Freiburg-Haid

Die Pizzeria "Pinocchio" ist jetzt in der St. Georgener Straße

anb

Viele finden, dass es die beste Pizza in Freiburg im "Pinocchio" gibt, bei Enzo Guida (70) und seinem Team. Seit kurzem befindet sich das Restaurant in der St. Georgener Straße im Gewerbegebiet Haid.

Unter anderem die überwiegend sehr positiven Kommentare im Internet zeigen: Viele finden, dass es die beste Pizza in Freiburg im "Pinocchio" gibt, bei Enzo Guida (70) und seinem Team. Seit kurzem ist das italienische Restaurant nun mehr als vier Mal so groß wie früher, liegt aber abgelegener im Vergleich zum alten Standort, der mitten im Haslacher Wohngebiet in der Julius-Brecht-Straße war. Enzo Guida und seine Frau Rosemarie Guida (65) sind mit dem bisherigen Erfolg in den einstigen Räumen der Gaststätte "Premium" auf der Haid aber sehr zufrieden.


Neu: Mittagstisch in der Pizzeria Pinocchio

Leer und ruhig ist es hier nur zwischendrin am Nachmittag: Nach dem Mittagstisch zwischen 11 und 14 Uhr und vor dem Abendangebot von 17 bis 23 Uhr können Enzo und Rosemarie Guida kurz entspannen. Der Mittagstisch kam neu dazu, in Haslach hatte das "Pinocchio" immer nur abends geöffnet. Neu ist auch die Mittagstisch-Karte, die zusätzlich zum gewohnten Angebot täglich ein vegetarisches und ein Fleisch-Gericht für Preise zwischen 7,40 und 7,90 Euro bietet.

Darunter sind manchmal auch ziemlich unitalienische Ausreißer, zum Beispiel gefüllte Pfannkuchen oder Rindergulasch. Die Guidas wollen mittags vor allem die zahlreichen Berufstätigen ansprechen, die im Gewerbegebiet arbeiten – außer vielen Betrieben gibt’s nämlich nicht viel rund um die St. Georgener Straße 10, wo das "Pinocchio" nun über dem Opel-Autohaus untergekommen ist. Die Abgelegenheit sei aber kein Problem: "Die meisten unserer Stammkunden kommen aus dem Umland, für sie ist unser neuer Ort gut", sagt Enzo Guida. Aus der direkten Haslacher Umgebung seien früher ohnehin die wenigsten gekommen.

"Wir haben uns einen Namen geschaffen nach 16 Jahren in Haslach", ergänzt Rosemarie Guida. Darum sei der Umzug nötig gewesen: Die alten Räume seien mit 100 Quadratmetern Innenfläche und 28 Plätzen draußen längst viel zu klein gewesen. Ständig sei alles reserviert gewesen: "Die vielen Absagen taten uns leid", sagt Rosemarie Guida. Spontan hätte sich dann die neue Gelegenheit ergeben, mitsamt einer kleinen Umbenennung, weil der Vermieter nicht ganz auf den bisherigen Namen "Premium" verzichten wollte – darum heißt das "Pinocchio" jetzt "Premium Ristorante Pizzeria Pinocchio".

Die Gäste können sich nun drinnen auf 420 Quadratmetern ausbreiten, bei warmem Wetter kommen dazu 100 Plätze auf der großen Terrasse. Für die Guidas und ihr Team gibt’s deutlich mehr zu tun, aber die Truppe ist inzwischen auch viel größer: Zu den bisherigen Angestellten der Guidas kam die alte Belegschaft des "Premium" dazu, insgesamt sind es derzeit zwölf Mitarbeiter in Vollzeit.

Die Guidas hatten auch vor den 16 Jahren in Haslach eine Menge Erfahrung in der Gastronomie: Enzo Guida stammt aus der Nähe von Neapel, er kam als 18-Jähriger nach Freiburg. Davor hatte er in Italien im "Club Méditerranée" bereits Kochen gelernt. Den Traum von einem eigenen Restaurant hatte er, seit er denken kann. Der Start in Freiburg war nicht leicht, er schlug sich in der ersten Zeit als Tellerwäscher im Bahnhofsrestaurant durch. Stundenlohn: 1,10 Mark. Neben der Arbeit war Deutschlernen angesagt.

Später im Hotel "Colombi" habe er schon selbst gekocht, erzählt er, im Lauf der 1970er machte er sich selbstständig. Teils arbeitete er dabei mit seinem Bruder zusammen.

Den Überblick über alle seine Restaurants zu behalten, ist schwierig, sie waren unter anderem auch in Weil am Rhein und Offenburg, auch die Namen wechselten immer wieder: Es gab zum Beispiel mehrere Varianten des "Piccolo mondo" und ein "La dolca vita". Und dann war da noch die Pizzafabrik, in der Enzo Guida und sein Team täglich Tausende Pizzen herstellten und unter anderem an die Mensen und ans Gefängnis auslieferten. "Alles frisch und ohne Konservierungsstoffe!" betont Enzo Guida – das gelte auch fürs "Pinocchio", wo nie etwas im Voraus, sondern nur auf Bestellung gekocht werde.

Das hat sogar Carlo Azeglio Ciampi beeindruckt, der von 1999 bis 2006 italienischer Präsident war: Er hat Enzo Guida eine Auszeichnung verliehen, auf die er sehr stolz ist.

In seine alte Heimat kommen Enzo Guida und seine Frau, mit der er seit 44 Jahren verheiratet ist, höchstens einmal im Jahr. In andere Länder als nach Italien zieht es sie selten: "Das Essen und der Kaffee sind in Italien einfach am besten", sagt Rosemarie Guida. Wie viel Urlaub sie künftig machen werden, wissen sie noch nicht. Beim alten "Pinocchio" waren es drei Wochen im Jahr. Was aus den alten Räumen wird, sei unklar: Sie waren im Besitz der Familie und werden nun verkauft.