Die Siedler gibt's jetzt auch als Browsergame

Christoph Müller-Stoffels

Die Siedler mag jeder. Gemeint ist nicht das Brettspiel, sondern die lustigen kleinen Figuren, die lange davor in den Computer gezwängt wurden, um dort Bäume zu fällen, Burgen zu bauen, und Land zu erobern. Nun wurden sie ins Internet entlassen: Die Siedler gibt es als Browsergame.



Alles fängt bei Die Siedler Online mit einem Rathaus an. Ein virtueller Tutor begleitet durch die ersten Stufen, die wie im Flug vergehen, während man mit “Ihr” angeredet wird. Ruckzuck ist man zehn Stufen weiter, hat Holzfäller, Steinmetze, Sägewerke, Anglerhütten und vieles mehr gebaut und wagt sich langsam daran, eine Armee auszubilden. Danach wird der Fortschritt ein bisschen langsamer. Hier muss ein Rohstoffengpass überwunden werden, da fehlt Baumaterial. Und einem ist auch nicht aufgefallen, dass plötzlich alle Bäume abgeholzt worden sind.


Das Browsergame ist den verschiedenen Computerspielen nicht unähnlich, auch wenn sich seit den Versionen für Amiga und MS-Dos einiges getan hat. Der Unterschied ist allerdings trotzdem gewaltig, denn wo früher ein ganzer Nachmittag (okay, plus Abend, mindestens) alleine vor dem PC draufging, muss nun kooperiert werden. Kommunikation mit anderen Spielern ist möglich und notwendig. Im Verlauf des Spiels kann Handel betrieben werden, ein Chatfenster zeigt, worüber sich die anderen Spieler unterhalten.

Gleichzeitig zum Spiel gibt es “Die Siedler Online TV”, wo Moderatorin Alexandra Polzin das Spiel vorstellen soll und armen Zeitgenossen auf der Straße auf die Nerven geht. Ob das Feature wirklich notwendig ist, sei dahin gestellt. Laut Polzin würde mit den Filmchen “eine Brücke von Fiktion zu Realität” geschlagen, da das Spiel “viele Parallelen zur Wirklichkeit” habe. Die Fiktion, das Spiel also, befindet sich noch in der Betaphase, was hin und wieder zu Fehlfunktionen führt. Aber das kennt man ja auch aus der Realität.



Womit das Spiel zweifellos glänzt, ist die Grafik, die für ein Browsergame in mehr oder weniger Realtime beeindruckend und unterhaltsam ist. Nicht immer machen die Handlungen der kleinen Figuren Sinn, aber der von der Siedler-PC-Game-Reihe mit geprägte “Wuselfaktor” steigert zweifellos die Attraktivität des Games, wie auch die Tatsache, dass die Produktion weiterläuft, wenn man nicht eingeloggt ist.

Um das Browsergame auf den Markt zu bringen, hat sich Entwickler Ubisoft mit Gamesload zusammen getan, das als Mitherausgeber seine Plattform zur Verfügung stellt. Reizvoll machen das Spiel die relativ intuitive Nutzung und die Tatsache, dass es kostenlos gespielt werden kann. Wer trotzdem Geld ausgeben will, kann das natürlich auch tun. Im Spiel hilfreiche Edelsteine können in verschiedenen Größenordnungen erworben werden. Nötig ist das aber nicht.

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  [Bilder: Promo]