neun Cent nur einen Cent pro Kilometer.



Oberbürgermeister Dieter Salomon, der bei der Eröffnung ein paar Worte sagte, zeigte sich beeindruckt. Er fand, man habe „optisch was hingestellt, was absolut Eindruck macht“ und er verkündete, Freiburg wäre „gern weiter dabei“, wenn es um Mobilität mit Solarenergie geht. Sicherheitshalber erkundigte sich der Bürgermeister ohne Motorradführerschein aber doch vor der Probefahrt bei seinem Chauffeur: "Also Sie wissen, wie das geht?"

Noch bis Samstagabend hat die Solartankstelle täglich bis 22.00 Uhr geöffnet und lädt zu Probefahrten ein.

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Intersolar 2007
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Solon AG: Website
Vectrix Motorroller: Website