Die Show "Mein Lokal, Dein Lokal" wird in Freiburg gedreht

Laura Wolfert

Von Gourmet-Küche bis Krokodil-Burger: Fünf Restaurants aus Freiburg und Umgebung nehmen an der Show "Mein Lokal, Dein Lokal" teil. Momentan laufen die Dreharbeiten. fudder war dabei und hat herausgefunden, wie die Sendung entsteht.

Auf dem Gelände des Freiburger Fußball-Clubs duftet es nach frittierten Pommes. Der Geruch kommt aus der "Burger Factory", einem rot angestrichenen American Diner, das am Rande des Spielfeldes liegt. Ein junger Herr, der ein weißes Hemd mit kleinen, aufgedruckten Flamingos trägt, läuft in Richtung des Diners. "Ciao, Roberto!", ruft er und winkt einem Freund zu. "Nochmal!", schreit ein Mann mit verschränkten Armen von außen. "Jetzt ein letztes Mal und mit der anderen Hand winken, bitte. Wir haben keine Zeit mehr".


Auf den Parkplätzen der Burger-Factory am Dietenbachpark laufen die Dreharbeiten der Show "Mein Lokal, Dein Lokal". Die Serie mit dem Untertitel "Wo schmeckt’s am besten" wird seit 2013 in unregelmäßigen Abständen auf dem Sender Kabel-Eins ausgestrahlt. Das Konzept: Jeden Tag lädt ein Restaurantinhaber vier andere Betreiber zum Testessen ein. Danach wird bewertet. Am Ende der Woche gewinnt das beste Restaurant 3.000 Euro.

Ist die Sendung nur gestellt?

In der Show sieht es so aus, als würden fünf Kollegen mal kurz miteinander essen – dabei geht ein Drehtag gerne mal neun Stunden. Wie sich Realität und Fernsehshow unterscheiden, zeigt sich schnell bei so einem Drehtag.

Zum Beispiel bei Markus Gradel, der Mann mit dem weißen Flamingo-Hemd. Sieben Mal dreht sich der Gastwirt um, setzt sein Lächeln auf und begrüßt seinen Mitstreiter Roberto Salamone, als sei es das erste Mal. Bis nach einer halben Stunde die ersten Sekunden des Drehtags im Kasten sind. Die Restaurant-Inhaber begutachten die Gasträume, Theke und Küche – alles wird gefilmt und mehrmals wiederholt.

Ein Realisator ist für den Inhalt der Show zuständig

Realisator Rudy Schönborn setzt seine Sonnenbrille auf den Kopf und winkt in seiner schwarzen Lederjacke ein Mitarbeiter zu Seite. "Aus dem Bild!", ruft er. Die Aufgabe des Realisators ist es, den Inhalt zu lenken. "Die Szenen sind nicht gestellt – wir haben ja kein Drehbuch im Kopf. Wir wiederholen aber natürlich häufig Szenen und benutzen verschiedene Kameraeinstellungen", sagt Schönborn. "Am Ende muss ja auch eine kleine Geschichte rauskommen: Von der Zubereitung des Krautsalats in der Küche bis zum 'Lecker!' der Mitstreiter am Tisch".

Das Team filmt jede Bewegung

Krautsalat steht heute auch auf dem Bestellblock des Burger-Factory-Kochs Torsten Reinhard. Der 30-Jährige notiert sich die Essenswünsche seiner Gäste. "Bestellt doch noch einen BBC Bacon-Cheeseburger und Chicken Fries", sagt Schönborn. "Die sollte man zeigen." Reinhard kritzelt die weitere Gerichte auf seinen Block – und huscht zurück in die Küche, um Vor- Nach- und Hauptspeise vorzubereiten – mit der Kamera im Rücken, die jede Bewegung des Küchenchefs aufzeichnet.

Das vor zwei Jahren eröffnete Diner liegt etwas abgelegen in Freiburg-West, im Dietenbachpark. Der Boden ist mit schwarz-weißen Kacheln verlegt, Stühle und Bänke sind rot-weiß gepolstert, auf der Theke stehen in Reihe bunte Limo-Dosen. Selbst die Fingernägel der 43-jährigen Inhaberin sind passend zur Inneneinrichtung im USA-Stil lackiert.
Reinhard will ihre männlichen Mitstreiter mit extravagantem Essen überzeugen. Das Diner ist vor allem für ihre Burger bekannt: Denn statt gewöhnlichem Rind kommt hier auch Krokodil- und Känguru-Fleisch zwischen Gurke und Brötchen.

Die Teilnehmer machen Werbung für ihr Restaurant

Grund für die Teilnahme ist aber nicht nur die Gelegenheit, die Kollegen vom eigenen Restaurant zu überzeugen. "Das ist kostenlose Fernseh-Werbung. Die brauchen wir für unsere etwas versteckte Burger-Factory, damit die Leute auf uns aufmerksam werden", sagt Gastgeberin Manuela Reinhard.

Aus der Küche hört man es brutzeln. Wieder schweift der Duft von frischen Pommes an der Nase vorbei. Ob Manuelas Krokodil-Burger schmeckt – und ob die Teilnehmer tatsächlich "Lecker!" zum Krautsalat sagen, sieht man in knapp zwei Monaten, wenn die Sendung auf Kabel-Eins ausgestrahlt wird.