Ortenau-Rap

Die Offenburger HipHop-Hymne bekommt ein Update

Ralf Burgmaier

2006 drehten zwei Offenburger HipHop-Größen eine virtuos gerappte Liebeserklärung an ihre Heimatstadt. Das Video wurde ein Riesenerfolg – jetzt gibt es eine Neuauflage.

Die Offenburger HipHop-Hymne schlechthin erlebt eine Neuauflage. 2006 drehten die Offenburger HipHop-Größen P-Vers und Claudio Esposito das Video zu "Wo ich herkomm", eine virtuos gerappte Liebeserklärung an ihre Heimatstadt.


Video: Wo ich herkomm’ – P-Vers & Claudio (2006)

Der Song ging auf Youtube bald viral, wurde zum regionalen Hit und machte das Autorenteam über die HipHop-Szene hinaus bekannt. Aus Freude über die anhaltende Beliebtheit ihrer Schöpfung präsentieren die beiden jetzt ein Remake, das am Sonntag um 0 Uhr online geht.

Die Rapper sind lebendige Offenburger Pop-Geschichte

Die beiden sind jetzt schon Offenburger Pop-Geschichte. P-Vers alias Patrick Bierhinkel ist seit den 1990ern Offenburger HipHop-Pionier. Claudio Esposito, der vom Street Dance kommt, mit Stefan Strumbel Wände gesprayt hat und mit der Gruppe "Rocking till Death" zur gleichen Zeit den Break-Dance nach Offenburg holte, bezeichnet P-Vers, als seinen Mentor, was das Rappen angeht.

Die erste Version von "Wo ich herkomm" war 2006 auf einem Album von P-Vers erschienen. "Ich war da nur als Gastkünstler mit drauf", erzählt Claudio Esposito. "Wir haben einen Offenburg-Song im Studio und das Video auf der Straße gemacht, das auf Youtube gut lief."

Ghetto-Attitüde trifft Offenburg-Patriotismus

Das Video von 2006 verbindet rap-typische Ghetto-Attitüde mit Offenburg-Patriotismus. P-Vers und Esposito erklären darauf wortreich und mit "sahnigen Flows" (rap-typisches Eigenlob) wie sie wurden, was sie sind, was ihnen an der Offenburger HipHop-Szene gefällt, wem sie darin Respekt zollen.

Im Refrain heißt es immer wieder: "Ich liebe Offenburg, ich liebe meine Stadt."Die grau eingetönten Bilder sollen das Hart-aber-Herzlich der Straße vermitteln, das die Rapper in ihrem Kiez, der Nordweststadt, erlebt haben, wo sie aufgewachsen sind.

Der Song wurde zum lokalen Disko-Hit

"Dass die Sache zum lokalen Hit geworden war, haben wir von Freunden erfahren", erklärt Esposito. "Sie sagten, dass die Nummer immer in der damaligen Disco OM lief. P-Vers und ich sind dann mal hin und tatsächlich: Als die bekannte Synthesizer-Melodie des Intros aus den Boxen kam, ging ein großes Aaahhh durch die Menge. Und als der Beat einsetzte, sind die Leute abgegangen."


"Once again, street up, also Leute geht ab, egal wohin wir gehen repräsentier’n wir unsre Stadt", heißt es weiter im Refrain. Schnell hatte man auch bei der Stadt Offenburg erkannt, dass das Stück eine coole Werbung für Offenburg ist. Das Stadtmarketing hatte die Produktion damals schon unterstützt. Beim Neujahrsempfang 2012 performten P-Vers und Esposito den Hit auf hochoffizieller Bühne.

Neues Video mit neuem Beat

"Als 2016 dann das zehnjährige Jubiläum anstand, habe ich das Video einfach nochmal auf Facebook gepostet", erzählt Esposito. "Innerhalb kurzer Zeit hatte es 50 000 Aufrufe. Da kam uns die Idee, dass wir eine Neuauflage produzieren sollten." Mit neuem, leicht langsamerem Beat, neuen Sounds, mit neuem Text und vor allem mit einem neuen Video wird Offenburg erneut schön in Szene gesetzt.

Die bewegten Bilder sind jetzt sonnendurchfluteter, zeigen weniger die HipHop-Szene als die stadtlandschaftlich reizvollen Seiten Offenburgs. Aufnahmen, die mit einer Drohne gemacht wurden, zeigen Stadt und Gebäude, etwa den "Bumerang"-Wohnblock in Uffhofen, teils aus spektakulärer Perspektive.

Auch die Oberbürgermeisterin mischt mit

Statt auf dem Dach des Media-Towers wie 2006 rappen P-Vers und Esposito diesmal auf dem Dach der Sparkasse an der Rée-Anlage. Esposito: "Einmalige Perspektive, das Haus wird ja bald abgerissen."

Geehrt werden im Video diesmal Offenburger Persönlichkeiten, die die beiden Künstler in den vergangenen Jahren unterstützt haben. So bewegen zum Beispiel Stefan Strumbel, Edith Schreiner, Stadtkapellenchef Jess Haberer, die Gastronomen Willi Schöllmann und Inmar Alkadiri, Radiomacher Markus Knoll, (Lebens-)Künstler Schwani oder FDP-Stadtrat Silvano Zampolli die Lippen zu "Ich liebe Offenburg, ich liebe diese Stadt".

Ums Geld geht es den Künstlern nicht. Sie stellen das neue Video und den Download des Songs am Sonntag, 3. September, um 0 Uhr kostenlos ins Netz.