Fällung

Die Hälfte der Mammutbäume aus dem Seepark werden zu Hackschnitzeln

Simone Lutz

Im Seepark wurden am gestrigen Montag einige Dutzend Mammutbäume gefällt. Spätestens am Dienstagmittag sollen 54 abgestorbene Bäume weg sein.

Die Motorsäge heult, der Bagger greift beherzt ins Geäst, der Baum geht unter lautem Prasseln zu Boden – diese Szene spielte sich gestern in Sichtweite des Bürgerhauses am Seepark viele Male ab: 54 der 96 Mammutbäume müssen weichen. "Das ist ein Extremstandort", sagt Kristina Paleit vom Garten- und Tiefbauamt (GuT), "nur eine schwache Schicht Oberboden, darunter Kies – die Bäume brauchen mehr Wasser." Auch der Klimawandel macht der Baumart zu schaffen.


Von 260 Bäumen sind nur noch 42 übrig

Zur Landesgartenschau 1986 waren ursprünglich 260 Mammutbäume gepflanzt worden. Seit dem heißen Sommer 2003 wurde klar, dass es vielen nicht gut geht – der Standort stimmt nicht. Der diesjährige heiße und trockene Sommer beschleunigte das Baumsterben. Nun will das GuT den Mammut- zu einem Klimawandelwald umgestalten. Dazu werden die jetzt gefällten Bäume nächstes Frühjahr und im Winter 2020 durch andere Arten ersetzt: Schnurbäume, Zürgelbäume, Hopfenbuchen, Feldahorne und mehr. Kosten für den ersten Abschnitt: 90 000 Euro.

"Wir wollen versuchen den Seepark als schöne Parklandschaft zu erhalten", sagt Kristina Paleit. Sie achtet darauf, dass die neuen Bäume Frühjahrsblüte und Herbstfärbung zeigen, klimaunempfindlich und insektenfreundlich sind. Die restlichen Mammutbäume sollen möglichst erhalten werden. Die, die nicht mehr zu retten waren, werden in einer Holzhackschnitzelanlage verarbeitet und verfeuert.