Die Shirt-Show (Teil 8)

Adrian Hoffmann

  Was drucken Freiburger auf ihre T-Shirts? Um das herauszufinden, sind wir jede zweite Woche eine Stunde lang in einem Freiburger T-Shirt-Shop und interviewen so ziemlich jeden, der dort ein T-Shirt bedrucken lassen will. Diesmal stehen die Shirtdrucke fast ganz im Zeichen der Fußballweltmeisterschaft.       Anna Kaiser, 27, studiert Soziale Arbeit:  

  Anna hat drei Lacoste-Shirts dabei. Und dieses Krokodile da drauf, die stören sie gewaltig. "Ich will nicht mit einer Marke auf dem Shirt rumlaufen", sagt sie. Eine echte Freiburgerin, oder? Da hat sie sich eben gedacht, entwirft sie mal ein eigenes Logo, ein Stern mit ihrem Gesicht drauf, und lässt das einfach über das Krokodil drüberdrucken. Das Problem ist nur: Durch den Druck würde man das Krokodil durchsehen. Also ist Anna jetzt ziemlich enttäuscht, überlegt sich aber schon etwas Neues: Vielleicht kann sie ihr "individuelles" Logo zum Sticker machen und einfach durch das Krokodil ersetzen.   Joga Schulz, 31, und Amir Mahmud, 29, beide in der Modebranche:  

  Obwohl in Indien geboren, sind die Joga und Amir absolute Fußballfans. Und Joga (ja, mit J, nicht mit Y) wollte für die nächsten Deutschlandspiele, die er sich im Eschholzpark anschauen wird, unbedingt ein Trikot. Und wenn es geht, eben eines mit der 9 drauf und seinem Namen. Die 9 will er unbedingt deshalb, weil er früher selbst im Sturm gespielt hat (jetzt nicht mehr, wegen Knieproblemen). Und natürlich ist die 9 originalgetreu, allerdings in goldener Farbe. Gold ist eine Gewinnerfarbe. Auf die Frage, ob in Indien auch Fußball gespielt wird, weiß Joga eine schlagfertige Antwort: "Ja, Elefantenfußball. Und die sind Kopfballstärker als Ballack und Klose." Vielleicht hat er da Recht.   Marieke, 23, studiert Frankomedia:  

  Daniel23, so ist der Spitzname ihres besten Freundes, und er wird zum Geburtstag ein Deutschland-Shirt geschenkt bekommen. Denn er sei genauso Fußballfan wie sie, sagt Marieke. Und Fanta-4-Fan, deshalb die Aufschrift: Troyer Begleiter. Daniel23 ist ihr troyer Begleiter. Na, verstanden? Vorne auf dem Shirt ist dann noch der WM-Pokal, weil Deutschland ja Weltmeister wird. "Natürlich", sagt Marieke.   Nadine Moll, 16, Nicole Aspeling, 18, Nadine Aspeling, 18, Neuntklässlerinnen:  

  Die drei Mädels sind mit der Werkrealschule fertig, und zu diesem Anlass brauchen sie T-Shirts. In rosa Graffiti-Schrift haben sie sich ihre Namen und die Namen ihrer drei Mitabsolventinnen auf schwarze Shirts drucken lassen, um auf der Abschlussparty mit der neunten Hauptschulklasse aus Endingen groß auftrumpfen zu können.   Arno Ketterer-Sachs, 39, Ausbilder:  

  Selbst beim Caritas Bildungswerk spielt man Fußball, und demnächst nimmt die dortige Mannschaft sogar an einem Fußballturnier am Seepark teil. Arno Ketterer-Sachs hat sich den kreativen Aufdruck "Team CBF" fürs Trikot überlegt, aber besser als nichts, oder? Vor allem dient das Trikot ja der Einheitlichkeit. Zehn Spieler hat die Mannschaft, für das Kleinfeldturnier reichen schon sechs. Arno Ketterer-Sachs glaubt, dass sie ganz gute Chancen auf den Titel haben.