Die Passage46-Bar ist pleite

Joachim Röderer & Frank Zimmermann

Erst vor neun Monaten hat die Passage46 unter dem Theater eröffnet. Nun hat die Passage46 GmbH, zuständig für den Gastronomiezweig, Insolvenz angemeldet. Zunächst soll der Betrieb weiterlaufen:



Sie gehört zu den Freiburger In-Lokalitäten, doch jetzt gibt es ein Problem: Die Passage 46 GmbH, der gastronomische Zweig der Einrichtung, hat am vergangenen Freitag beim Amtsgericht Insolvenz angemeldet – nur knapp neun Monate nach der Eröffnung. Der Betrieb geht jedoch weiter. „Wir sind zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden“, sagt der Rechtsanwalt Harald E. Manias, der als Insolvenzverwalter eingesetzt wurde.


Am Freitag und am Montag hat sich Manias einen ersten Überblick über die Bücher verschafft. Die Prüfung sei noch nicht abgeschlossen. Es gebe Rückstände bei den Lohn- und Gehaltszahlungen. Die Passage 46 GmbH beschäftigt sieben Festangestellte und etwa 30 Aushilfen. Durch das Insolvenzgeld ist deren Gehalt nun bis Ende August gesichert. Der Betrieb gehe weiter, auch alle geplanten Veranstaltungen sollen stattfinden, so Manias.

Geschäftsführer der betroffenen GmbH ist Wulf Piazolo, der sich zuvor schon in Freiburg für die „Cohibar“, das „Karma“ und zuletzt das „Coucou“ verantwortlich gezeigt hatte. Er wollte wegen des laufenden Verfahrens nichts zur Insolvenz sagen. Insolvenzverwalter Manias betont, dass die aktuelle Hitzewelle die Schwierigkeiten verschärft habe: „Wenn man als Gastrobetrieb keine Außenfläche hat, dann ist das tödlich.“ Ein entsprechender Antrag für die Bewirtung der Außentreppe zur UB hin liegt bei Stadtverwaltung und Gemeinderat vor, scheiterte bislang aber am Veto der Anwohner im Sedanquartier.

Theatherpassagen GmbH nicht betroffen?

Die Passage 46 GmbH bezahlt die Pacht an die Theaterpassage GmbH, die wiederum den Mietvertrag mit dem Theater Freiburg abgeschlossen hat. Als Geschäftsführer und Hauptanteilseigner der Theaterpassage GmbH fungiert der Freiburger Galerist Henrik Springmann. „Die Insolvenz hat mit uns nichts zu tun“, betont er. Auch er will sich aktuell nicht weiter äußern. Als dritte GmbH gibt es dann noch die Agentur 46, die sich – ebenfalls unter Springmanns Regie – um die Kulturveranstaltungen der Passage 46 kümmert.

Zum ambitioniert gestarteten Projekt ergeben sich nun etliche Fragen – auch an das Theater Freiburg. Dort gibt man sich jedoch wortkarg: „Wir werden dazu nicht Stellung nehmen, da unser Vertragspartner, die Theaterpassage GmbH, von der Insolvenz nicht betroffen ist“, sagt Theatersprecherin Bettina Birk.

Die ehemalige Jackson Pollock Bar hat erst im Herbst 2014 mit neuem Konzept und dem Duo Springmann und Piazolo in der Verantwortung neu eröffnet. Der Umbau auf Kosten der Stadt kam auf 400000 Euro. Nicht zuletzt deswegen ist das Thema auch ein Politikum. „Der Hype hat doch sehr schnell nachgelassen“, konstatiert Kulturliste-Stadtrat Atai Keller: „Es ist ein schwieriges Pflaster.“ Die verlangte Miete sei eher moderat. Keller interessiert nun, in welchen Beziehungen die drei GmbHs untereinander stehen.

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[Foto: Simon Roser]