Die "Passage46" plante Café mit Glashaus auf dem Platz der alten Synagoge - und zieht die Anträge nun zurück

Simone Lutz, Julia Littmann & Tanja Hofmann

Ein Außenbereich mit Café und Glashaus für 150 Personen - auf dem neuen Platz der alten Synagoge: So wollte das Theater die Passage 46 erweitern. Das Bürgerforum Sedanquartier hat sich über die "heimlichen" Pläne beschwert - nun hat das Theater die Anträge zurückgezogen.



Das Theater hat nach Protesten seinen Antrag auf einen Cafébetrieb für 150 Gäste im Außenbereich vorerst zurückgezogen. Geplant war eine Umgestaltung des südlichen Vorplatzes zur Sedanstraße, der ein 3,5 mal 5 Meter großes Glashaus erhalten sollte. Ein Großteil der Treppenfläche (an der von vorne gesehen linken Seite Richtung Sedanstraße) sollte durch höhere Sitzstufen ersetzt werden, die Grünfläche vor dem Theater abgetragen und für kleine Tische genutzt werden.


Das Bürgerforum Sedanquartier ist von diesen Plänen nicht begeistert - von einem Informanten habe man von den Anträgen des Theaters erfahren. Das Forum bemängelt vor allem die fehlende Bürgerbeteiligung. Seit elf Jahren, so Hanne Beyermann vom Bürgerforum, engagiere man sich im Projektbeirat zur Umgestaltung des Platzes der Alten Synagoge und es sei ein Übereinkommen zwischen Uni, Anwohnern des Quartiers und Theater gewesen, dass auf dem neuen Platz zwischen Uni-Bibliothek, KG II und Theater nicht mehr Gastronomie erlaubt werden solle als das geplante Tagescafé der Uni-Bibliothek und das bereits vorhandene Theatercafé.

Desweitern wollte das Theater für die Passage 46 offenbar eine Diskogenehmigung beantragen - auch davon war das Bürgerforum nicht begeistert. Klaus Engert, kaufmännischer Leiter des Theaters, fühlt sich vom Bürgerforum missverstanden - man wolle lediglich eine Konzession für eine Gaststätte mit gelegentlichen Musik- und Tanzveranstaltungen. Der Betrieb werde sich, im Vergleich zu den letzten Jahren, nicht ändern.

Für das Bürgerforum ist eines klar: Beide Pläne stellen einen großen Eingriff in die Lebensqualität des Sedanquartiers dar. Aus diesem Grund nahm das Theater die Kritik an und zog die Anträge erst einmal zurück. Es soll nun in Gesprächen "eine gemeinsame Lösung" gefunden werden, so Bürgermeister Ulrich von Kirchbach.

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[Foto: Ingo Schneider]